Frust und Freude im Duisburger Stadtbezirk Meiderich/Beeck

Ein Trabi wurde im März im Tauchgasometer im Landschaftspark Nord versenkt.
Ein Trabi wurde im März im Tauchgasometer im Landschaftspark Nord versenkt.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Im dritten Teil des Jahresrückblicks 2014 geht es um den Stadtbezirk Meiderich/Beeck. Dort hatten die Bürger Grund zum Jubeln und zum Weinen.

Wahlpanne

Die Panne des Jahres passierte bei der Kommunalwahl im Bezirk Meiderich/Beeck: Wahlzettel wurden in Ostacker nicht ordnungsgemäß ausgegeben, was aber erst auffiel, als das Wahllokal im katholischen Gemeindehaus geschlossen war. Folge: Die alte Bezirksvertretung blieb kommissarisch im Amt. Erst am 16. Dezember – nach der Wahlwiederholung am 23. November – konnte das neue Bezirksparlament vereidigt werden. Bezirksbürgermeisterin Daniela bleibt im Amt, kann mit ihrer Partei (SPD) allein „regieren“, da sie die absolute Mehrheit hat. Am zweiten Wahltag kamen genau 128 Menschen von gut 1000 Wahlberechtigten.

Protest

Zu Protesten führte die Schließung der ältesten Kirche Duisburgs: Das evangelische Beecker Gotteshaus zwischen Autobahn 42 und dem Oberhof gelegen, wurde aus Geldmangel dicht gemacht. Die Bürger wollen alles daran setzen, dass es keine Dauerschließung ist. Unter anderem sammelten sie 350 Protestunterschriften.

Taucherlebnis

Eine kleine Sensation: Die Froschmänner, die im Obermeidericher Tauchcenter Nullzeit ihren Kopf unter Wasser stecken, können nicht nur künstliche Landschaften und versunkene Räume durchtauchen, sondern auch lebende Fische beobachten: Neun Störe haben die Betreiber im März eingesetzt. Sie sind neugierig, beobachten die Taucher und hoffen auf Futter. Ein Stück Geschichte versenkten Christian Patzack und seine Mannen im Tauchgasometer im Landschaftspark: Im März ließen sie einen alten DDR-Trabi in das 21 Millionen-Liter-Becken. Dort kann man es seitdem bei den Tauchgängen erforschen.

Jubiläum

Die Kleinkunstbühne Meiderich feierte im März ihr 20-jähriges Bestehen. Sage und schreibe 200 Kabarettisten und Comedians haben Vereinsvorsitzender Lothar Koopmann und seine Truppe im Laufe der beiden Jahrzehnte in den Ortsteil geholt. Darunter waren zahlreiche Künstler, die später zu Ruhm gelangten. Unter anderem Atze Schröder, Dieter Nuhr, Herbert Knebel.

Verschönerung

Gute Nachricht für Laar am Rhein: Im Februar wurde bekannt, dass ein Stadterneuerungsprogramm starten kann. 3,1 Millionen Euro stehen für Verschönungen und Verbesserungen der Infrastruktur im Ortsteil zwischen Ruhrort und Beeckerwerth zur Verfügung. Unter anderem werden zwei Schrottimmobilien an der Friedrich-Ebert-Straße abgerissen und der Rheindeich wird besser zugänglich gemacht. Bürgerbeteiligung inklusive.

Schandfleck

Mobilfunkbetreiber hatte, der auf dem Dach seine Antennen betrieb. Nun gibt es dort eine kleine Grünanlage, die sich allerdings im Laufe der Zeit noch entwickeln muss.

Schmuckstück

Ein echtes Schmuckstück ist die alte Mühle Stahl. Die Büro-Einrichtungsfirma Dahmen hat in der Kornmühle an der Bahnhofstraße 35 ihre Verkaufsräume und plant, in der oberen Etage ein Büromöbel-Museum einzurichten, wie die Inhaber im Februar unserer Redaktion verrieten. Interessierte können sich, wenn sie nett fragen, auch jetzt schon dort umsehen. Der Besuch lohnt sich.

Asylbewerber

Es stand schon auf der Abbruchliste – und wurde dann saniert und wieder bewohnbar gemacht: Das Asylbewerberheim an der Beecker Helmholtzstraße. Im Februar wurde die Not der Stadt wegen der Flüchtlingswelle so groß, dass sie jedes nur irgendwie in Frage kommende Gebäude prüfte. Der Bau in Beeck war für 1,2 Millionen Euro saniert worden, bietet Platz für rund 90 Menschen.

Grüngürtel

Der Grüngürtel im Bereich Bruckhausen ist im Groben fertig. Pünktlich zum Jahresende schlossen die Bauarbeiter die Erd- und Betonwandarbeiten ab. Im kommenden Jahr wird die Begrünung (über 500 Bäume) und Ausstattung des neuen Parks mit Sitzgelegenheiten und Spielgeräten erfolgen. Im Herbst 2015 soll die 70 000 Quadratmeter große, komplett barrierefreie Anlage freigegeben werden.