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Das tägliche Chaos mit der Post

30.06.2012 | 11:00 Uhr
Das tägliche Chaos mit der Post
Die Zustände an der Biesenstraße, hier zu sehen, sind laut CDU-Kommunalpolitikern haarsträubend. Foto: privat

Duisburg-Meiderich.   Meidericher CDU verlangt die Verlegung der Partner-Filiale vom Haferacker zur Von der Mark-Straße. Post-AG spielt bislang nicht mit.

Es war einmal Meiderichs ganzer Stolz, das Postamt an der Gabelsberger Straße. Nur steht es seit November 2011 für Postkunden nicht mehr zur Verfügung. Eine so genannte Partner-Filiale an der Straße Haferacker hat die Schalterdienste übernommen. Sie wird jetzt zum Stein des Anstoßes.

Jeden Vormittag herrschen im Bereich Biesenstraße/Haferacker chaotische Verkehrsverhältnisse, weil es keinerlei Parkplätze für die Post gibt. Yasin Dogan, seit März der neue Betreiber, würde lieber heute als morgen einen günstigeren Standort aufmachen. Den hat er auch bereits gefunden. Nur zieht die Deutsche Post AG bislang nicht mit. Unterstützung hat Dogan jetzt bei der örtlichen CDU gefunden.

Er betreibt bereits seit 2008 den Telekom-Shop an der Von-der-Mark-Straße. Der ist 80 qm groß, die Post-Partner-Filiale Haferacker hat 110 qm. Dogan würde beide Dienste gerne im ehemaligen „Flora-Paradies“ schräg gegenüber vom heutigen Telekom-Laden zusammenführen - auf 212 qm. „Die Post selbst hält den Standort Haferacker für zentraler“, sagt er, verspricht sich selbst von der Zusammenlegung vielseitigere Dienste und Kostenvorteile. Selbst die Bedingung der Post, dass eine Partner-Filiale nicht in einer Fußgängerzone liegen darf, sei erfüllt.

Und das ruft jetzt Bezirksvertreterin Gertrud Bettges und Ratsherr Thomas Kretschmer von der CDU auf den Plan. „Es gibt im Bereich Haferacker/Biesenstraße/Von-der-Mark-Straße weit und breit keine Parkplätze“, wundert sich der Ratsherr. Die Partner-Filiale sei nicht behindertengerecht, biete auch auf der Rückseite keine Möglichkeit, Pakete in Rollcontainern anzuliefern - anders im „Flora-Paradies“.

420 Postfächer hat die Post. Fast jedes von ihnen wird täglich geleert. Die Kunden parken wild vor dem Geschäft oder in der Nähe - und blockieren andere Autofahrer. Werner Dehnen betreibt selbst dort Hallenfußball, ist überdies Vermieter weiterer Häuser. An der benachbarten Hofzufahrt, die zugeparkt wird, liegen auch ei­ne Bäckerei, ein Schuhhaus, ein Blumengeschäft, ein Modegeschäft, 50 Garagen, eine Volksbank und zwei Kindertagespflegen. „Ein unhaltbarer Zustand“, sagt er. Der Haferacker sei Sackgasse ohne Wendemöglichkeit. „Eltern können ihre Kinder nicht mehr abliefern.“ Dehnen fragt sich, was der zweite Rettungsweg dafür, der rückwärtig als Aussentreppe angebaut werden musste, wert sei, wenn Rettungskräfte gar nicht vorfahren könnten. Und er fragt sich, wie die Partner-Filiale überhaupt genehmigt werden konnte.

„Alle verlieren nur dadurch“, bilanziert Gertrud Bettges und fordert: „Die Post soll sich bewegen.“

Martin Kleinwächter



Kommentare
03.07.2012
13:45
Bezieht sich auf Antwort zu §
von achjottchen | #4

Hallo Herr Dehnen,
die Frage stellt sich: Einen Missstand mit einem anderen beheben?
Wozu ist der Artikel nun gut? Soll er nicht etwa Druck auf die Post ausüben?
Auch auf der Von-der-Mark-/Weißenburger-und Ritterstraße spricht das Bild für sich. Als Anwohner haben sie Lärmbelästigung, rücksichtsloses Verhalten, Schmutz, Rückstaus mehrmals am Tag über 100m incl. Hupkonzert und nächtliche Randalierszene auszuhalten. "Offenen" Parkraum gibt es dort von ca 6:30 bis 20:00 Uhr nicht. Die Anwohner hatten keine Möglichkeit, im Vorfeld zu agieren. Es werden einfach Fakten geschaffen.
Sicher haben Sie Verständnis für die Anwohner hier, die ebenso wie Sie keinen Wert auf weitere Belästigungen und Gefährdungen der oben genannten Art legen.
Über die Äußerungen der Bezirksvertreterin Gertrud Bettges und Ratsherr Thomas Kretschmer von der CDU kann ich mich nur wundern. Kennen die beiden die Situation HIER vor Ort gar nicht? Wir verlieren auch: Lebensqualität!

01.07.2012
10:43
Oh ja! Da werden sich aber alle freuen! *Sarkasmus aus*
von achjottchen | #3

Schauen wir uns den Standort des ehemaligen "Flora-Paradies" an: Parkchaos von morgens bis abends, zwei mal die Woche Markt in unmittelbarer Nähe wieder mit Parkchaos, Schulbetrieb mit Sportbetrieb mit Parkchaos von morgens bis abends, hohe Lärmbelästigung von morgens bis nachts (dann durch unsere ach so sportlichen Mitbürger, die ihre Freiheit mit dem Automobil austoben) und unglaubliche Enge der Straßen Weißenburger-Ritter-und Von-der-Mark-Straße: Es ist eine unglaublich *tolle* Idee hier noch eine Poststelle mit Kleinlastverkehr einzurichten.
Und die Aussicht, das dann über den Hinterhof Rollcontainer angeliefert werden, wird die Anwohner ja schier verzücken.
Was ist hier nur los? Das ganze von einem angeblich schlechten Zustand zu einem anderen, den Anwohnern unzumutbaren verschieben??
Danke, liebe CDU und Hr. Dehnen.
Ich hoffe, die Post bewegt sich nicht.

1 Antwort
Das tägliche Chaos mit der Post
von wernerdehnen | #3-1

Natürlich werden sich alle freuen!
Mit der Auswahl des neuen Standortes habe weder ich, noch die CDU was zu tun, da müssen Sie die Betreiber wohl selber fragen. Ihre Argumente in allen Ehren, aber die Situationen sind nicht vergleichbar. Beim Haferacker handelt sich es um eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit, Parkplätze sind nicht vorhanden. Entscheidend ist aber, dass hier permanent drei Fluchtwege blockiert werden und das ist nun mal ein übergeordneter Gesichtspunkt an dem kein Weg vorbeiführt. Außerdem wird auch ständig der Fußweg blockiert, Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen müssen auf die Fahrbahn ausweichen, um passieren zu können.
Das Bild spricht für sich.
W.D.

30.06.2012
15:19
Das tägliche Chaos mit der Post
von akaz | #2

Die DHL und andere Paketdienste haben in vielen Städten Narrenfreiheit. Selbst Halteverbote werden missachtet. Durchgezogene Leitlinien und vorgeschriebene Fahrtrichtungen haben keine Gültigkeit. Da ist Fahren gegen die Fahrtrichtung, um möglichst schnell auf dem Bürgersteig zu parken, zum Allgemeingut geworden. Aber wo ein Paketdienst verbotswidrig parkt, kommt ganz schnell ein zweiter hinzu.
Telefonanrufe bei der Polizei oder beim Ordnungsamt sind reine Zeitverschwendung.
Übrigens kommen gleich danach die vielen privaten Verteiler, allen voran die Apothekendienste.

30.06.2012
14:40
Das tägliche Chaos mit der Post
von joestar | #1

Ist das ein schlechter Witz? Eine Woche lang jeden falsch parkenden Postlieferwagen ( gemeinschaftliche Aktion durch Polizei und Ordnungsamt) abschleppen, dann bewegt sich der Monopolist! Manche Firmen lernen nur durch Griff in die Kasse!

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