Die Putzkolonne
07.06.2009 | 11:00 Uhr 2009-06-07T11:00:00+0200
Ausstellung bei Zoo Zajac informiert über heimische Flusskrebse – und seine amerikanischen Konkurrenten
Das Verhältnis zu Amerika ist schwierig. Das mag politisch vielleicht nicht mehr der Fall sein, im heimischen Ökosystem stimmt es aber sehr wohl. Denn der heimische Edelkrebs, Astacus astacus, verträgt sich ganz und gar nicht mit dem Signalkrebs, Kamberkrebs oder galizischen Sumpfkrebs. Die amerikanischen Exoten werden von Teichbesitzern ausgesetzt und verdrängen dann die krabbelnde NRW-Bevölkerung. Sie sind gewissermaßen die Problemkrebse im Tierreich.
Um dem entgegenzuwirken, informiert das „Edelkrebsprojekt NRW” derzeit bei „Zoo Zajac” über heimische Vertreter und deren artgerechte Haltung. Getragen wird die Initiative übrigens von zwei Verbänden, die sonst wenige Berührungspunkte miteinander haben: Der Fischereiverband und der Naturschutzbund NRW sorgen sich um das Wohl der Krabbler.
„Wir haben gar nichts dagegen, wenn jemand eine amerikanische Gattung halten möchte. Aber dann bitte im Aquarium”, erklärt Projektleiter Dr. Harald Groß. Der Biologe kennt sich mit den Eigenarten gut aus. Die Einwanderer sind flink und setzen sich schnell in Bäche ab. Dort schränken sie den Lebensraum der Edelkrebse ein, so dass sie in diesen Bereichen aussterben. „Wir achten darauf, dass wir nur noch heimische Arten verkaufen”, betont Wolfgang Zajac. Von den Projektmitarbeitern wurden er und seine Kollegen aus der Teichabteilung geschult, so dass sie Interessenten Tipps geben können. Wer einen Exoten nicht mehr will, kann ihn bei „Zoo Zajac” zurückgeben.
Nachtaktive Tiere
„Beliebt sind die Tiere bei Leuten, die sich ein Biotop im Garten aufbauen”, weiß Experte Zajac. Die Krebse ersetzen jede Putzkolonne. Sie fressen Pflanzen – und alles, was man ihnen in den Teich schmeißt. Fische müssen keine Angst vor ihnen haben, solange sie gesund sind. Kränkelt einer, wird er verputzt.
Tagsüber bekommt man die Zeitgenossen mit den langen Scheren kaum zu Gesicht. Sie sind nachtaktiv. Wie viele derzeit in NRW leben, versuchen die Ehrenamtlichen des „Edelkrebsprojekts” herauszufinden. Mit Taschenlampe gehen sie nachts auf die Pirsch und beobachten die Tiere in freier Wildbahn.
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