Feuer und warme Worte

Neumühl/Marxloh..  Das Feuer knackt und knistert. Sonst ist es still. Ab und zu ist der Motor eines vorbeifahrenden Autos zu hören. Mitglieder der evangelischen Gemeinde Neumühl stehen schweigend um das kleine Osterfeuer herum versammelt vor der Kirche am Hohenzollernplatz und blicken in die Flammen. Sie genießen die Ruhe und die Wärme. Das Licht in der dunkeln Nacht ist das Symbol für das Licht des Ostermorgens.

Hin und wieder kommen dann doch vereinzelt Gespräche auf. Die Themen unter den in kleinen Grüppchen versammelten Besuchern sind vielfältig: das Osterfest, die Arbeit der Gemeinde und auch der Ortsteil Neumühl. Einige Herren unterhalten sich auch über die Ergebnisse der Bundesliga.

Unter den Besuchern ist auch Jürgen Wistuba. Er war schon ein paar Mal zu Ostern dabei. „Ich mag die Gemeinde gern, es ist schön, sich hier abends mit Menschen zu treffen, die man mag und sich gemeinsam des Osterfests zu besinnen”, sagt er. Er lässt die Ruhe und die wohlige Wärme ganz nah am lodernden Feuer auf sich wirken. „Man kann an so einem Abend wie heute ganz gut entspannen und einfach mal innehalten”, findet er.

Als das Feuer langsam kleiner wird, folgt der eigentliche Höhepunkt des Abends: Nacheinander gehen die Mitglieder langsam in die Kirche. Dort brennen nur wenige Lichter. Sie ist gemütlich hergerichtet und äußerst einladend. Als jeder der Besucher einen Platz im Inneren gefunden hat, erlöschen die Lichter. Es ist für eine Weile ganz dunkel.

Es bleibt eine Weile so. Niemand rührt sich, alle verharren in der Dunkelheit. Schließlich durchbricht eine Stimme die Stille: „Dunkel ist es hier in der Kirche und dunkel war es am Anfang der Welt”, sagt Gemeindemitglied und Neumühler Tausendsassa Reiner Terhorst.

Er ist einer von vielen, der heute einige Zeilen zum Thema vorliest. Nach einer Weile ertönt Musik. Ein Licht geht an, doch noch immer ist kaum etwas zu erkennen in dem Gotteshaus. Erst nach und nach erhält immer mehr Licht Einzug. Die Gemeindemitglieder tragen nacheinander immer weitere Verse vor. Erzählen vom Leben und Sterben Jesu – und schließlich von seiner Auferstehung. Zwischen den einzelnen Sequenzen ist es leise. Alle Besinnen sich auf die Bedeutung dieser Nacht, die Bedeutung der Osterbotschaft. Bald ertönt wieder Musik, immer mehr Lichter gehen an, bis die Kirche schließlich gänzlich erhellt ist. Das Kreuz an der Wand strahlt, die Gesichter der Gemeindemitglieder ebenso.

Strahlen war auch das Motto des Runden Tisches Marxloh: Heike Priebe und Kollegen trafen sich zum Osterfeuer mit Bewohnern des Stadtteils. In geselliger Atmosphäre wurde geklönt und diskutiert.