Daniel I. Wille regiert die Schützen in Duisburg-Hamborn

Daniel I. Wille mit  Königin Agnes I. Erbe.
Daniel I. Wille mit Königin Agnes I. Erbe.
Foto: BSV Hamborn 1837
Was wir bereits wissen
Erst, als rund 800 Schuss Munition verbraucht waren, fiel am Montagabend der Vogel beim Königsschießen im Stadtwald Duisburg-Hamborn.

Alt-Hamborn..  Es muss etwa der 800. Schuss gewesen sein, als um 18.59 Uhr am Montagabend der hölzerne Vogel endlich von der Stange fiel. Hamborn hat seitdem einen neuen Schützenkönig: Daniel I. Wille.

Nach rund 660 Schüssen hörten die Schießmeister im Hamborner Stadtwald auf zu zählen. So viel Munition wurde in der 178-jährigen Geschichte des Vereins schon lange nicht mehr verschossen, wenn es um den neuen König ging. „Normalerweise“, erzählt Vereinsvorsitzender Wolfgang Neirich, „fallen um die 150 Schüsse“.

Ein wirklich zäher Vogel

Dieses Mal aber hatte Schreinermeister Martin Schweers den Holzvogel so gut verleimt, dass selbst er nicht wusste, wie er ihn zerfetzen sollte. Schweers war einer der vier Kandidaten, die in der Endrunde antraten und so gerne König geworden wären. Dazu zählten auch Jürgen Lobreyer und Klaus Opgen-Rhein. Damit sie ihren Kummer schnell vergessen konnten, ernannte BSV-Sprecher Hermann Eschenbruch die drei Verlierer schmunzelnd kurzum zu Vizekönigen. Und schon konnten sie wieder lachen – und auch das kühle Blonde schmeckte gleich viel besser.

Der BSV Hamborn 1837

Dass in Hamborn ein großes Volksfest gefeiert wurde, hatte sich herumgesprochen. Mehrfach waren die Schützen „durchs Dorf“ marschiert (wir berichteten) und hatten so auf sich aufmerksam gemacht. Rund um den Stadtwald flatterten grün-weiße Wimpel im Wind. Selbst am Krankenhaus neben der Abtei konnte man den Knall der Munition noch hören. Das lockte auch Neugierige.

Näherte man sich dem Festplatz, auf dem sich am Montagnachmittag und -abend um die 400 Menschen versammelt hatten, verspürte man einen Hauch von Oktoberfest: Mädel im Dirndl-Kleid huschten durch die Gruppen von Grünröcken, es duftete nach frischer Bratwurst, Blasmusik schallte über den Platz.

Man kannte sich, hockte in Grüppchen an den Biertischen, plauderte und hob immer wieder den Kopf, wenn ein Schuss fiel. Wenn eines der Pfänder (Kopf, Zepter und so weiter) herabstürzte, gab es anerkennendes Gejohle. Wackelte der Vogel dagegen nur ein bisschen, winkte so mancher nur ab. Nach dem Motto: „Das Vieh hält wohl ewig.“

Fest ist im Ortsteil verankert

Das Hamborner Vogelschießen ist fest im Ortsteil verankert. Alles, was Rang und Namen hat, schaute im Stadtwald vorbei. Und die Volksbank Rhein-Ruhr gab allen Mitarbeitern ab Montagmittag zum Mitfeiern frei.

Das Vogelschießen begann mittags mit rund 80 Kandidaten. Nach der Pause gegen 18 Uhr – die Gewehrläufe mussten auskühlen – standen nur noch zehn auf der Königsanwärter-Liste.

Die Pfänder sicherten sich: Bezirksbürgermeister Uwe Heider (Ehrenkrone), Thomas Mrowka (Kopf), Thomas Figura (Reichsapfel), André Preuß (Zepter), Mellwin Osai-Kofi (linker Flügel), und Thorsten Covelli (rechter Flügel).