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Erstes Treffen von Postlern nach 30 Jahren in Duisburg-Walsum

24.02.2013 | 13:40 Uhr
Erstes Treffen von Postlern nach 30 Jahren in Duisburg-Walsum
1000 Dienstjahre Walsumer Post:Foto: Lars Fröhlich

Walsum. Dönekes, Abenteuer und Liebesgeschichten. Bei dem Treffen von ehemaligen Post-Mitarbeitern im Brauhaus an der Römerstraße verbrachten die früheren Boten und Schalterarbeiter einen netten Abend zusammen und schwelgten in Erinnerungen.

Zusammengerechnet arbeiteten die rund 25 Menschen über 1000 Jahre bei der Post. Viele davon hatten sich fast 30 Jahre nicht mehr gesehen. Doch schon bei dem ersten Händeschütteln, der ersten Umarmung war es wie früher. Sie lachten und scherzten, plauderten über Vergangenes aber auch Aktuelles aus Politik und Sport.

Manfred Marciniak begann im April 1944 seinen Dienst bei der Post. Er erinnert sich: In den Kriegswirren war das Zustellen der Briefe ein echtes Abenteuer. „Wir konnten nur ausliefern, wenn gerade keine Bomben fielen“, sagt der heute 83-Jährige. Daher versteckte sich Marciniak mit seinen Kollegen oft lange Zeit im Keller. „Manchmal wackelte dann das ganze Haus.“ Doch trotzdem: Wenn die Angriffe nachließen, lieferten sie die Post aus. Machten sich auf und gingen durch verwüstete Straßen, vorbei an zertrümmerten Häusern. „Den Menschen Briefe zu bringen, war mir immer eine Ehre – besonders in dieser schweren Zeit.“

1946 fing Hermann Vowinkel bei der Walsumer Post an. Der 82-Jährige erinnert sich, dass die Arbeit anstrengend war. Riesige Pakete musste er transportieren. Pferdekutschen be- und entladen. „Das ging ordentlich in die Arme.“ Dennoch hatte er Spaß an der Arbeit. Erst recht, als er dort seine spätere Frau Doris kennenlernte. Das Arbeiten habe verliebt gleich doppelt Spaß gemacht. Die beiden waren damals das erste Post-Ehepaar in Walsum und sind noch heute zusammen.

Fritz Buttgereit, der auch bei der ehemaligen Poststation an der alten Rheinstraße in Walsum arbeitete, hatte den Abend organisiert. „Es wurde langsam mal Zeit“, sagt er. „Oft habe ich ehemalige Kollegen in den vergangenen Jahren zufällig auf der Straße getroffen, aber dann hat man meistens keine Zeit und daher musste ein echtes Treffen her.“

Von Dennis Bechtel



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