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Ein Fest für die Kettensäge

20.06.2007 | 09:11 Uhr

In Bruckhausen soll ohne Not ein kleiner Wald geopfert werden, weil gerade noch Geld übrig ist.Unbebaute Fläche in unmittelbarer Nähe bleibt hingegen unangetastet

Dass Kinder Platz zum Spielen und Toben brauchen, ist auch Rainer Gänzler von Bündnis 90/Die Grünen klar. Doch was jetzt in Bruckhausen geschehen soll, treibt dem Meidericher Politiker die Zornesröte ins Gesicht: Ein etwa 4000 Qudratmeter großer Wald soll für einen Kinderspielplatz weichen, obwohl es viele Fragezeichen dazu gibt. Voraussichtlich heute wird die Bezirksvertretung Meiderich dem Kahlschlag zustimmen.

Rechts neben den beiden Kindereinrichtungen an der Dieselstraße in Bruckhausen gibt es ein Wäldchen, das von der Straße bis an die Autobahn reicht. Lediglich zwei kleine Wege durchbrechen das dichte Grün. Für die Kinder ein Paradies. Noch. Denn wenn es nach der Stadt und der Entwicklungsgesellschaft Duisburg geht, wird hier demnächst die Kreissäge jubilieren: Hier soll ein Kinderspielplatz entstehen. Problematisch ist der Standort auch wegen der Bodenbelastung.

Das Geld muss in diesem Jahr ausgegeben werden, sonst verfällt es, das ist der Grund für die Eile. Allerdings ist kein Geld da, Ersatzpflanzungen zu finanzieren. Die würden allerdings auch nicht hier geschehen, denn ein Argument für den Kahlschlag ist "die soziale Kontrolle" die nicht gegeben ist, wenn Bäume dicht an dicht stehen. Aber das Wort Wald benutzen die Befürworter ohnehin nicht. So werden im Amtsdeutsch aus dem Wald "23 Bestandsbäume aus wildem Aufwuchs" (Robinie, Vogelkirschen, Bergahorn und Birken). Rainer Gänzler hat eine andere Meinung: "Alles über 300 qm" ist ein Wald und das muss die Untere Landschaftsbehörde entscheiden.

Prickelnd ist, dass es in der Umgebung ohnehin drei Spielplätze gibt und auf der anderen Seite der Kindertagesstätte ein riesiger Platz liegt, wo kein Baum gefällt werden müsste. Der allerdings gehört Thyssen Krupp und die Firma will keinen langfristigen Mietvertrag.

Von Gerhard Klinkhardt

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