Ein großes Hamborner Herz schlägt schon 100 Jahre lang

Irena Scheja und Melanie Karras nehmen im Morian-Stift die Jubilarin Elfriede Schädlich in ihre Mitte. Heute feiert die Hambornerin 100. Geburtstag. Foto: Jörg Schimmel / Funke Foto Services
Irena Scheja und Melanie Karras nehmen im Morian-Stift die Jubilarin Elfriede Schädlich in ihre Mitte. Heute feiert die Hambornerin 100. Geburtstag. Foto: Jörg Schimmel / Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Elfriede Schädlich feiert heute ihren 100. Geburtstag. Viele Hamborner kennen und schätzen die ehemalige Einzelhändlerin.

Hamborn..  Menschen, die sie kennen und schätzen – davon gibt es in Elfriede Schädlichs Fall besonders viele. Freunde beschreiben die Frau, die heute ihren 100. Geburtstag feiert, als humorvoll, hilfsbereit, fleißig, zupackend und optimistisch.

Geboren wurde sie am 11. Mai 1915 in der Stadt Hamborn am Rhein, im Stadtteil Neumühl. Dort wuchs sie mit ihren Eltern und vier Geschwistern auf. Nach dem Besuch der Volksschule folgte die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Für die Hamborner Brotfabrik ImBrahm lieferte sie mit Pferd und Kutsche das Brot aus.

Nach Kriegsende machte Elfriede Schädlich im März 1947 den Führerschein und stieg um auf einen motorisierten Lieferwagen. Ihr Wunsch war immer gewesen, sich selbstständig zu machen und ein eigenes Lebensmittelgeschäft zu gründen. In Hamborn, am Schwelgern-Stadion, fand sie die geeigneten Räumlichkeiten.

Für die Kunden und das Geschäft gab sie viel: Um 5 Uhr waren die Nächte für Elfriede Schädlich vorbei, frische Milch musste aus der Molkerei geholt, frisches Gemüse am Großmarkt erworben werden. „Das war ihre Welt“, schreibt ihr Neffe bewundernd, „da konnte sie Kontakte schaffen, Neuigkeiten erfahren.“

Es dauerte nicht lange, da hatte Elfriede Schädlich eine Marktlücke entdeckt, die sie nutzen musste. Die Belieferung von Getränken und Esswaren an Mini-Kantinen auf dem August-Thyssen Gelände in Bruckhausen und Alsum. Vertrag kurzfristig erhalten. Später erfolgte dann zusätzlich noch eigene Belieferung an die Arbeiter an bestimmten Punkten im Werksgelände.

Als sie in den 1970’er Jahren die Räumlichkeiten am Schwelgernstadion aufgeben musste, packte die Jubilarin ihren VW-Bus mit Waren voll, und lieferte für ihre Kunden frei Haus. Erst mit 92 Jahren gab sie das Fahren auf und ließ sich fortan fahren. Seit dem Sommer 2010 lebt Elfriede Schädlich im Morian-Stift. Sie ist nach wie vor mobil und singt für ihr Leben gern alte Lieder.

Die Redaktion verneigt sich vor ihrem Lebenswerk und wünscht von Herzen: Alles Gute!