Die bröckelnden Brücken im Blick

Die Treppe, die von der Ruhrort-Homberger Brücke auf die Mercatorinsel  führt, ist immer noch geschlossen. Die Treppe hat die Firma Haniel im Jahr 2010 der Stadt Duisburg zur Kulturhauptstadt 2010 gestiftet. Foto: Stephan Eickershoff
Die Treppe, die von der Ruhrort-Homberger Brücke auf die Mercatorinsel führt, ist immer noch geschlossen. Die Treppe hat die Firma Haniel im Jahr 2010 der Stadt Duisburg zur Kulturhauptstadt 2010 gestiftet. Foto: Stephan Eickershoff
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Was wir bereits wissen
Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann spricht über Ruhrorter Probleme und Perspektiven.

Ruhrort..  Zu Beginn des Gesprächs über Perspektiven und Probleme des Stadtteils Ruhrort in 2015 betonte Hans-Joachim Paschmann erst einmal, was er sich auch im diesem Jahr von Herzen wünscht: „Ich kann nur darum bitten, dass die Menschen im Stadtteil, die der Politik ihre Probleme, Sorgen und Fragen mitteilen wollen, von der Möglichkeit der Bürgersprechstunde Gebrauch machen.“

In Bezug auf Ruhrort, sagte Paschmann, stünde für ihn Entwicklung des Geländes rund um den Eisenbahnhafen ganz oben in der Prioritäten-Liste: „Dort, wo eigentlich mal die Waterfront hinkommen sollte, wird heute Müll abgeladen. Die engagierten Leute vom Yachtclub machen ganz viel, um die Situation erträglich zu gestalten. Aber da muss jetzt mal etwas passieren.“

Die Entwicklung der Mercatorinsel (wir berichteten) sei für ihn ein ebenso wichtiger Punkt: „Außerdem müssen wir sehen, wie es mit dem Ruhrorter Brückenzug in Richtung Innenstadt weiter geht.“ Nach Abschluss der Brückenarbeiten am Vinckekanal müsse man die folgenden Brücken so schnell wie möglich in Angriff nehmen: „Freilich wird das nicht leicht, weil es in der Stadt viele marode Brücken gibt.“

Die Situation in Ruhrort sei jedoch aufgrund der zahlreichen Brücken besonders brisant: „Wenn wir die Schäden nicht zügig abarbeiten, können sich die Pendler zwischen Homberg, Ruhrort und der Innenstadt ja schon mal Schlauchboote besorgen – Scherz beiseite: das Thema ist von größter Bedeutung.“

Dass viele Ruhrorter etwas verunsichert sind über den Plan der Stadt, den gesamten Ortskern des Stadtteils unter eine Denkmalsatzung zu stellen, hat Paschmann auch schon bemerkt: „Dieser Prozess wird ja in mehreren Schritten erfolgen. Und die Bürger sollen und werden ihn kritisch begleiten.“

Dass die angedachte Denkmalsatzung etwa den Konzern Haniel dazu bewegen könnte, sein Engagement für das Ruhrorter Stadtbild zu überdenken, glaubt Paschmann nicht: „Da gibt es keinen Zusammenhang. Außerdem ist das Engagement Haniels von dieser Maßnahme nicht berührt.“

Die positive Entwicklung Ruhrorts zum Kulturstandort werde er weiterhin nach Kräften unterstützen: „Für die Kreativ-Szene haben wir immer ein offenes Ohr.“