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Die Chance liegt auf’m Platz

01.06.2012 | 10:00 Uhr
Die Chance liegt auf’m Platz
Hier erledigen Paulina (li.) und Suad (re.) die letzten Arbeiten am schmucken Zeughaus des TV Aldenrade. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg-Walsum.   Jugendliche auf Jobsuche helfen, die Sportanlagen im Norden in Schuss zu halten. Dafür hoffen sie auf feste Jobs

Jusuf und Erol (Namen geändert und der Redaktion bekannt) zieht es nicht in die Medien.

Die beiden jungen Kerle, die gemeinsam mit einem halben Dutzend weiterer Jugendlicher das Gerätehaus beim TV Aldenrade kernsaniert haben, gehen den Kameras an diesem heißen Frühsommertag lieber aus dem Weg. Sehr Schade. Aber irgendwie verständlich.

Schade, weil die Jugendlichen, die hier seit Februar in einem gemeinsamen Projekt von Arbeitsagentur und Stadtsportbund arbeiten, einen Klassejob gemacht haben. Schmuck sieht es aus, das rote Häuschen. Von innen und außen kernsaniert, neuwertig hergerichtet, dass es eine Pracht ist. Eine Pracht, für die Jusuf, Erol und Co. viel Lob und Anerkennung verdienen.

Verständlich ist es dennoch, dass die beiden Jungs lieber das weite auf dem Rasen des TVA-Sportplatzes suchen. Denn neben den Spitzen von Arbeitsagentur und Stadtsportbund, dem Beirat des Jobcenters und einer Handvoll Betreuer hat sich auch ein Rudel wissbegieriger Journallisten mit Kameras, Mikrofonen und angespitzten Stiften auf der Sportanlage des TVA eingefunden. Alle haben es eilig, jeder will etwas von den jungen Leuten. Das schüchtert ein.

Gar nicht schüchtern, sondern so, wie sie sind, können sich die Duisburger Jungs und Mädels bei Michael Broel geben. Der 49-Jährige betreut die jungen Leute von beginn an als Arbeitsgruppenleiter und Arbeitspädagoge im Auftrag des Jobcenters. Broel, Kampfsportler mit kernigem Auftreten, glaubt an seine Schützlinge: „Die haben alle ihre Talente und Fähigkeiten, jeder einzelne von ihnen.“

Allerdings müssten diese Jugendlichen sie erst einmal wider an ganz alltägliche Dinge wie Pünktlichkeit gewöhnen: „Das ist eben hart. Aber hier haben sie eine Chance, vielleicht ihre letzte. und die wollen wir gemeinsam nutzen.“ Damit die Jugendlichen, wie Broel sagt, schnell eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen.

Bis dahin werden Vereine im Norden von den Jugendlichen profitieren: Unter anderem TC Grün-Weiß, DJK Vierlinden und Viktoria Wehofen. Bringt’s denn den Jugendlichen etwas? Außer Lob, das ja nichts kostet? „Klar“, sagt der 19-jährige Michael, der gern Tischler werden will, „ich komme hier jeden Tag ein Stück weiter.“

Von Christian Balke



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