Fenster im Duisburger Helios-Gebäude sind nicht zu öffnen

So sieht der neue Gebäudetrakt mit dem Verbindungsgebäude zum Rundbau aus.
So sieht der neue Gebäudetrakt mit dem Verbindungsgebäude zum Rundbau aus.
Foto: Helios
Was wir bereits wissen
Da das neue Krankenhaus-Gebäude der Helios-Klinik direkt an Grillo angrenzt, muss es hermetisch abzuriegeln sein. Grillo gilt als Störfall-Betrieb.

Duisburg.. Das neue Betten- und OP-Gebäude der Hamborner Helios-Klinik (St.-Johannes-Hospital) wird hermetisch abgedichtet und ausschließlich über eine Klimaanlage mit Luft versorgt. Diese Maßnahme ist nötig, da das Bauwerk nur wenige Meter von Grillo, einem „Störfall-Betrieb“, entfernt errichtet wird. Kein einziges Fenster lasse sich öffnen, sagt Cornelia Koch, Technische Leiterin der Duisburger Helios-Klinik.

Noch haben die Arbeiten nicht begonnen, die Planungen laufen aber auf Hochtouren. In drei Jahren, 2018, soll der Erweiterungsbau nutzbar sein. Der Haupteingang zum „neuen“ Krankenhaus wird dann nicht mehr an der bisherigen Stelle, neben der Abteikirche, sondern an der Dieselstraße liegen. Dort befindet sich das Parkhaus.

15 Zimmer vor dem Rundbau

Derzeit laufen die letzten Arbeiten am gut 3000 Quadratmeter großen Dach des denkmalgeschützten „Rundbaus“. Die Sanierung ist nötig, weil der Schiefer in die Jahre gekommen ist. Es gibt eine kleine Verzögerung, weil der jüngste Sturm vor ein paar Wochen Schäden am Dach angerichtet hat, die nun zusätzlich beseitigt werden müssen.

Anschließend steht der Abriss der alten Werkstätten (hinter dem Hospital) an. Weitere Nebengebäude, darunter die Cafeteria, werden folgen. Anstelle dieser Bauwerke ist das neue Hauptgebäude geplant, das über einen Verbindungstrakt zum Altbau führt. Dort wird es auch eine Cafeteria, einen Friseurladen und Shops geben.

Der Neubau wird etwa 170 Meter lang und 60 Meter breit, er ist mit fünf Geschossen geplant. Untergebracht werden darin vor allem Krankenzimmer, aber auch acht Operationssäle. Der alte Rundbau wird im Laufe der nächsten drei Jahre innen renoviert und für eine neue Nutzung vorbereitet. Dort zieht die Reha-Abteilung ein, die jetzt noch in der Rheinklinik untergebracht ist. Die Beeckerwerther Einrichtung wird 2018 geschlossen.

Auch vor dem Rundbau, neben dem jetzigen Haupteingang, entstehen in kürze Gebäude. „Für eine Übergangszeit möchten wir dort 15 Einzelzimmer errichten“, sagt Cornelia Koch. Sie hofft, dass die Baugenehmigung bald erteilt wird.

Die übrigen Gebäude der Klinik (hinter dem jetzigen Haupteingang) werden weiter genutzt, zum Teil als Bettenhaus, zum Teil für die Verwaltung und zur Behandlung.

An der Energieversorgung ändert sich nichts: Das Krankenhaus werde weiterhin mit Fernwärme und Strom beliefert, sagt Cornelia Koch. Eine neue „Energiezentrale“, also die Stelle, von wo aus Wärme und Strom hausintern verteilt werden, ist schon in Planung.

Störfallverordnung zwingt zu besonderen Maßnahmen

Das Marxloher Unternehmen Grillo stellt bekanntlich Chemikalien her, die als „gefährliche Stoffe“ eingestuft sind. Deshalb unterliegt das Werk, das direkt ans Krankenhaus angrenzt, der „Störfallverordnung“. Sprich: Im Umfeld dürfen nur dann Neubauten genehmigt werden, wenn sie hermetisch abzuriegeln sind.

Das ist nötig, damit Menschen im Falle, dass Chemikalien freigesetzt werden, nicht damit in Berührung kommen. Deshalb muss die Hamborner Klinik, die künftig rund 540 Betten hat, den Neubau komplett über eine Klimaanlage mit Atemluft versorgen. Fenster dürfen nicht zu öffnen sein.