Einmalig in Europa
15.02.2008 | 18:10 Uhr 2008-02-15T18:10:56+0100Christine Kowallik von der Biologischen Station westliches Ruhrgebiet (BSWR) sowie Student und Vogelkenner Christian Eikmeier führen zu den Wildgänsen in den Rheinauen
So ist es ideal: Keine Wolke am Himmel, die Sonne strahlt und es scheint, dass Duisburg langsam aus dem Winterschlaf erwacht. Es ist einfach der richtige Tag, um Spazieren zu gehen. Und es ist ein guter Tag, um die Vögel am blauen Himmel zu bestaunen.
Rund 70 Vogelliebhaber haben sich zur Exkursion in den Rheinauen getroffen. Christine Kowallik von der Biologischen Station westliches Ruhrgebiet (BSWR) sowie Student und Vogelkenner Christian Eikmeier begleiten die Naturfreunde und zeigen ihnen, wenn auch meistens nur aus der Ferne, verschiedene Gänsearten, die in Walsum und Umgebung überwintern. Da ist so mancher froh, dass er sein Fernglas mitgebracht hat. Genauso geht's den Fotografen, besonders denen, die Teleobjektive angeschraubt haben. Auch sie kommen bei solchem Kaiserwetter auf ihre Kosten.
Unter anderem entdecken die Ausflügler Gänse aus aller Herren Länder. Kowallik und Eikmeier, die die verschiedenen Arten schon an Hand ihres Geschreis erkennen, nutzen insbesondere die Pausen, die die Fotografen zum Aufstellen der Stative brauchen, um die Vogelliebhaber mit vielen wichtigen Informationen über das Leben der Gänse zu informieren. Da geht es etwa um das ausgeprägte "Familienleben" der Tiere, die Betreuung des Nachwuchses, aber auch um die Flugrouten, die - wie Kritiker des nahen Kraftwerks sagen - durch die Rauchschwaden des neuen Blocks in Zukunft gestört werden sollen.
Die Exkursionsteilnehmer haben Glück: Dank des herrlichen Wetters müssen sie gar nicht lange warten, bis die ersten Gänse, Blässgänse, am Himmel auftauchen.
Für die wenigen Teilnehmer, die kein eigenes Fernglas mitgebracht haben, hat Kowallik drei große Fernrohre mitgebracht, damit auch sie in den Genuss kommen, sich die Schwärme auf den Wiesen und in der Luft einmal genauer ansehen zu können.
Die meisten sind jedoch gut ausgerüstet und wissen bereits beachtlich viel über die ästhetischen Vögel. Einer von diesen Vogelkennern ist Harald Wolter. "Dort drüben sind die Nilgänse", sagt der 59-Jährige begeistert und bringt sich sofort mit seiner Kamera in Position. "Schöne Tiere sind das. Man erkennt sie an dem braunen Ring um die Augen. Sie wurden früher vom Nil hierher geholt. Seitdem leben sie dauerhaft hier." Der ehemalige Thyssen-Arbeiter interessiert sich schon seit vielen, vielen Jahren für freilebende Tiere, doch Vögel haben es ihm besonders angetan. "So viele überwinternde Gänse auf einmal beobachten zu können, ist einmalig in Europa", freut er sich und greift - wie alle anderen auch - schnell erneut nach seiner Kamera, als ein Schwarm schwarz-weißer Kanada-Gänse von einer Wiese startet und mit lautem Geschrei über die Besucher fliegt.
Übrigens: Auch eine Tour auf eigene Faust, nur mit einem Vogelkundebuch unterm Arm, lohnt sich in den Rheinauen. Und: Fotomotive fliegen einem sprichwörtlich zu.
Sehen Sie dazu eine Fotostrecke unter derwesten.de/dunord
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