Experte: Gesundheit in Meiderich nicht gefährdet

Anlage der Stadt zur Immissionsmessung. Foto: Lars Fröhlich
Anlage der Stadt zur Immissionsmessung. Foto: Lars Fröhlich
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Was wir bereits wissen
Bezirksvertretung: Nickelbelastung teils 30 mal höher als erlaubt. Umweltmediziner Prof. Dr. Dott von der RWTH Aachen: „Werte unbedenklich“.

Meiderich..  Der Vorgang wiederholt sich in der Bezirksvertretung Meiderich jährlich, der Ablauf scheint fast ritualisiert, stets gleich abzulaufen. In der „Mitteilungsvorlage über den Sachstand zur Entwicklung der Staubniederschläge“ kommen Meiderich und Laar besonders schlecht weg. Außer Dr. Detlef Feldmann – seines Zeichens Umweltmediziner von der Linkspartei – fragte auch bei der Sitzung am Donnerstag niemand nach.

Die Werte der Staub- und Schwermetallniederschläge 2013 für Meiderich und Laar rücken drei Messstellen in den Fokus. An der Messstelle 27, direkt an der Bezirksgrenze zu Ruhrort, wurde in Laar in Höhe der Rheinstraße ein Nickel-Niederschlagswert von 452 Mikrogramm pro Quadratmeter im Jahr gemessen. Zum Vergleich: Der bundesweite Grenzwert liegt bei 15 Mikrogramm pro Jahr.

An der Messstelle 36 (Stahlstraße) wurden 322 Mikrogramm ermittelt, an der Messstelle 30 an der Meidericher Gerrickstraße fielen 2013 rund 182 Mikrogramm des Schwermetalls pro Quadratmeter zu Boden.

Für die Messstelle Gerrickstraße gab es außerdem deutlich Grenzwertüberschreitungen beim Staubniederschlag, deutliche Überschreitung der Cadmiumwerte und eine Überschreitung des Grenzwertes für Arsen. Die Belastung durch Blei ist hingegen fast überall in Meiderich, Beeck und Laar zurückgegangen.

„Seit Jahren teilt man uns in diesem Gremium jetzt mit, wie weit die Grenzwerte überschritten werden. Aber es passiert nichts. Wofür gibt es denn dann Grenzwerte?“ fragte Dr. Feldmann in Richtung der Verwaltung. Außerdem stellte Feldmann die Frage in den Raum, ob die angestiegene Nickelbelastung – Nickel kann Allergien auslösen – eine Gefahr für Kinder sei.

Bezirksamtsleiter Ralph Cervik antwortete, dass in der Bezirksvertretung schon mehrfach Experten der Duisburger Umweltamtes und der zuständigen Landesbehörde betont hätten, dass von den Werten keine Gefahr für die Bürger ausgehe: „Was die potenziellen Verursacher angeht“, sagte Cervik, „kann ich nur sagen, dass alle Unternehmen, die in Frage kommen, sich unseres Wissens nach strikt an die gesetzlichen Vorschriften des Immissionsschutzes halten.“

Wie man künftig die Grenzwerte einhalten wolle, konnte Cervik auf Dr. Feldmanns Frage hin nicht sagen.

Einer der führenden deutschen Umweltmediziner sieht ebenfalls keine akute Gefährdung: „Ich gehe Anhand der geschilderten Werte davon aus“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Dott, Leiter des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der RWTH Aachen, „dass keine Gesundheitsgefährdung für die Bürger vorliegt.“ Dafür, sagte Prof. Dott weiter, seien die gemessenen Werte zu gering.

Gerade auch, wenn man die gemessenen Schwermetallwerte in Kombination betrachte: „Es bringt nicht viel, einen Wert, etwa den Nickelwert, isoliert zu betrachten. Die Mischung macht’s.“