Das Tuch der Kaaba
09.07.2009 | 19:11 Uhr 2009-07-09T19:11:00+0200Moschee-Gemeinde in Marxloh präsentiert das Glaubensbekenntnis in Seide.
In Moscheen hängen üblicherweise keine Bilder. In Marxloh ist das anders. Dort entdeckt man einen schweren Rahmen und sieht erst einmal: nichts! Abgesehen von einer komplett schwarzen Fläche, die von goldenen Leisten umrandet ist. Erst, wer ganz nah heran tritt und von der Seite auf die dunkle Fläche schaut, erkennt, dass sich hinter dem spiegelnden Glas ein Tuch befindet, mit eingewebten arabischen Schriftzeichen. Es ist das „Tuch der Kaaba”, das die Marxloher Ditib-Gemeinde von Fachleuten hat rahmen lassen. Es ist kein Kunstwerk im eigentlichen Sinne, aber trotzdem von unschätzbarem Wert. Denn: „Stücke des Tuches wurden und werden nur an höchste Würdenträger oder Museen abgegeben”, berichtet der Sprecher der Gemeinde an der Warbruckstraße 51, Mustafa Kücük. Die Marxloher Großmoschee ist seines Wissens das einzige islamische Gotteshaus in Deutschland, das ein Stück dieses Tuches ihr Eigen nennen kann. Das wertvolle Stück hatte der König von Saudi Arabien vor 30 Jahren dem damaligen Stellv. Vorsitzenden der Religionsbehörde in der Türkei, Sami Uslu, persönlich überreicht. Es war Teil des Tuches, das 1979 die Kaaba in Mekka verhüllte. Uslu schenkte es den Marxlohern anlässlich der Moscheeeröffnung im vergangenen Herbst.
Damit das Tuch zukünftig unproblematisch zu erkennen ist, denkt die Ditib-Gemeinde über eine spezielle Beleuchtung nach, die das Glaubensbekenntnis aus purer Seide besser sichtbar macht.
In Mekka
Die Kaaba in Mekka/Saudi Arabien gilt im Islam als das erste Gotteshaus. Es hat eine Grundfläche von 11 mal 12,6 Metern und ist 13,2 Meter hoch. Die Pilger umrunden das Gebäude, das jährlich neu mit Tüchern verhängt wird. Die handgewebte Seide wird anschließend zerteilt und an hochrangige Persönlichkeiten verschenkt.
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