Brandschutz ja, Lachschutz nein!

Prunksitzung der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn Marxloh in der Clauberg-Halle. Foto: Lars Heidrich
Prunksitzung der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn Marxloh in der Clauberg-Halle. Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Nachdem sie im Vorjahr überstürzt umquartiert wurden, feierten die Narren der KG Rot-Weiß diesmal in der brandschutzsanierten Clauberghalle.

Hamborn..  Der Einmarsch der großen KG Rot-Weiss Hamborn- Marxloh zu Beginn ihrer Prunksitzung wollte kein Ende nehmen. Das Kommando des Sitzungspräsidenten: „Alle Uniformierten auf die Bühne“, verwandelte die ausverkaufte Clauberg-Halle in ein wogendes, rot-weißes Federmeer.

Volker Mosblech erinnerte noch einmal an den Schock im vergangenen Jahr, als die Rot-Weissen ihre Prunksitzung aus Brandschutzgründen binnen 24-Stunden in das Abteizentrum verlegen mussten.

Ein organisatorisches Meisterstück im Ausnahmezustand! Mit einem Jahr Abstand kann Mosblech darin sogar etwas Gutes erkennen: „Wir haben so viel Solidarität innerhalb der befreundeten Vereine erlebt. Das war schon großartig, wie ihr alle mit angepackt habt, um unsere Sitzung zu retten, dafür noch einmal ein großes Dankeschön“, sagte er.

Und gab die Bühne frei für die kleinsten Tanz-Gardistinnen. Die wurden von Kevin Swakowski kommandiert, der der Nachwuchsförderung für die künftigen Tanzoffiziere der Hamborner Stadtwache alle Ehre machte.

Mit kühnem Schwung übergab er seinen Umhang einem der süßen Tanzmariechen und bedankte sich für ihre Garderobendienste mit einem bühnenwirksamen Küsschen. So bringt man einen Saal in Stimmung! Die ausgewachsene Tanzgarde unterstützte den tollen den Auftritt der Kleinen aus dem Hintergrund mit Klatschen und Juchzen. Die Rot-Weissen halten zusammen, nicht nur wenn es Schwierigkeiten gibt.

Viel Grund zum Juchzen bot auch das Comedy-Duo aus Herrn Fröhlich und Herrn Niels. Herr Fröhlich, alias Arno Margraf lüpfte frech die Kappenzier eines Narren aus der ersten Reihe und meinte betreten: „Weißt du wie wir sowas im Sauerland nennen? Kahler Asten!“

Sein schlaksig-schielender Bühnenpartner Niels Weberling lümmelte so schräg an einer imaginären Theke herum, als wäre Schwerkraft für ihn nur ein bedeutungsloses Wort. Fröhlich spielte die Sauerländer Variante einer Steeldrum: Eine Schubkarre, auf der er gleichzeitig blies und trommelte. Ein weiteres Beispiel musikalischer Körperbeherrschung: Fröhlich „erhupte“, angetan mit einem Supermannkostüm mit Tröten-Ausstattung an allen Gelenken, die Melodie von „Popcorn“. Der Veitstanz, den er dafür auf die Bühne legte, riss sein kostümiertes Publikum zu Lachstürmen hin.

Leiser, aber nicht weniger lustig ging der Kölner Komödiant Sascha Korf seinen Auftritt an. Er beklagte den hohen Altersdurchschnitt auf den Aida-Kreuzfahrten: „Von vorne denkst du erst, du guckst über ein Baumwollfeld“. Und beklagte die Verweichlichung des Fußballs: „Früher waren die Profis wie die Tiere, erinnert euch nur mal an Horst Hrubesch. Heute haben wir Ronaldo, die alte Heulsuse und Mats Hummels hat Schuppen, deshalb kann er nicht weiterspielen.“