Das aktuelle Wetter Duisburg 14°C
Nord

Das rote Sofa und Marxloh

24.06.2009 | 19:02 Uhr

Der Fotograf Horst Wackerbarth porträtierte ein multikulturelles Ehepaar im ältesten Brautmodengeschäft.

Foto: Rainer Kzonsek

Der Name Horst Wackerbarth sagt vielen Menschen nichts, anders ist es mit seinen Bildern. Die markant rote Couch, die sich als roter Faden durch seine Bilder zieht, ist ein Hingucker, der den Menschen im Gedächtnis bleibt. Der Düsseldorfer Fotokünstler hat mittlerweile fast 600 Menschen in der ganzen Welt auf dem berühmten Möbelstück porträtiert. Jetzt führte ihn seine Mission - das Leben der Menschen einzufangen und festzuhalten - nach Marxloh. Mit im Gepäck hatte der Weltenbummler natürlich sein Markenzeichen - das rote Sofa. „Here & there - Globale Migration am Beispiel der Hafenstadt Duisburg und ihrer Partnerstädte”, lautet der Titel seines aktuellen Projekts, das er im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 realisiert. Von den 150 Aufnahmen, die 2010 zu sehen sein werden, entstehen rund 50 in Duisburg.

Das älteste Brautmodengeschäft an der Weseler Straßewar der Schauplatz der Fotosession. Ein multikulturelles Pärchen nahm diesmal auf der Couch platz, um sich in „die Galerie der Menschheit” einzureihen. So heißt Horst Wackerbarths Gesamtprojekt, das den charismatischen Fotografen bereits an die unterschiedlichsten Orte der Erde verschlagen hat. Die Familie Soydan sprang spontan für ein anderes Ehepaar ein, dass kurzfristig ausgefallen ist. Für die serbisch-kroatische Radmila Soydan, ihren türkischen Ehemann Bahattin und den Filius des Paares, Akton, war es das erste Mal, dass sie für einen Fotografen posierten. „Es ist eine spannende Erfahrung und eine große Ehre”, sagt die Ehegattin.

Foto: Rainer Kzonsek

Horst Wackerbarth hat eine klare Vorstellung von dem, was er mit seinen Bildern zeigen will. „Wenn verschiedene Ethnien heiraten, dann entstehen schöne Kinder”, scherzt er, aber hinter seinen Bildern steckt mehr. Die Aussagekraft der Bildsprache ist vielseitig: die Vermischung der Kulturen, die Integration und Migration sowie der Umgang der Marxloher mit dem Strukturwandel symbolisiert sein Motiv. Der Clou: die Spiegelung von Marxloh in der Schaufensterscheibe soll dem Betrachter einen Blick auf den Stadtteil gewähren. „In meiner Kunst versuche ich immer, so viele Ebenen wie möglich einzubauen”, sagt Horst Wackerbarth. Die Platzierung der Couch ist dabei zentral.

David Huth

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/419256/create

Aktuelle Fotos und Videos
Scheune niedergebrannt
Bildgalerie
Feuerwehr
100 Jahre KöPi aus Duisburg
Bildgalerie
König-Brauerei
Faszination Mopeds
Video
Video: Hobby
Foto 3 Kommentare 3
Aus dem Ressort
Neues Fenster für 50 000 Euro
Kirche
Die katholische Gemeinde St. Michael in Meiderich hat das erste von fünf notverglasten Fenstern mit einem Glaskunstwerk gestaltet.
Häuserabriss ist kaum vermeidbar
Kommentar
Die Bevölkerung schrumpft . Aber das ist kein Duisburger Problem, sondern ein ruhrgebietweites.