Drei-Künstler-Schau in Meiderich

Elke Rettberg stellt in Meiderich im Rahmen der Ausstellung „Betrifft: Kunst“ aus. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Elke Rettberg stellt in Meiderich im Rahmen der Ausstellung „Betrifft: Kunst“ aus. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kunsträume sind Thema von „Betrifft: Kunst“. Es ist die letzte Ausstellung, die in der „Galerie ART 47 – Flechtwerk“ gezeigt wird. Sponsor abgesprungen.

Meiderich..  Um Kunsträume im weitesten Sinne geht es in „Betrifft: Kunst“, der letzten Ausstellung, die in der „Galerie ART 47 – Flechtwerk“ der Kulturwerkstatt Meiderich gezeigt wird.

Zwei lebende und ein toter Künstler sind beteiligt. An den Wänden des Schauraums hängen Fotografien aus dem Haus des Meidericher Künstlers Chinmayo.

Die Fotografin Elke Rettberg hat in einem Lichtbildbummel durch seine Wohn-und Wirkungsstätte, die er „Casa Asanga – Labor zur Erforschung kreativer Energien“ nennt, kleinteilig seine Werke dokumentiert.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten von Chinmayo selbst und durch Zeichnungen und Collagen von Rettbergs verstorbenem Lebensgefährten Kurt Budewell, der Mitbegründer der Interessengemeinschaft Duisburger Künstler war.

„Wir haben uns Chinmayo für die letzte Ausstellung gewünscht, weil er 1977 auch der erste war, der in diesen Räumen ausgestellt hat“, sagt Peter Weber, der Vorsitzende der Kulturwerkstatt.

Die Galerie vor einem Jahr wiederzubeleben, war ein Versuch, der nun beendet wird. „Uns ist ein Sponsor abgesprungen und wir wollen uns hier nicht um Mieten kümmern, sondern um die Kunst“, begründet Weber die Entscheidung.

Mit der alten Schmiede, deren Hof noch für Freiluftausstellungen saniert werden soll, steht der umtriebigen Meidericher Kunstvereinigung nach wie vor ein sehr attraktiver Ausstellungsort zur Verfügung.

Der Weg zur aktuellen Zusammenschau der drei Künstler begann mit einem Blatt, das Budewell vor Jahren Chinmayo schenkte. Als die zarte Zeichnung von Knochen und Metall in der Casa Asanga auftauchte, nahm der glückliche Wiederfinder Kontakt mit Rettberg auf.

Sie kam, sah und lichtete in seinem Haus am Stadtpark Baumskulpturen, Masken, Schädel und verschlungene, rote Hände ab. In der Schau hängt auch ein Foto, auf dem Chinmayo mit charakteristisch, blaugefärbtem Daumennagel zu sehen ist.

Baumorakel in Blau

Er deutet auf die Budewell-Zeichnung, die mit einer Abbildung der Totenmaske des Komponisten Frederic Chopin kombiniert ist. Von Erklärungen hält der Künstler mit dem exzentrischen Profil wenig bis gar nichts.

Ihm geht es um die Weitergabe kreativer Energien. Der Besucher soll nicht nur Betrachter: . „Ich habe etwas in die Welt gesetzt“, appelliert er an die Besucher der Ausstellungseröffnung, „Und ihr sollt euch jetzt damit auseinandersetzten. Gebt doch etwas von euren Gefühlen und Gedanken preis!“

Im Schaufenster der Galerie liegen zwölf blaue Aststücke. „Das ist ein Baumorakel, suchen sie sich einen aus“, lockt der Künstler. Sie wählt ein gebogenes Holz. Er schaut darunter und schreibt ihr die Botschaft auf einen Zettel: „Das Alte muss sterben um dem Neuen das Leben zu schenken.“