Das Marktcafé in Vierlinden lockt die Generation 50-Plus an

Das Marktcafe der Ev. Kirche Vierlinden am Franz-Lenze-Platz lockt mittwochs durchschnittlich 100 bis 150 Besucher an.
Das Marktcafe der Ev. Kirche Vierlinden am Franz-Lenze-Platz lockt mittwochs durchschnittlich 100 bis 150 Besucher an.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Evangelische Kirchengemeinde Walsum-Vierlinden betreibt sehr erfolgreich ein Café in der Begegnungs- und Beratungsstätte am Franz-Lenze-Platz.

Vierlinden..  Solchen Zuspruch wünscht sich jeder Veranstalter: Woche für Woche, Monat für Monat besuchen an den Markttagen auf dem Franz-Lenze-Platz durchschnittlich 100 bis 150 überwiegend ältere Menschen das Marktcafé der Evangelischen Kirchengemeinde Walsum-Vierlinden. Sie betreibt den Frühstücks- und Klöntreff im Begegnungs- und Beratungszentrum (BBZ) am Franz-Lenze-Platz in Zusammenarbeit mit der Heimstatt St. Barbara.

Geschirr klirrt, es duftet nach frischem Kaffee, es wird viel gelacht. An allen Tischen, an denen bis zu zehn Personen Platz finden, plaudern die Menschen. Überwiegend Damen, aber auch Herren. Es ist die Generation 50-Plus, die sich dort immer mittwochs und alle zwei Wochen samstags (1. und 3. im Monat) trifft.

„Wir kommen seit mindestens fünfzehn Jahren“, sagen mehrere Damen wie aus einem Munde. Manche sind Nachbarinnen, andere kennen sich von der Arbeit. Wieder andere Café-Besucher haben sich bei einem der vielen Angebote des BBZ kennen gelernt, finden sich sympathisch und verbringen gerne mehr Zeit miteinander.

Lockere Atmosphäre

Vor 30 Jahren führte die Gemeinde das Café ein. Damals war es längst nicht so gut besucht wie heute. Nach und nach sprach es sich herum, wie locker es dort zu geht, wie günstig die Preise für Kaffee und belegte Brötchen sind – und nun reicht das große Foyer des Zentrums gerade aus, um allen Platz zu bieten. Emsige ehrenamtliche Helfer sorgen für die Bewirtung – die Gäste wissen das zu schätzen. Die günstigen Preise sind nur möglich, weil die Stadt das Begegnungs- und Beratungszentrum finanziell mit jährlich rund 55 000 Euro unterstützt. Dafür ist die Stadt eine Sorge los – ansonsten hätte sie diese Aufgaben zu bewältigen.

Man kennt sich, man geht locker miteinander um. Lacht viel und neckt sich. „Lachen hält fit“, sagt etwa Irma Hennig. Und das tun sie und etliche andere Damen und Herren an diesem Morgen reichlich. Ilse Schauenburg (78) etwa, die in lustiger Runde plaudert, sagt schelmisch: „Wir lachen hier viel. Zu Hause haben wir ja nichts zu lachen.“ Und schon kichern alle in der Gruppe.

Wer ins Marktcafé geht, kann sich sicher sein, schnell Kontakt zu finden. „Hier kann man immer wieder nette neue Leute kennen lernen“, sagt die 78-jährige Elsbeth Zakrzewski. Etwas traurig sind sie und alle anderen Besucher, dass das Café jetzt für drei Wochen schließt und eine Sommerpause einlegt. In der Zeit weichen die Gäste in benachbarte Bäckereien und andere Einrichtungen aus. Und fiebern dem Tag der Wiedereröffnung, dem 29. Juni, entgegen.