Chance zum Neubeginn für die Ärmsten von Marxloh

Pater Oliver leitet den Petershof in Marxloh. Wer nirgendwo mehr willkommen ist, der ist bei ihm willkommen. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Pater Oliver leitet den Petershof in Marxloh. Wer nirgendwo mehr willkommen ist, der ist bei ihm willkommen. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
Pater Oliver von St. Peter weist niemanden ab – egal ob Christ oder Muslim

Marxloh..  Die Kirche St. Peter ist die letzte katholische Kirche in Marxloh. Und sie wird den Christen in dem hauptsächlich muslimisch geprägten Stadtteil auch weiterhin erhalten bleiben. „Die Gottesdienste sind gut besucht”, sagt Pater Oliver.

Seit 2012 hat die Gemeinde keinen eigenen Pastor mehr. Als Leiter des sozialpastoralen Zentrums gestaltet Pater Oliver seither die Messen. „Hier ist eigentlich jeden Tag in der Woche ein Gottesdienst. Und es nehmen etwa 120 Menschen daran teil”, sagt Pater Oliver. Eine gute Zahl, wie er findet, auch wenn die Kirche nie ganz voll sei.

Das Bistum wollte an einem Ort wie Marxloh unbedingt eine Kirche erhalten, erklärt Pater Oliver. „Auch wenn es hier keine klassisch Katholische Gesellschaft ist, sollte die Kirche bleiben”, sagt er. Vor allem die Hilfe von Flüchtlingen – die größtenteils muslimisch sind – stehe heute im Vordergrund der kirchlichen Arbeit in Marxloh, so Pater Oliver weiter: „Seit 2012 engagieren wir uns im sozialpastoralen Zentrum und unterstützen Neuankömmlinge in dem Stadtteil.” Bald kam er auf den Namen Petershof. „Es ist ein Ort, an dem jeder willkommen ist, an dem wir versuchen, allen zu helfen.”

Zu Beginn standen vor allem Sprachkurse für die Flüchtlinge auf dem Programm. Dann kam eine Kleiderausgabe hinzu. Außerdem hat die Gemeinde immer wieder Familien in den Räumlichkeiten des Petershof untergebracht. Mittlerweile gibt es auch eine medizinische Versorgung. „Wir bieten eine kostenlose medizinische Sprechstunde an.” (wir berichteten). „Es kommen zu den Terminen jeweils rund 40 Personen”, weiß Pater Oliver. Vor allem rumänische und bulgarische Zuwanderer nehmen das Angebot des Projekts „Infirmarium“ – ein Gemeinschaftsprojekt des Petershofs und des Georgswerks – in Anspruch.