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Begeisterung über den Boulevard

27.01.2012 | 17:59 Uhr
Begeisterung über den Boulevard
So soll sie aussehen, Hamborns schöne neue Shopping-Welt. Illustration: privat

Duisburg-Hamborn.   Projekt-Manager Roger Sevenheck hatte ins Marxloher Hotel Montan eingeladen, rund 50 Kaufleute informierten sich.

Den Hamborner Kaufleuten und Einzelhändlern stellte Roger Sevenheck, Geschäftsführer der German-Development-Group Group GmbH & Co. KG, am Donnerstagabend im Hotel Montan Einzelheiten zum geplanten Outlet-Center auf dem Gelände der geschlossenen Rhein-Ruhr-Halle vor.

Zu dem Treffen, das neben dem Manager auch Vertreter des Hamborner Einzelhandels angeregt hatten, erschienen rund 50 Kaufleute und Einzelhändler, die interessiert ihre Fragen zu Details der Planungen zum „Duisburg-Outlet-Village“ stellen konnten.

Ein Thema war, laut Sevenheck, das immer wieder kehrende Argument der Center-Gegner, es werde ein Verkehrschaos im Norden geben: „Sie müssen sich vorstellen, dass die Ampelanlagen im gesamten Bereich mindestens 25 Jahre alt sind“, sagte Sevenheck auf Nachfrage der Redaktion. „Wir werden dafür sorgen, dass zum einen moderne Verkehrstechnik, zum anderen bessere Verkehrssteuerung hergestellt wird.“

Früher, sagt der Niederländer, sei das Mönchengladbacher Bökelberg-Stadion für sein Verkehrschaos vor und nach den Heimspielen der Borussia bekannt gewesen: „Heute haben sie dort dank dieser Techniken kaum noch Stau und Stillstand.“

Gladbachs Stadion als Verkehrsbeispiel

Bei einem flexiblen Verkehrskonzept wie es seinen Planern vorschwebe, sagt Sevenheck, sei es auch jederzeit möglich aus einer zwei- oder dreispurigen Straße zu Stoßzeiten eine Einbahnstraße zu machen: „Dann kriegt man diesen Verkehr in den Griff.“

Sevenheck glaubt, dass viele der lokalen Einzelhändler natürlich die Chancen begreifen würden, die für sie durch das Outlet-Center entstünden: „Denken sie zum Beispiel an den Boulevard, den wir vom Burger King Restaurant an der Duisburger Straße 1200 Meter lang bis zum August-Bebel-Platz führen wollen“, sagt der Niederländer.

Breite Flaniermeile mit Cafés und Geschäften

Mit „Boulevard“ meine er eine breite Flaniermeile mit Cafés und Geschäften, die für die Outlet-Kunden dann eine Verbindung einerseits zur Geschäftswelt rund um das Hamborner Rathaus seien und andererseits eine Achse, „in den Orient“ bildeten, wie Sevenheck sagt, „eben nach Marxloh!“ Die Geschäftsstruktur sei zu beiden Seiten des Boulevards so angelegt, dass man sich keine Konkurrenz mache, sondern das Angebot der Einzelhändler sich untereinander ergänze: „Diese Einstellung setzt sich klar durch.“

Offene Kommunikation sei dabei nach wie vor Teil seines Konzepts: „Ich weiß garnicht, ob sie das wissen: Einer meiner Mitarbeiter wird von mir nur eingesetzt, um mit den Kaufleuten in Marxloh, Hamborn und Alt-Hamborn zu kommunizieren“, sagt der Manager, dessen Unternehmen in Düsseldorf sitzt, „die überwiegende Einstellung der Einzelhändler dort ist klar: Es muss etwas passieren und das FOC kann ein Schritt in die richtige Richtung sein.!“

Christian Balke

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Kommentare
30.01.2012
09:07
RESPEKT
von Mattern1964 | #23

R E S P E K T auch Alte und kranke Menschen haben Ihn verdient !
Vor vielen Wochen startete die IG Metall bei TKS das Projekt Respekt. An den Werkstoren der ThyssenKrupp Steel AG wurden Schilder montiert auf dem die Parole „ RESPEKT „ zu lesen ist. Respekt gegenüber Ausländischen Mitarbeitern und das ist auch gut so und sollte eigentlich für uns alle die normalste Sache der Welt sein.
Aber leider gibt es auch heute im 21 Jahrhundert, noch Leute in denen der Hass gegen Ausländer und anders denkende nicht aus den Köpfen zu bekommen ist.
Warum können wir nicht alle, egal welcher Herkunft , Religion oder Hautfarbe miteinander Leben ?
Ich arbeite nun schon seit fast 33 Jahren bei TKS und habe viele Arbeitskollegen gehabt die aus den verschiedensten Länder unserer Erde stammen, ob weiß oder schwarz und auch die Religion war mir immer egal, die Zusammenarbeit und die Kolligialität bei uns klappte hervorragend.
Wann werden diese Menschen endlich Wach ?
Respekt….ja auch in meiner Sache als Pressesprecher der Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz vermisse ich „ R E S P E K T „ .Alte und Kranke Nachbarn die hier seit mehr als 50 Jahren in Ihren Sozialen Umfeld leben , sich gegenseitig Helfen und Unterstützen , die damals nach dem Krieg hier in Duisburg mit Ihren eigenen Händen, für die nächste Generation die Wirtschaft mit aufgebaut haben , sollen nun aus Wirtschaftlichen ( ich nenne es mal Kapitalistischen ) Gründen, ihr gewohntes Umfeld verlassen. Die Stadt Duisburg versucht sich in dieser Sache die Hände rein zu waschen ( man spricht von Privaten Verträgen ) , aber Herr Reiner Enzweiler seines Namens im Wirtschaftsausschuss der Stadt Duisburg, machte zu damaliger Zeit dem Investor den Vorschlag, sich mit dem wirtschaftlichen gebeutelten Wohnungsunternehmen immeo, über einen Verkauf der Siedlung ( 40 Mill. € ) Zinkhüttenplatz zu einigen. Da Herr Reiner Enzweiler seines Zeichens auch Rechtsanwalt und Notar ist , denke ich mal ganz frech das Er auch diese Verträge besiegelt hat und sich einen Batzen auf die Tasche getan hat.
Alle Fraktionen der gesamten Parteien wurden belogen und betrogen, weil man Ihnen sagte, das alles im grünen Bereich wäre und das mit den Mietern schon geklärt ist.
Aber niemand unserer Politiker hat ein Rückrad ,um zu seinen Fehlern zu stehen,aber das kennen wir ja aus dem Duisburger Rathaus nicht anders.

Helmut Mattern
Pressesprecher
Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz

30.01.2012
09:00
Begeisterung über den Boulevard
von Mattern1964 | #22

Leider ist uns der Name des Bauunternehmers nicht bekannt.

29.01.2012
17:49
Begeisterung über den Boulevard
von aufruhr | #21

800 Vollzeitarbeitsplätze wären eine Ansage, aber das sind es leider nicht. Die überwiegende Zahl der Beschäftigten werden Geringbeschäftigte sein. Und erwiesen ist auch, dass jeder in einem Outlet geschaffene Arbeitsplatz drei in seinem Umfeld vernichtet. So viel dazu. Und die Generationendiskussion die Duisburgernorden angeblich nicht lostreten will , es aber getan hat, ist menschenverachtend. Es gibt im Norden noch andere Möglichkeiten ein Outlet, so es denn sein muss, zu bauen. Dafür muss man nicht die Menschen aus ihrem Zuhause vertreiben. Aber welche Interessen wirklich hinter diesen Planungen stehen weiss ja wohl jeder, der es wissen will. Und den anderen, die es nicht wissen oder wahrhaben wollen ist sowieso nicht zu helfen.

29.01.2012
13:53
Begeisterung über den Boulevard
von HedwigJohanna | #20

Zunächst einmal zur Klarstellung an Kikimurks: Den Kampf der BI zu kriminalisieren zeugt von einem befremdlichen Demokratieverständnis. Die BI ist dort erschienen, weil andere eingeladene Einzelhändler die Bi eingeladen haben. Sie hielten es aus Gründen der Solidarität für richtig die BI einzubeziehen. Bisher hat es weder von Seiten der Stadt,des Investors oder der Immeo eine Einladung für die Bi gegeben. Von Demokratie und Partizipation keine Spur!
Und nun zum eigentlichen Thema:
Wer sind denn die eigentlichen Nutzniesser dieses Projektes? Hier werden uns glitzernde Welten vorgegaukelt und verführerische Chancen herbei phantasiert. Die gesammte Stadt Duisburg hat sich von der proffessioinalisierten Lügerei einseifen lassen, inklusive des Stadtrats. Für diese, wie es auch die Linke Fraktion benennt, politisch wirtschaftlichen Sachzwänge lässt man schon mal gern 1000 Menschen über die Klinge hopsen. Wenn sich dann Widerstand regt, setzt man alles dran diesen Widerstand zu zerschlagen.Da geht man sogar soweit, diesen Widerstand in Frage zu stellen und den Menschen das recht auf eine eigene Meinung strittig zu machen und stellt deren blosse Existenz in Frage. Pfui!!! Da gibt es andere Kommunen,wie die Region um die Stadt Hagen, die zu einer gemeinsamen Erklärung zum FOC in Werl die Vernunft haben walten lassen. Sie scheinen dieser Blenderei nicht in die Fänge zu laufen. Sie haben sich für eine verantwortungsbewußte Stadtentwicklung entschieden, wohlgemerkt, dieses FOC sollte auf der grünen Wiese entstehen, hier standen Abrissorgien gar nicht zur Debatte. Sie lehnen ein FOC riguros ab. An alle, die vom schnellen Reichtum träumen, bitte kommt auf den Boden der Tatsachen zurück, hier spielen die Interessen eines Großinvestors die Hauptrolle, der gern und wiederholt kniffeligen Fragen ausweicht sich in nichts festlegt und kritrische Stimmen abwehrt.

29.01.2012
12:30
Begeisterung über den Boulevard
von lydiawindrich | #19

zu Duisburgernorden und ihre Fragen
Zwei Fragen fallen mir noch ein : Welche Lösung haben Sie für die hohe Wegzugsquote von 12% pro Jahr aus dem Viertel, die nur teilweise durch dann sozial schwache Neumieter ausgeglichen wird ?. nehmen wir mal an, das Viertel bleibt stehen und es werden die dringenden Sanierungen durchgeführt, die nun gestoppt sind. das bedeutet eine Mietsteigerung in den nächsten jahren von rund 25%, das Sanierungen auf die Miete umgelegt werden. Wieviel menschen bleiben dann noch übrig, die die höhere Miete zahlen wollen ?

Zunächst einmal ist das kein heruntergekommenes Viertel. Sie sollten es sich einmal anschauen und die vermeindlichen Zahlen von Leerstand sind die Zahlen von Immeo die auf biegen und brechen soviel Wohnraum wie möglich weg haben wollen um kräftig die Mieten zu erhöhen ohne in Sanierungen auch einen Pfennig (Cent) zu stecken.
2) Wollen Sie Menschen mit geringem Einkommen ihre Rechte absprechen? Und wer sagt das es den Mietern in einer anderen Wohnung nicht auch trifft das sie dort höhere Mieten zahlen müssen. Und darum geht es auch nicht, Fakt ist so geht man nicht mit Mitmenschen um. Es kann und darf nicht angehen das ein Investor bestimmt welche Menschen im Wege sind. Er will so ein riesen Projekt umsetzen, was mir durchaus verständlich ist aber bitte dann da wo auch ausreichend Platz ist und nicht Menschen- und Mietrechte mit Füssen getreten wird.
Ein Blick nach Oberhausen, wo das Centro steht reicht aus um fest zustellen was mit der Innenstadt und dem dortigen Einzelhandel geschah? So wird es unserer Innenstadt auch ergehen und was ist dann mit den Menschen die dort Arbeitslos werden?

29.01.2012
08:10
Begeisterung über den Boulevard
von Duisburgernorden | #18

@lydiawindrich
Natürlich gibt es in Duisburg viel Platz für ein Outlet,- aber es wäre doch gut, wenn diese Investition nach Marxloh kommt.Was wäre die Alternative für das Gelände ? Es werden immer irgendwelche behauptungen in den Raum gestellt, ohne dafür eine fundierte Wissensgrundlage zu haben. Fakt ist, es entstehen 450 Vollzeitarbeitsplätze und rund 400 Teilzeitarbeitsplätze, also 400.-€ Jobs. Der Handel ist tarifgebunden. Sie kennen, die genaue Zahl der Mieter nicht. Wie wäre es denn mal damit, wenn wir diese Zahl erst mal kennen lernen.Die andere Frage ist : Wieviel Menschen aus der Siedlung haben denn eher Interesse an einer Anstellung, als an ihrer Wohnung vor Ort, wenn dann auch die Umzugskostenzuschüsse stimmen (die kenne ich nicht). Wie gesagt, man muss abwägen. Zwei Fragen fallen mir noch ein : Welche Lösung haben Sie für die hohe Wegzugsquote von 12% pro Jahr aus dem Viertel, die nur teilweise durch dann sozial schwache Neumieter ausgeglichen wird ?. nehmen wir mal an, das Viertel bleibt stehen und es werden die dringenden Sanierungen durchgeführt, die nun gestoppt sind. das bedeutet eine Mietsteigerung in den nächsten jahren von rund 25%, das Sanierungen auf die Miete umgelegt werden. Wieviel menschen bleiben dann noch übrig, die die höhere Miete zahlen wollen ?

29.01.2012
08:10
Blockierter Kommentar.
von Duisburgernorden | #17

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.01.2012
23:07
Begeisterung über den Boulevard
von lydiawindrich | #16

an Duisburgernorden
Mieter die seit einem halben Jahrhundert in diesen Häusern sprich Wohnungen leben.
Menschen die Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut haben. Die mehr als schwer für ihre Rente gearbeitet haben, haben es wohl verdient ihren Lebensabend dort wo sie zu Hause sind, in ihrer gewohnten Umgebung zu verbringen. In Duisburg gibt es genug Platz für ein Outlet um Niedriglohn Arbeitsplätze zu schaffen,ohne das man so menschenverachtend vor gehen muss.Und wer kann sich mit einem 400 Euro Job schon eine altersgerechte Rente erwerben. Zudem sind es diese riesigen Center die mit wenig Personal arbeiten und im Umland eine vielzahl an Arbeitsplätze und Lehrstellen vernichten.
Die genaue Zahl der betroffenen Menschen weiß ich auch nicht aber Immeo wird ihnen sicher gerne Auskunft darüber geben, auch wenn die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

28.01.2012
21:43
Beide Seiten sehen
von Duisburgernorden | #15

Bisher konnte noch niemand meine Frage beantworten, wieviel Mieter denn wirklich so betroffen sind, also zum inneren Kern gehören.
Ich will jetzt keine generationendiskussion aufmachen,- aber : man spricht hier von rentnern, die nicht umziehen können/wollen. Dagegen stehen Menschen, die die Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Vertritt niemand deren Interessen ? Können Rentner, die monatlich einen festen betrag haben keinen Kompromiss finden zugsuten derjenigen, die ihre Rente erwirtschaften wollen ?

28.01.2012
19:56
Begeisterung über den Boulevard
von Zante | #14

Kikimurks scheint wohl in ihrem Leben noch niemals den Mächtigen und Großen im Wege gestanden zu haben. Als "kleiner Bürger" muss man die Etikette auch mal aussen vor lassen wenn man versucht zu seinem Recht zu kommen, sonst wird man in dieser Stadt von Skrupellosigkeit überrollt. Mit vornehmer Zurückhaltung kommt man da nicht weiter. Und um sich dieses - von grundauf schäbigen - Gebahrens der Verwaltung und des Investors den betroffenen Bürgern gegenüber zu erwehren muss nahezu jedes Mittel erlaubt sein. Und wer das nicht versteht ist völlig gefühllos. Auf jeden Fall lässt der kikimurks-kommentar tief blicken.

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