Duisburger Kirche soll Stadtteilhalle werden
21.02.2012 | 17:19 Uhr 2012-02-21T17:19:00+0100
Duisburg-Marxloh.Beim Runden Tisch Marxloh (RTM) macht sich vorsichtiger Optimismus breit. Wenn alle Akteure mitspielen und an einem Strang ziehen, kann der Umbau der katholischen Paulskirche zur einer Stadtteilhalle realisiert werden, genau wie die Neugestaltung der benachbarten Pfarrhäuser, des Gemeindesaals „Arche“ sowie der Kindertagesstätte.
Der Knackpunkt: Wie immer hängt alles am Geld. Rund 4,7 Millionen Euro soll das ehrgeizigste Projekt in der elfjährigen Geschichte des Runden Tisches kosten. Aber Brita Krönke, Vorsitzende der Ideenwerkstatt Marxloh, und Dieter Stradmann, Sprecher des RTM, sind sich sicher, dass das Vorhaben auch finanziell gestemmt werden kann: „Es sieht ganz gut aus.“
Paulskirche wird ab 2015 Veranstaltungshalle
Wie berichtet, soll die Paulskirche, in der 2008 zum letzten Mal eine Messe gefeiert wurde, ab 2015 zu einer Veranstaltungshalle für alle Marxloher Bürger, Vereine und Verbände umgebaut werden, die 500 bis 700 Personen Platz bietet. Nach Vorstellungen des RTM wäre die Stadtteilhalle der ideale Ort für Konzerte, Theateraufführungen oder große Feiern wie (türkische) Hochzeiten. Auch die benachbarte Herbert-Grillo-Gesamtschule könnte den Saal als Aula nutzen. In dem angrenzenden Paulushaus sollen die Büros von sechs bis acht Vereinen und Verbänden aus Marxloh eingerichtet werden.
Auch der Gemeindesaal „Arche“ mit Platz für rund 150 Personen könnte Raum für kulturelle Events, Diskussionen und Bürgerversammlungen bieten. Im früheren katholischen Kindergarten will der Marxloher Verein „Im Nimmerland e.V.“ Kinder unter drei Jahren betreuen und auch Eltern ein breites Programm bieten.
Für die Versorgung mit Strom und Wärme denkt das Team schon über den Bau von förderungsfähiger Solartechnik auf den Dächern aller Gebäude nach. Und auch der brach liegende Kirchplatz soll neu, grüner und attraktiver gestaltet werden. Hier könnten sich ein Café und/oder ein Restaurant ansiedeln. Mehrere Interessenten dafür gibt es schon, berichtet Brita Krönke.
Teilnahme am Wettbewerb der Entwicklungsgesellschaft
Wie sieht die Finanzierung aus? Der RTM-Vorstand, der seit November 2011 an dem Plan bastelt, hat im Januar sein Nutzungskonzept bei der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) eingereicht. Damit nimmt das Projekt Stadtteilhalle am laufenden EG-DU-Wettbewerb im Rahmen des Plans „Grüngürtel Duisburg-Nord “ teil. Wenn das Projekt Stadtteilhalle unter den Gewinnern ist, wäre das für den Runden Tisch eine Grundsatzentscheidung. Dann könnten auch erste Fördergelder fließen, so Brita Krönke. In jedem Fall setze man aber auf die Beratungsleistung der EG-DU.
In einem zweiten Schritt würde der RTM dann weitere Financiers ansprechen, Vertreter der Stadt Duisburg und des Landes NRW, zu einem runden Tisch nach Marxloh einladen. „Es hat keinen Zweck, Luftschlösser zu bauen“, sagt Brita Krönke. „Wenn die EG DU sagt, das ist ein finanzierbares, ein machbares Projekt, holen wir alle Entscheidungsträger mit ins Boot“, sagt Brita Krönke. „Das Projekt haben wir den Parteien im Duisburger Norden und dem neuen Duisburger Baudezernenten Carsten Tum vorgestellt. Die ersten Reaktionen waren sehr positiv.“
Hoffnung auf Zuschuss vom Land
Konkret geht es Brita und Claus Krönke sowie Dieter Stradmann um Folgendes: Sie hoffen auf einen Zuschuss aus dem Fördertopf des Landes „Initiative ergreifen – Bürger machen Stadt“, in Höhe von etwa 70 Prozent der Gesamtkosten. „Voraussetzung dafür ist aber ein zehnprozentiger Eigenanteil der Stadt Duisburg“, erläutert Brita Krönke. „Nur in diesem Fall bewilligt das Land seine Fördergelder. Auf jeden Fall passt unser Konzept genau zu den Förderrichtlinien.“
Alternativ könnte das Projekt Paulusviertel auch aus dem EU-Fördertopf des europäischen Ziel-2-Programms kommen. Daher will der Runde Tisch Marxloh Kontakt zu dem Essener Europa-Abgeordneten Jens Geier, zuständig u.a. für Duisburg, aufnehmen. Geier soll ebenfalls zu dem Fördermittel-Workshop eingeladen werden. Auch mit Roger Sevenheck, Geschäftsführer des Düsseldorfer Unternehmens German Development Group, dem Investor für das Factory Outlet Center „Douvil“ in Hamborn , soll es in Kürze Gespräche über eine Kooperation, über „Synergien zwischen den beiden Bauprojekten“ geben.
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