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Stadtgeschichte

Ein Denkmal in Duisburg-Hamborn verkommt

27.02.2013 | 18:05 Uhr
Ein Denkmal in Duisburg-Hamborn verkommt
Das Stadtbad in demn 1980er Jahren.Foto: Stadt Duisburg

Hamborn. Das denkmalgeschützte, seit 1998 ungenutzte Stadtbad an der Kreuzung Duisburger Straße/Walther-Rathenau-Straße vergammelt immer mehr. Der Zahn der Zeit nagt an der vor exakt 100 Jahren geplanten, aber erst 1938 eröffneten „städtischen Badeanstalt“. Aber es sind auch Randalierer und Einbrecher, die dazu beitragen, dass der Bau immer unattraktiver wird.

Die Türen und Fenster sind seit Jahren vernagelt, um ungebetene Gäste aus dem Gebäude heraus zu halten. Was nicht immer gelingt. Deshalb ist täglich ein Wachdienst vor Ort, der einen Gang rund ums Gebäude macht und nachschaut, ob alles in Ordnung ist, berichtet ein Stadtsprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Das Gebäude gehört der Stadt, wird aber vom Immobilien-Management Duisburg betreut. Das Unternehmen ist zum Beispiel dafür zuständig, die Verbretterung zu kontrollieren und in Ordnung zu halten. Aber auch, um akute Vandalismusschäden zu beseitigen.

Die Stadt indes investiert keinen Cent mehr als nötig, wartet darauf, dass eine Entscheidung in Sachen Factory-Outlet-Center (FOC) fällt. Bekanntlich soll das alte Schwimmbad Bestandteil des neuen „Einkaufsparadieses“ werden. Ursprünglich war geplant, ein Parkhaus hinter die Backsteinfassade zu bauen, später war von Gastronomie und Kinder-Erlebnis-Welt die Rede.

Die ersten Planungen für das Gebäude entstanden 1913. Die junge Großstadt Hamborn wollte eine Badeanstalt errichten, „die unter sozialen und hygienischen Aspekten den zeitgenössischen Vorstellungen einer modernen kommunalen Daseinsvorsorge entsprechen sollte“. Der erste Weltkrieg und andere städtische Planungen waren der Grund, weshalb die Pläne nicht umgesetzt wurden, heißt es in einer Notiz der Stadt. Erst im Jahr 1928 war die Finanzierung des „Großbaus des Backsteinexpressionismus der 1920er Jahre“ gesichert. 2,5 Mio Reichsmark standen zur Verfügung, um auf dem „prominenten Grundstück“ zwischen Rathaus (1904) und Bahnhof (1912), das die Stadt von der „Aktiengesellschaft für Zinkindustrie“ erworben hatte, zu bauen. Diese Stelle war gewählt worden, um den Übergang von Hamborn nach Marxloh schließen. Erst 1938 wurde ein Becken eröffnet. Das andere ging nie in Betrieb: Dort entstand stattdessen eine Turnhalle mit Zuschauerempore.

Geschlossen wurde das Bad vor 15 Jahren, weil die Decke durchs Chlor stark geschädigt ist und teilweise herabzustürzen drohte.

Gregor Herberhold


Kommentare
01.03.2013
21:57
Ein Denkmal in Duisburg-Hamborn verkommt
von hercules150 | #3

Diese Stadtspitze und KO ist ein reines Narrenhaus, das haben wir Bürger/innen einfach nicht verdient, die verkaufen und verladen uns ohne Rot zu werden.

28.02.2013
17:21
Ein Denkmal in Duisburg-Hamborn verkommt
von Mattern1964 | #2

Dieser Artikel ist auf Anregung der BI Zinkhüttenplatz entstanden, nur haben wir der WAZ ( Herrn Balke ) mitgeteilt ,dass sich die Verbretterung auf der Duisburger - Straße löst und damit eine große Unfallgefahr darstellt. Für die darunter laufenden Mitbürger besteht, wenn die Spannplatten hinunter fallen Lebensgefahr.
Lt. Dem Artikel gehört jetzt das Gebäude wieder der Stadt, soll doch der Entwickler Roger Sevenheck nicht schon das Gebäude und die Grunderwerbssteuer bereits bezahlt haben oder wurden die Bürger wiedermal hinters Licht geführt.
Auch spricht man hier davon : „ Die Stadt investiert indes keinen Cent mehr als nötig, aber ein Wachdienst wäre Täglich vor Ort der einen Gang ums Gebäude macht…….wann denn ? Selbst wir haben vor geraumer Zeit zwei Metalldiebe auf frischer Tat erwischt und die Polizei informiert, die diese noch vor Ort festnehmen konnten. Schon sehr merkwürdig was aus unserem Begehren für ein Artikel entstanden ist.

28.02.2013
11:53
Ein Denkmal in Duisburg-Hamborn verkommt
von hercules150 | #1

Eine Frage:" Wieso muss das IMD für den Wachschutz sorgen wenn doch der Investor bereits gekauft hat? Wieso müssen wir Duisburger die Kosten tragen für ein Gebäude das uns schon gar nicht mehr gehört? Werden wir die Bürger/innen wieder belogen wie immer?

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