Containerkräne der Bahn ab Ende 2015 im Einsatz

Zwei riesige Containerkräne warten auf dem Bahnhof Ruhrort-Hafen darauf, ihren Betrieb aufzunehmen. Am Ende des Jahres soll der Umschlag von Schiene aufFoto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Zwei riesige Containerkräne warten auf dem Bahnhof Ruhrort-Hafen darauf, ihren Betrieb aufzunehmen. Am Ende des Jahres soll der Umschlag von Schiene aufFoto: Udo Milbret / Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Logistik-Drehscheibe der Bahn im Bahnhof Ruhrort-Hafen nimmt bald den Betrieb im Schienenumschlag auf. Ab 2016 sollen auch Lkw abgefertigt werden.

Meiderich.. Über fast 80 Meter Spannweite verfügen die zwei Containerkräne, die von der Bahn in den vergangenen Wochen im Bahnhof Ruhrort-Hafen, nahe dem Meidericher Stadtpark aufgebaut wurden. Rund 430 Tonnen schwer ist jeder der Stahlkolosse.

Gegen Ende des Jahres 2015, teilte ein Bahnsprecher der Redaktion mit, werden die Kräne an der „Drehscheibe für kombinierten Verkehr“ (KV-Drehscheibe) im Bahnhof Ruhrort/Meiderich den Betrieb aufnehmen.

Vorerst werden im Hinterland des Meidericher Stadtparks und der Herzklinik auf vier Gleisen mit 700 Metern Länge täglich zehn Zugpaare – also 20 Güterzüge – abgefertigt. Zunächst soll lediglich der Warenumschlag von der Schiene auf die Schiene erfolgen.

Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Bahn 61 Millionen Euro investiert haben. Auch in eine fast zwei Kilometer hohe Lärmschutzwand, die teils bis neun Meter hoch errichtet wurde.

Ab 2016, teilte die Bahn mit, werde an der „KV-Drehscheibe“ dann schrittweise der Güter-Umschlag von der Schiene auf die Straße, auf Lkw, anlaufen. Dann soll, laut der Bahn, auch die geplante Straßenanbindung fertig sein.

Meiderichs Bezirksamtsleiter Ralph Cervik wird speziell bei der Formulierung „Umschlag Schiene/Straße“ hellhörig: „Meiner Kenntnis nach darf es dort nur eine Straßenanbindung geben, um internen Verkehr auf der KV-Drehscheibe zu gewährleisten“, sagt Cervik im Gespräch mit der Redaktion, „ich gehe weiter davon aus, dass es dort nur Umschlag von Schiene auf Schiene geben wird.“

Alles andere, sagt Cervik, verstoße gegen Auflagen, die von der Bahn bei der Zahlung von Fördergeldern für das Projekt akzeptiert wurden.

24-Stunden-Betrieb angekündigt

Bürger und Politik warnen in Meiderich bereits seit 2012 vor einem möglichen Verkehrs- und Lärm--Kollaps durch das Projekt. Als Zufahrtswege für die Lkw waren in der ersten Planungsphase eine südliche Anbindung an die A3 und die Anbindung an die A 40 über die Ruhrorter Speditionsinsel geplant.

Mittlerweile scheint es klar, dass ein Großteil des zu erwartenden Lkw-Verkehrs von der A59 über die Bürgermeister-Pütz-Straße am Stadtpark entlang anrollen wird. Wie groß dann die Anzahl der zu erwartenden Schwerlaster ist, hängt im Wesentlichen davon ab, ob es Lkw-Verkehr nur für die interne Logistik der Bahn-Drehscheibe geben wird.

Oder ob tatsächlich im angekündigten 24-Stunden-Betrieb Güter von der Bahn auf die Straße verladen werden. Die Bahn, jedenfalls, spricht explizit von einem „Umschlag Schiene/Straße“ ab 2016 .

Wegen der zu erwartenden Lärm- und Staubbelastung hatten Meidericher Politiker-- unter anderem Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann – Ende 2012 Einwendungen an die Bezirksregierung Düsseldorf versandt. Während einer Anhörung der Bezirksregierung wurden diese Einwendungen jüngst verworfen und als unbegründet zurückgewiesen.