Experten diskutieren in Walsum die Flüchtlingsproblematik

Am Montag, den 1.6.2015 fand in St. Josef Aldenrade eine Podiumsdiskussion zum Thema Asyl statt. Im Bild:  v.l. OB Sören Link, Weihbischof Dieter Geerlings Gisela Steinhauer, Innenminister Ralf Jäger, Kirsten Eichler, Rubert Neudeck.
Am Montag, den 1.6.2015 fand in St. Josef Aldenrade eine Podiumsdiskussion zum Thema Asyl statt. Im Bild: v.l. OB Sören Link, Weihbischof Dieter Geerlings Gisela Steinhauer, Innenminister Ralf Jäger, Kirsten Eichler, Rubert Neudeck.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die katholische Gemeinde St. Josef in Aldenrade hat anlässlich ihres 100. Geburtstages zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

Walsum..  Der Anspruch auf Asyl ist ein Menschenrecht. Auch die Heilige Familie war einst darauf angewiesen. Doch wie gestaltet sich die Wirklichkeit in der heutigen Zeit? Das Thema Asyl und Akzeptanz in der Gesellschaft diskutierten bei einem Podiumsgespräch in der St. Josef-Kirche Innenminister Ralf Jäger, Oberbürgermeister Sören Link, Rupert Neudeck, Gründer der Deutsche Not-Ärzte, und Weihbischof Dieter Geerlings sowie Kirsten Eichler vom Flüchtlingsrat NRW. Etwa 150 Besucher wohnten dem Gespräch anlässlich der Veranstaltungsreihe zum 100. Geburtstag der Kirche bei.

Die Diskutanten waren sich einig: Europa muss zusammenarbeiten, um adäquat mit den vielen Flüchtlingen umzugehen. Lösen könne man die Probleme nicht in Duisburg, NRW oder Deutschland, sondern nur in den von Krisen gebeutelten Ländern. „Politik und Bürger müssen hier zusammenarbeiten, um bestmöglich zu helfen“, befand Neudeck. „Wichtig ist, die Länder, aus denen die Migranten kommen, zu unterstützen. Die Menschen müssen dort eine Ausbildung erhalten, damit sie nicht zu Wirtschaftsflüchtlingen werden“.

Auch Ralf Jäger äußerte sich kritisch zu der Tatsache, dass rund 50 Prozent der Neuankömmlinge in NRW nicht aus Kriegsgebieten kommen, sondern als Wirtschaftsflüchtlinge einzuordnen sind. „Dafür brauchen wir eine europäische Lösung“, sagte er. Jäger informierte die interessierten Zuhörer eingehend darüber, wieso auch diese Menschen, als Flüchtlinge gelten. „Roma werden in den Balkanstaaten so stark diskriminiert, dass sie dort einfach nicht arbeiten können.“

Sören Link erklärte, dass man deshalb präventiv arbeiten und den Menschen den Grund nehmen müsse, ihre Heimat zu verlassen. Dennoch versicherte er, dass man in Duisburg alles mache, um mit den vielen Flüchtlingen zurecht zu kommen. Die Stadt arbeite Tag für Tag hart daran, die Menschen unterzubringen. In diesem Jahr seien bislang 700 Asylbewerber nach Duisburg gekommen. „Die eine Hälfte ist in Wohnungen untergebracht, die andere lebt in Sammelunterkünften.“

Kirsten Eichler erklärte, dass jede Hilfe aus der Bevölkerung gern gesehen sei. „Es ist in jeder Stadt so, dass sowohl Spenden als auch Kleidung immer benötigt werden“, sagt sie und ergänzte: „Die Menschen helfen sehr viel, wir sind sehr dankbar dafür.“