Bücherpicknick im Parkhaus Duisburg-Meiderich

Bücherpicknick im Parkhaus in Duisburg-Meiderich.  Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Bücherpicknick im Parkhaus in Duisburg-Meiderich. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
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Duisburg-Meiderich..  Zum Bücherpicknick hatten verschiedene Literaturgruppen und kleine Verlage in das Parkhaus Meiderich eingeladen. Trotz des appetitanregenden Titels kamen nur wenige Besucher, um die Lesungen zu hören.

Daran hatte auch die vom Begedia Verlag gesponserte Plakatwerbeaktion nichts ändern können. Die Veranstalter Thorsten Küper und Kirsten Riehl von der Literaturgruppe „Brennende Buchstaben“ hatten dafür eine listige Erklärung parat.

„Man konnte im Vorfeld ja gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass es sich beim Parkhaus um ein Haus am Park handelt und nicht um ein Haus, in dem geparkt wird“, sagte Science-Fiction-Autor und Blogger Küper schmunzelnd, „alle die heute nicht hier sind, hatten wahrscheinlich Angst vor den Abgasen“.

Den Daheimgebliebenen entging eine bunte Mischung literarischer Häppchen, die in rascher Folge serviert wurden. Die Lyrikerin Monika Kafka aus München eröffnete mit einem poetischen Gang durch die Gärten ihrer Kindheit in Siebenbürgen. „Hier vermisst mich keiner mehr“, war das Resümee der bekennenden Heimatlosen, die immer noch ihren nach Plastik stinkenden ersten Reisepass als Andenken hütet, der sie vor vielen Jahren von Rumänien nach Deutschland brachte.

Mit dem deutschen Alltag einer alleinerziehenden Mutter vor vier Kindern auf Jobsuche setzten sich die Texte der Duisburger Buchautorin Birgit Stieler auseinander. In „Marktschreier“ fasste sie treffend die aufmunternd, verächtlichen Angebote zusammen, die ihr bei der Jobvermittlung gemacht wurden. „Runter von der Couch und ab auf den Arbeitsmarkt, ist nur Telefonakquise, aber besser als zu Hause zu versauern“. Das hatte sie ohnehin nicht vor, sie kann nicht nur problemorientiert, sondern auch sprachakrobatisch. Ihr Text: „Einst zweifelte ein dreifacher Vater aus Viersen…“ brachte witzig die Zahlen von eins bis zwanzig in einer Geschichte unter. Es folgte eine Sprachreise durch die Duisburger Stadtteile, bei der es (vielleicht)zu einer Niederkunft im Niederflurbus kam.

Die Zwiebel in der Bibel

Der bekannte Duisburger Autor Peter Borjans-Heuser erschütterte die anwesenden Zwerchfelle erheblich mit einer gereimten Kulturgeschichte der Zwiebel in der Bibel als christliches Symbol für alles Übel.

Wer nicht dabei war, hat definitiv was verpasst, aber alle Lesungen wurden in die parallele Computerwelt von Second Live übertragen, wo Küper und Riehl ein virtuelles Literaturcafé betreiben.

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