Diskussion ums Outlet-Center in Duisburg-Hamborn
21.02.2012 | 16:53 Uhr 2012-02-21T16:53:00+0100
Duisburg-Hamborn. Zu einem Informationsabend mit anschließender Diskussion lädt Bezirksbürgermeister Uwe Heider am Dienstag, 28. Februar, ein.
Den mitunter „aggressiven Ton“, der sich in die Diskussion um das geplante Factory-Outlet-Center gemischt hat, mag Bezirksbürgermeister Uwe Heider gar nicht. Er hat Verständnis für die Sorgen und Nöte der Mieter in der Siedlung Zinkhüttenplatz , möchte aber durch eine Versammlung am kommenden Dienstag, 28. Februar, 19 Uhr, erreichen, dass die unterschiedlichen Argumente einmal in entspannter Atmosphäre ausgetauscht werden. Die Moderation übernimmt an dem Abend in der Clauberg-Halle unsere Redaktion.
Eingeladen hat Uwe Heider neben dem Investor Roger Sevenheck (German Development Group) auch Walter Ziegler (Geschäftsführer Immeo Wohnen) und den amtierenden Chef der Stadt Duisburg, Peter Greulich. Zudem werden Mitglieder der in der Bezirksvertretung Hamborn vertretenen Parteien anwesend sein.
Alle Bürger eingeladen zur Diskussion
„Die Veranstaltung wendet sich an alle Bürger, nicht nur die Mieter der Zinkhüttensiedlung“, sagt Heider. So geht er davon aus, dass auch Mitglieder der Werbegemeinschaften kommen werden. Sie alle haben die Möglichkeit, sich in die Diskussion einzubringen.
Seit rund viereinhalb Jahren wird nun schon öffentlich über das geplante Outlet-Center in Duisburg diskutiert. Es hat mehrfach Diskussionsrunden mit Geschäftsleuten, Bürgern und Politikern gegeben.
Immer wieder wurden Bedenken geäußert, doch Roger Sevenheck, Geschäftsführer der German Development Group, blieb optimistisch. „Wir sind seit fast fünf Jahren dran, für sowas braucht man einen langen Atem“, sagte er einmal im Gespräch mit der Redaktion. Sein Unternehmen sei nur der Projektentwickler, betrieben werde das Outlet-Center aber von einem Partnerunternehmen. Auf alle Zeiten behalten will die German Development Group die Immobilie nicht: Irgendwann einmal werde sie weiterverkauft, sagt Sevenheck. 2017 will der Niederländer die Baumaßnahme abschließen.
Für gut 300 Menschen wird es Sitzgelegenheiten in der Halle geben. Die Veranstaltung soll etwa zwei Stunden dauern. Uwe Heider macht im Vorfeld der Diskussionsrunde keinen Hehl daraus, dass er in der Sache noch hin und hergerissen ist: „Ich habe immer noch Bedenken, dass das Projekt nicht klappen könnte“, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion. Er hat Sorge, dass in einem so großen Einkaufscenter nicht alle Läden vermietet werden könnten und dass sich die Geschäfte nicht lohnen. Auf der anderen Seite akzeptiert er den breiten politischen Beschluss, wonach ein solches Outlet-Center mit Designerware gewünscht ist. „Mir ist wichtig, dass am Ende das Beste für Hamborn dabei herauskommt. Und wenn das Center nach einigen Jahren läuft, habe ich keine Probleme damit zu sagen, dass meine heutigen Bedenken falsch waren“, so der Bezirksbürgermeister.
Zinkhüttenplatz-Siedlung soll abgerissen werden
Rund 120 Millionen Euro will die German Development Group in Hamborn investieren. In der ersten Bauphase sollen 95 Geschäfte entstehen, in der zweiten weitere 45. Die Fläche der Rhein-Ruhr-Halle samt Parkplätzen reicht dafür nicht aus. Deshalb will Sevenheck auch die in die Jahre gekommene Zinkhüttenplatz-Siedlung erwerben und abreißen. Einige der Bewohner protestieren aufs Schärfste, wollen die Wohnungen nicht räumen.
Deshalb hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die alles daransetzt, die Pläne zu vereiteln. Sie trifft sich am morgigen Mittwoch, 23. Februar, um 17 Uhr in der Marxloher Kreuzeskirche zu einer Informationsveranstaltung. Neben Alt-Oberbürgermeister Josef Krings konnten auch Prof. Roland Günter, Vorsitzender des gesamten Deutschen Werkbundes, und der alte Chef der Rhein-Ruhr-Halle, Karl-Heinz Hasenbrink, als Teilnehmer gewonnen werden.
08:11
Die BI hat das Recht, ihre Meinung darzustellen und dafür zu kämpfen. Was ich nicht verstehe, ist die Aggressivität mit denen Menschen begegnet wird, die eine andere Meinung haben. Ganz groß geschrieben wird ja angeblich die Bürgerbeteiligung. Man hat aber den Eindruck, die BI akzeptiert nur Bürgerbeteiligung, wenn diese ihrer Meinung ist. Andere Meinungsäußerer werden beschimpft, beleidigt und diskreditiert. Es gibt hier mindestens 3 Interessen, die berücksichtigt werden müssen: Die Mieter, Arbeitssuchende,Gewerbetreibende.Dann muss aufgewogen werden. Bei über 1000 leer stehenden Wohnungen im direkten Umfeld der Siedlung bleibt für die Mieter das Argument:Ich bleibe hier, weil ich schon immer hier wohne. Dieses sollte aber einmal mit weiteren Argumenten unterlegt werden.Ein Mieter ist kein Eigentümer.Er mietet eine Sache auf Zeit und hat den Vorteil, dass ein anderer, der Eigentümer das Risiko der Gebäude trägt.Insofern hat auch der Eigentümer Rechte zu handeln, wenn sich die Vermietu
zu 6Im direkten Umfeld sind keine 1000 Wohnungen frei. Ferner leben manche Mieter schon 50 Jahre dort, die kann man nicht so einfach Kündigen und das aus gutem Grund.
Es hat schon einen Sinn das Mieter nicht rechtlos sind.
Zu 5
Eine angeblich marode Rhein-Ruhr-Halle konnte nur enstehen weil Verwaltung und Politik diese und das gleiche gilt für das alte Stadtbad nicht gepflegt haben.
Von hohem Leerstand in dieser Siedlung kann gar nicht die Rede sein. Und wer sich die Siedlung anschaut sieht sehr wohl das sie kein Schandfleck ist,da gibt es ganz andere Ecken in ganz Duisburg. Im DU-Süden ist sicherlich sehr viel Platz für ein FOC, oder in Stadtmitte, wo keiner Bürger/innen vertrieben werden müssen.
07:42
Man liest immer alle Mieter der Zinkhüttenplatzsiedlung sind gegen das FOC? Nicht ganz nachvollziehbar bei 400 Wohnungen und ca. 800 Mietern, wenn man maximal 200 Mieter demonstrieren sieht, wovon die Hälfte dort vermutlich noch nicht einmal wohnt. Was ist mit den vielen anderen Mietern? Sind die etwa sogar froh, aus dieser wenig ansprechenden Siedlung endlich ausziehen zu dürfen und alles noch bezahlt zu bekommen?
Man überlege sich einmal, was passiert, wenn das FOC nicht gebaut wird? Die Rhein-Ruhr-Halle und das Hallenbad verfallen völlig, da die Stadt weder Geld zum Investieren noch Abreißen hat. In einigen Jahren werden viele der Mieter dort nicht mehr wohnen oder wohnen können. Da schon jetzt ein gehöriger Leerstand herrscht, werden sich die Wohnungen kaum vermieten lassen . Das Ganze wird ein Schandfleck und ein sozialer Brennpunkt, genau das, was Hamborn noch zusätzlich braucht. Viele Duisburger sind für das FOC, weil es eine wirkliche Chance für Duisburg ist.
Viele Duisburger sind für das FOC, weil es eine wirkliche Chance für Duisburg ist.
Das ist im Grundsatz nicht zu bestreiten. Vielleicht hat der Kommentator "Nichtzuglauben" heute auch die WAZ gelesen, wo in einem sog. Duisburger Manifest eine stärkere Bürgerbeteiligung bei kommunnalen Projekten gefordert und konkret auf das FOC, "ob es nicht auch etwas kleiner geht".
Die jetzigen Pläne sind erst seit Oktober 2011 auf dem Tisch. Bis dahin ging es nur
darum, die Rhein-Ruhr-Halle und das Hallenbad neu zu nutzen. Und das ist auch gut so für Duisburg. Nun greift die städtische Planung in gewachsene Sozialstrukturen
ein. Und dafür sollte sie unverzichtbare Gesichtspunkte haben.
17:36
Auch die Aussage: " Sein Unternehmen sei nur der Projektentwickler, betrieben werde das Outlet-Center aber von einem Partnerunternehmen. Auf alle Zeiten behalten will die German Development Group die Immobilie nicht: Irgendwann einmal werde sie weiterverkauft, sagt Sevenheck", läßt tief Blicken.
In zwanzig Jahren haben wir dann wieder ein paar leerstehende Flachbautengeschäftslokale dort stehen, oder was?
Man bedenke mal die Bevölkerung schrumpft und immer mehr Verkaufsflächen und Konsumtempel entstehen, wie paßt das zusammen?
Es wird wahrlich höchste Zeit das unseren Politikern, Stadtverwaltung und Imobilienmufftis, ein wenig mehr auf die Finger gesehen wird und Notfalls geklopft.
Das ganze Gerede von Sozialverträglichkeit, sprich bezahlten Umzug ist pure Augenwischerei für die Öffentlichkeit, doch sozial gewachsene Struckturen einer
Siedlung kann man nicht mitnehmen und nicht bezahlen oder gar entschädigen.
Und in weniger als zwanzig Jahren haben wir eine vergammelte Flachdachsiedlung, weil sich das jetzt schon andeutet, denn mit neuen Mietern ist die Siedlung nicht zu belegen. Bei einer schrumpfenden Stadt muß weder Politik noch Stadtverwaltung sondern diejenigen, die investieren entscheiden, was sinn macht - und bei bereits jetzt üppig lehr stehendem Wohnraum in Hamborn escheint der Abriss sinnvoll und genau richtig. Denn die Häuser stören ja nicht an anderer Stelle sondern genau dort. Es wird höchste Zeit, dass Bürgerinitiativen mal an die Bürger denken - AN ALLE BÜRGER.
17:03
der Mensch ist Mittel. Punkt.
15:25
"Es ist das Verhalten von Politik, Verwaltung, IMMEO und Investor,die über die Köpfe der Menschen hinweg so einschneidene Veränderungen beschließen ohne die Menschen mit zu nehmen oder gar vorher mal zu informieren. Ich kann da nur lydiawindrich | #1 ohne Wenn und Aber zustimmen.
Was mich ertstaunt, ist die Berichterstattung in der Presse. Früher haben beide Hamborner Redaktionen von WAZ und NRZ für ihre Leser und deren Interessen geschrieben. Im konketen Fall gibt es keine Spur davon. Die Berichterstattung vermittelt
den Eindruck, dass die örtlichen Journalisten eher auf Seiten der Politik und der sonstigen "Großen" stehen, als auf Seite der BI und der Mieter am Zinkhüttenplatz.
Was mich erstaunt, ist die Berichterstattung in der Presse. Früher haben beide Hamborner Redaktionen von WAZ und NRZ für ihre Leser und deren Interessen geschrieben. Im konketen Fall gibt es keine Spur davon. Die Berichterstattung vermittelt
den Eindruck, dass die örtlichen Journalisten eher auf Seiten der Politik und der sonstigen "Großen" stehen, als auf Seite der BI und der Mieter am Zinkhüttenplatz.
Den Eindruck kann man als Leser/in der WAZ durch aus bekommen.
von rheinruhrbeobachter | #2
Auch die BI hat mittelerweile den Verdacht das die Pressefreiheit bezgl. Thema FOC und Mieter Zinkhüttenplatz nicht alles drucken kann und darf.
Das hat nichts mit "den Großen" zu tun sondern damit, dass die Redaktion hier offensichtlich gesunden Menschenverstand zeigt. Dass die WAZ Zeitung für das Ruhrgiet druckt, heißt nicht automatisch, dass sie den Verstand abgeben muß und nach dem Willen der Bürger das Wort führen muß. Leute, ihr liegt hier falsch, es macht keinen Sinn für die Ruinen zu kämpfen - wohl aber für eine sinnvolle Investition!
12:38
Den mitunter „aggressiven Ton“, der sich in die Diskussion um das geplante Factory-Outlet-Center gemischt hat, mag Bezirksbürgermeister Uwe Heider gar nicht. Er hat Verständnis für die Sorgen und Nöte der Mieter in der Siedlung Zinkhüttenplatz, möchte aber durch eine Versammlung am kommenden Dienstag, 28. Februar, 19 Uhr, erreichen, dass die unterschiedlichen Argumente einmal in entspannter Atmosphäre ausgetauscht werden.
Den Wunsch von Herrn Heider nach friedlichen und sanften Tönen kann ich sehr gut verstehen, doch es ist das Verhalten von Politik, Verwaltung, IMMEO und Investor,
die über die Köpfe der Menschen hinweg so einschneidene Veränderungen beschließen ohne die Menschen mit zu nehmen oder gar vorher mal zu informieren.
So das die Bewohner vom Zinkhüttenplatz es wie viele andere auch über die Medien
erfahren müssen, was über ihre Köpfe hinweg geplant wird.
Das ist menschenverachtend, so etwas macht wütend und zornig so sollte niemand mit Bürgern/innen umgehen.