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Café am Beecker Markt macht dicht

04.01.2013 | 17:00 Uhr
Café am Beecker Markt macht dicht
Werfen das Handtuch: Die Buschnattern aus Beeck. Sie haben fast vier Jahre lang das Café am Markt betrieben.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Beeck. Das Marktcafé in Beeck schließt am 12. Januar seine Pforten. Der Verein „Buschnattern“ wirft das Handtuch. „Wir können die Arbeit ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern nicht mehr leisten“, sagt Clubvorsitzender Horst Nitschke.

Anfang Februar vor vier Jahren übernahm der Verein, der im vergangenen Herbst sein zehnjähriges Bestehen feierte, die Traditionskneipe „Kaiserhof“ am Marktplatz. Man hatte kurz zuvor die alte Bleibe an der Karl-Albert-Straße aufgeben müssen, weil die Immobilie verkauft worden war und der neue Eigentümer sie selbst nutzen wollte (wir berichteten).

Nicht jeder Beecker war davon überzeugt, dass der Verein es hinbekommen könnte, ein Café im alten Kaiserhof zu betreiben. Aber die Buschnattern schafften es: Sie verstanden es, die Kneipe zu einem Treffpunkt im Ortsteil zu machen. Fünf Vereine (die Buschnattern, der Karnevalsclub Die Eulen, die Triker-Vereinigung Duisburg, der Sicherungsdienst NRW und die Tanzgruppe Magic Musical) nutzten die Räumlichkeiten für ihre Versammlungen. Die Beecker feierten dort Partys und hatten mit der Lokalität einen Ortsteiltreffpunkt.

Insbesondere Menschen, die mit wenig Geld klarkommen müssen, waren begeistert vom Angebot: „Wir haben immer soziale Preise gehabt“, sagt Nitschke. Das sei aber nur möglich gewesen, weil die Buschnattern als gemeinnütziger Verein von der Arbeitsagentur mit Zwei-Euro-Jobbern unterstützt wurden. Das war Ende 2011 vorbei, seitdem wissen die Mitglieder nicht mehr, wie sie den Laden am Laufen halten sollen. „Wir sind nur noch drei Leute, die alle Arbeiten erledigen“, sagt der heute 61-Jährige. Sein Rentnerdasein hatte er sich anders vorgestellt. So geht es auch den anderen beiden Aktiven.

Die Folge: Der Verein beschloss, sich von dem Café zu trennen. Im November 2012 wurde der Mietvertrag gekündigt. Jetzt läuft er aus. „Wir haben uns um einen Nachfolger bemüht“, sagt Nitschke. Drei Interessenten hätten sich gemeldet, letztlich aber abgesagt. Begründung: Das Umfeld sei für ein privatwirtschaftliches Unternehmen zu schwierig.

Somit ist unklar, was aus dem Lokal wird. Da es bis Ende Januar geräumt sein muss, trennt man sich nun umgehend von allem Geschirr, Besteck und sonstigen selbst angeschafften Küchen- und Gastronomiegerätschaften. „Wir haben Kontakt zum Oberhof und anderen Einrichtungen und hoffen, dass sie uns alles abnehmen“, so Nitschke. Was keinen Käufer vor Ort finde, werde übers Internet angeboten.

1500 Euro Kosten verursacht das Café monatlich (Miete und Nebenkosten). Nächste Woche Samstag schließt es mit einer Abschiedsparty „für alle, die uns die Treue gehalten haben“.

Gregor Herberhold



Kommentare
05.01.2013
10:12
Café am Beecker Markt macht dicht
von morio | #1

Tja, warum gibt es im Duisburger Norden immer weniger Cafes und Kneipen, dafür aber immer mehr Teestuben und Wettbüros?

Schade, aber dieser demografische Wandel ist nicht mehr aufzuhalten. Danke, liebe Politik und Verbündete.

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