Endspurt im Brückenbau in Obermeiderich

Letzte Arbeiten an der neuen Brücke an der Gartroper Straße in Duisburg Meiderich . Foto: Kerstin Bögeholz /Funke Foto Services
Letzte Arbeiten an der neuen Brücke an der Gartroper Straße in Duisburg Meiderich . Foto: Kerstin Bögeholz /Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
  • Im Jahr 2007 wurde die Gartroper Straßenbrücke gesperrt
  • Für die Anwohner endet eine Zeit großer Entbehrungen
  • Politik will helfen, dass betroffene Stadtquartier wieder lebenswert zu machen

Obermeiderich.. Am Ufer des Rhein-Herne-Kanals, wird seit Monaten an ihr geschraubt und geschweißt (wir berichteten): Die neue Gartoper Straßenbrücke über den Rhein-Herne-Kanal soll noch vor Ende des Jahres eingehängt und wieder eröffnet werden.

Für die Anwohner am südlichen Ufer des Kanals, jene Menschen, die rund um die Koopmannstraße wohnen, endet dann eine Zeit großer Entbehrungen. Im Jahre 2007 wurde die Brücke gesperrt, 2010 wurde sie im Zuge der Verbreiterung des Rhein-Herne-Kanals abgerissen.

Verkettung unglücklicher Umstände

„Dass dann jahrelang keine neue Brücke kam“, sagt Bruno Sagurna, der Vorsitzende der Meidericher SPD, „lag – um es nett zu formulieren – an einer Verkettung unglücklicher Umstände.“

Der Bauingenieur des Wasser- und Schiffahrtsamtes, der mit der Brücke befasst gewesen sei, ging in Rente: „Dann dauerte es eine ganze Zeit, bis die Stelle nachbesetzt wurde.“ In der Zwischenzeit seien die Ordner und Akten zur Brücke im Keller gelandet. Dort hätten sie dann jahrelang gelegen: „Bis die Betroffenen öffentlich ihr Recht einforderten, 2013 war das, glaube ich.“

Im Sommer 2013 hatten die Anwohner am südlichen Kanalufer demonstriert. Die Artikel, die damals in dieser Zeitung erschienen, landeten auch beim Wasser- und Schiffahrtsamt: „Dann hat sich endlich etwas getan“, sagt Sagurna, der sich gar keine Illusionen darüber macht, was die betroffenen Bürger in der Zwischenzeit alles erleiden mussten: „Wenn man bedenkt, dass der nächstgelegene Nahversorger für die Menschen an Albrecht- und Koopmannstraße auf den anderen Kanalseite an der Varziner Straße liegt, dann kann man sich das ausmalen.“

Gerade alte Menschen oder auch Familien mit schulpflichtigen Kindern hätten unter der Lage enorm gelitten: „Auch der Durchgangsverkehr, der ja seit fast zehn Jahren umgeleitet wird2, sagt Sagurna, „die Straßen, auf die umgeleitet wurde, sind total kaputt.“

Im betroffenen Stadtgebiet wurden Geschäfte geschlossen, Mieter zogen weg, der einst beliebte Stadtteil begann in seiner Insellage zu verkümmern.

Diesen Trend, sagt Sagurna, gelte es umzukehren, sobald die Brücke fertig und freigegeben sei: „In der Brückenöffnung liegen jetzt auch Chancen für Obermeiderich“, sagt Sagurna.

Die Politik werde nach Kräften versuchen, den Stadtteil wieder nach vorn zu bringen. Er hoffe, dass es als ersten Schritt ein großes Bürgerfest zur Wiedereröffnung der Brücke geben werde: „Da werden wir Gespräche führen und sehen, was möglich ist.“

Dass es nach fast zehn Jahren überhaupt wieder eine Brücke geben wird, sagt Sagurna, „verdanken wir allein den engagierten Anwohnern.“