Cartier unter der Autobahn
09.11.2007 | 18:27 Uhr 2007-11-09T18:27:31+0100Die Hamborner CDU möchte die Rhein-Ruhr-Halle abreißen und an deren Stelle ein Factory-Outlet-Center mit 25 000 Quadratmetern Einkaufsflächen errichten lassen. Nur hochwertige Waren
Konkretisiert haben sich nun die CDU-Pläne um die Zukunft der Rhein-Ruhr-Halle. Die Fraktion bringt am kommenden Donnerstag, 15. November, einen Antrag in die Bezirksvertretung ein, wonach die Halle sowie Teile des gegenüberliegenden alten Stadtbades abgerissen werden sollen. Die Grundstücke sollen an einen Investor verkauft werden, der auf dem Gelände ein "Thematisches Einkaufszentrum" nach dem Vorbild im holländischen Roermond errichten soll. CDU-Ratsherr Rainer Enzweiler, Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes, stellte gestern den Antrag vor, der noch in der Dezember-Sitzung des Rates beschieden werden soll. Danach könnte auf dem Gelände der Rhein-Ruhr-Halle sowie auf dem gegenüberliegenden Stadtbad ein Factory-Outlet-Center mit 25 000 Quadratmetern entstehen. Durch den Vertrag mit dem Investor - Enzweiler wies auf mehrere Interessenten hin - soll sichergestellt werden, dass nur Nobelmarken aus dem Bereich Möbel, Schmuck und Design verkauft werden sollen. Das Center soll Besucher aus einem Umkreis von rund 200 Kilometer anziehen, gerade auch aus den Niederlanden und Belgien. Mit bis zu 2500 anrollenden Autos rechnet Enzweiler pro Tag, diese Besucher könnten sich auch gleich den Landschaftspark oder die Abtei ansehen, blickt der Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr in eine "rosige" Hamborner Zukunft. "Von diesen Besuchermassen kann auch die Kaufmannschaft in Hamborn und Marxloh profitieren, das Center steht nicht in einer Konkurrenz-Situation", so Marcus Jungbauer, Vorsitzender der Hamborner CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung.
Als Ersatz für die Rhein-Ruhr-Halle könnte aus den Verkaufserlösen der Grundstückgeschäfte eine Mehrzweckhalle entstehen, entsprechend auf die Bedürfnisse der Schulen und Vereine zugeschnitten. Diese sollen, so Enzweiler, bei der Planung unbedingt ins Boot geholt werden. "Die Stadt muss bis Dezember dem Regierungspräsident ein Hallenkonzept vorlegen, da käme ein Abriss der Rhein-Ruhr-Halle gelegen. Denn die Stadt soll dann nur den Bau, nicht aber den Betrieb finanzieren. Diese Lösung trägt somit zur Haushaltskonsolidierung bei", stellt Enzweiler fest. Er rechnet sich gute Chancen aus, dass der Antrag im Stadtrat die notwendigen Mehrheiten finden kann.
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