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OB Sören Link

„Einer von uns“ weckt viele Erwartungen

04.07.2012 | 17:30 Uhr
Sören Link (SPD) auf Wahlkampftour zu Gast bei einem Bingo-Spiel in einem Seniorentreff in Marxloh.Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Duisburg-Nord.   Vereine und Verbände erhoffen sich viel vom neuen OB Sören Link, der wie sein Vorgänger Adolf Sauerland aus Walsum kommt.

Die größte deutsche Moschee und der dazugehörige Moscheeverein in Hamborn lagen dem ehemaligen Oberbürgermeister Adolf Sauerland besonders am Herzen. Für die Verantwortlichen in der Ditib-Moschee ist dies für die Zukunft aber kein Handicap: „Ich erwarte mit Sören Link eine gute, enge Zusammenarbeit“, sagt Muhammed Al, Vorsitzender des Ditib-Moscheevereins, „aber die würde ich von jedem Bürgermeister und den Verwaltungsbehörden erwarten.“

Al hofft außerdem, dass der neue Oberbürgermeister die Arbeitslosigkeit, speziell bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bekämpft. Und das Zusammenleben der Menschen im Norden fördert. „Dafür wollen wir Schulter an Schulter mit Herrn Link arbeiten“, sagt Al. Und: „Wir hoffen, dass die Probleme der Migranten Chefsache bleiben.“

Mehr Ordnungsamt-Mitarbeiter gefordert

„Wir wollen natürlich Unterstützung von ihm. Und, dass er, wie sein Vorgänger, unser Schirmherr wird“, sagt Ingrid Baer aus Meiderich. Die Geschäftsführerin des Vereins „Initiative für ein sauberes Duisburg“ hofft aber auch, dass der neue OB ordnungspolitisch etwas bewegt: „Ich hoffe, dass der ordnungsrechtliche Teil, der mit der Stadtverschmutzungsproblematik zusammenhängt, deutlich verschärft wird“, sagt die engagierte Meidericherin: „Eine Verstärkung der Ordnungsamts-Mitarbeiter, die die Verursacher von Hundekot zur Verantwortung ziehen, wäre mir persönlich sehr wichtig.“

„Ich hoffe, dass jetzt im Norden und im Rest der Stadt endlich Schluss ist mit diesen Leuchtturm-Projekten“, sagt Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer der Awo-Integrationssparte, die in Marxloh beheimatet ist. Zu lange habe man in Duisburg auf die Strahlkraft einiger Vorzeige-Projekte gesetzt, in deren Schatten die eigentlichen Probleme in den Hintergrund getreten seien: „Es ist Zeit für eine Trendwende und ich bin sehr zuversichtlich, dass Sören Link der Mann ist, der sie einleiten kann.“ Link täte gut daran, sagt Schwarthans, wenn er versuchte, die Nicht-Wähler im Norden zu erreichen, mit den enttäuschten Bürgern ins Gespräch zu kommen: „Er hat da eine große Chance, die auch zeitlich nicht eng begrenzt ist.“

Link pro Outlet-Center in Hamborn

„Nichts, gar nichts“, sagt Helmut Mattern, Sprecher der Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz, „erwarte ich vom Herrn Link. Er hat schon im Vorfeld seiner Wahl klar gemacht, dass er in jedem Fall für den Bau des Outlet-Centers in Hamborn ist.“

Im Gegensatz zu Karl-August Schwarthans erwartet Hamborns oberster Einzelhändler Thomas Hellbach keine großen Sprünge vom neuen OB. Aus ganz praktischen Gründen: „Er ist durch die prekäre Haushaltslage der Stadt doch sehr eingeschränkt in Allem, was er da tun und planen kann“, sagt Hellbach, „er soll hartnäckig bei der Bezirksregierung für Duisburgs Interessen lobbyieren.“.Er wünsche Sören Link aber auf jeden Fall eine allzeit glückliche Hand: „Und er soll nie vergessen, dass er aus dem Duisburger Norden kommt“, wünscht sich der Vorsitzende des Werberings Hamborn.

Versprechen erfüllen

In der Bringschuld sieht Frank Jakobs, der Vorsitzende der Duisburger Schulpflegschaften, den neuen Oberbürgermeister: „Gerade im Duisburger Norden setzen die Eltern darauf, dass Sören Link sein Versprechen wahr macht, und jede Schule im Norden bald wieder einen eigenen Schulhausmeister bekommt.“

Ansonsten, sagt Jakobs, erwarte er von Sören Link gerade im Norden viel Integrations- und Inklusions-Geschick: „Dazu gehört, dass er energisch die Fortbildung der Lehrer im Norden in diesem Bereich fördert.“

Dialog auf Augenhöhe gewünscht

„Einen OB, der mit Stolz die Weseler Straße hinunter geht“, wünscht sich Rechtsanwalt Ali Aydin, Vorsitzender des Vereins Türkischer Geschäftsleute (Tiad) mit Sitz in Marxloh, „denn es darf nie wieder so werden, wie es früher einmal war: Dass in Duisburg Unternehmer mit Migrationshintergrund von der Politik ignoriert werden.“ Der ehemalige OB Sauerland habe hier vorbildlich gehandelt: „Es ist bekannt, dass er ein sehr enges Verhältnis zur türkischen Gemeinde hatte“, sagt Ali Aydin. Link sei eingeladen, dort anzuknüpfen: „Wir wünschen weiter einen Dialog auf Augenhöhe.“

Sören Link (SPD) gewinnt Stichwahl

 

Von Christian Balke

Kommentare
05.07.2012
23:42
„Einer von uns“ weckt viele Erwartungen
von Werthauser111 | #6

Jeden Morgen vor dem Badezimmerspiegel: Hurra, wie bin ich nur an dieses Poestchen gekommen. Ganz Duisburg weiss es.

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„Einer von uns“ weckt viele Erwartungen
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2012-07-04 17:30
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