Karneval
Blutwurst-Zuch in Meiderich
07.02.2010 | 18:32 Uhr 2010-02-07T18:32:00+0100Duisburg. „Der Zoch kütt”, stand in großen schwarzen Buchstaben auf dem ersten Prunkwagen. Nein, es handelt sich nicht um den Karnevals-Umzug in Köln oder Düsseldorf, sondern um den „Blutwurstumzug” durch den Stadtteil Meiderich.
Aber was dem karnevalistischen Treiben im Bezirk an Größe und Popularität fehlt, machen die Jecken vom Meidericher Carnevals Verein (MCV) mit viel Herzlichkeit und einer ordentlichen Portion guter Laune wett. Und nur darum geht es beim Bluwurstumzug. „Der ganze Stadtteil feiert und genau das wollen wir”, sagt Zugleiter und erster Vorsitzender des MCV Steffen Ranisch.Das gesteckte Ziel erreichten die Jecken auch mühelos.
Fast pünktlich um 14.11 Uhr machte sich der närrische Tross aus Festwagen und Fußgruppen auf den Weg durch den Stadtteil - 29 waren es an der Zahl. „Der Zug wird von Jahr zu Jahr größer”, freut sich Steffen Ranisch über die gute Resonanz in diesem Jahr. Zum größtenteil waren es Meidericher Vereine und Gruppen wie die Meidericher Hahengarde oder die alte Meidericher Narrenzunft, die das Aufgebot am Sonntagmittag bildeten, aber auch viele Gäste von außerhalb schlossen sich dem Zug an. „Bei uns kann jeder mitmachen, der Spaß an der Sache hat”, erzählt der Zugleiter. Die 3111 Meter lange Strecke führte den Umzug wie jedes Jahr quer durch den Stadtteil. Bekannt dürfte der Weg, den die Festwagen nehmen, mittlerweile allemal sein. Stellenweise standen allerdings auf den ersten hundert Metern der Strecke nur wenige Zuschauer am Straßenrand.
Das Bild änderte sich aber umso näher der Umzug der Von-der-Mark-Straße kam. In mehreren Reihen warteten die Menschen auf die Festwagen und Fußgruppen, die reichlich Kamelle zu verteilen hatten. Das Herz von Meiderich schlägt eben auf seiner Einkaufsstraße. Die Straßenränder und vor allem den Platz vor dem Bahnhof bevölkerten Unmengen von Menschen. Der ganze Stadtteil war auf den Beinen und feierte die fünfte Jahreszeit.
Etwas haarig wird es für den Zug aber jedes Jahr, wenn er die Von-der-Mark-Straße erreicht. Die Wagen passieren die Kreuzung an der Straße nämlich zwei Mal. „Wir müssen aufpassen, dass der Hund sich nicht selbst in den Schwanz beißt”, scherzt Steffen Ranisch. Die Krux ist die, dass der erste Wagen die Kreuzung erst das zweite Mal erreichen darf, wenn das letzte Fahrzeug sie zum ersten Mal überquert. Um die Fahrer der Wagen richtig einzuweisen, setzt Zugleiter Steffen Ranisch 25 Ordner ein. „Das Funktioniert nach dem Ziehharmonika-Prinzip”, verrät der Umzug-Spezialist. Die Wagen und Fußgruppen ziehen sich auf der Strecke auseinander, um dann wieder am Nadelöhr der Von-der-Mark-Straße enger zusammen zu rücken.
Die Zuschauer interessierten diese kniffligen Details aber weniger. Sie stürzten sich viel lieber auf die Kamelle. Besonders die Kinder freuten sich über die vielen unterschiedlichen Süßigkeiten, kleinen Spielsachen und anderen Kleinkram, der von den Wagen herunterkam. Später wurde noch auf dem Bahnhofvorplatz gefeiert.
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