Bebauung an der Neumühler Borussiastraße geplant

Jenseits der Einmündung Borussiastraße in die Neumühler Fiskusstraße befindet sich ein Brachgrundstück. Ein Oberhausener Investor will dort Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser bauen. Derzeit ist die Fläche wild bewachsen.Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services
Jenseits der Einmündung Borussiastraße in die Neumühler Fiskusstraße befindet sich ein Brachgrundstück. Ein Oberhausener Investor will dort Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser bauen. Derzeit ist die Fläche wild bewachsen.Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services
Bezirksvertretung Hamborn: Fläche an der Einmündung Fiskusstraße wurde jahrelang für Bau der Osttangente freigehalten. Außerdem sind 36 Geschosswohnungen geplant. Lärmschutz wegen Bahn

Hamborn..  Es geht um zwei Blocks mit Mehrfamilienhäusern und um drei Reihenhäuser. Sie sollen in Neumühl entstehen. Dort gibt es eine Brachfläche.

Sie befindet sich an der Einmündung der Borussiastraße in die Fiskusstraße. Dafür stellt die Stadt Duisburg einen Bebauungsplan auf.

Wie die Bürger dazu stehen, wollte sie wissen. Deshalb wurde jetzt eine Bürgeranhörung durchgeführt. Sie fand während der Sitzung der Bezirksvertretung Hamborn im Bezirksrathaus statt.

Aber dabei erschienen nur wenige Bürger. Nur ein Mann meldete sich dazu zu Wort. Er lehnte das Projekt dort ab.

Die Baugebiet ist wenige tausend Quadratmeter groß. Es handelt sich heute um eine wild bewachsene Fläche. Sie wurde jahrzehntelang für den Bau der Osttangente Neumühl freigehalten. Vom Bau dieser Straße hat die Stadt aber schon lange Abstand genommen.

Bauunternehmer aus Oberhausen

Ein Bauunternehmen aus Oberhausen will die Fläche jetzt bebauen. Sie grenzt im Norden an den Bahndamm. Dort verläuft die eingleisige, nicht elektrifizierte Güterzugstrecke von Oberhausen zum früheren Schacht Walsum und weiter nach Voerde. Dahinter verläuft die Kleine Emscher.

Südlich und westlich grenzt das Baugebiet an die Siedlung Bergmannsplatz. Es handelt sich um eine historisch bedeutsame Zechensiedlung. Sie steht unter Denkmalschutz.

Insgesamt 36 Geschosswohnungen sollen entstehen. Direkt an der Ecke Borussiastraße/Fiskusstraße ist ein zweigeschossiger Block mit zwei Hauseingängen geplant. Dahinter, zum Bahndamm hin, soll dreigeschossig und mit drei Hauseingängen gebaut werden.

Die drei Reihenhäuser sind auch direkt an der Borussiastraße geplant. Sie fallen im Übergang zur Zechensiedlung niedriger aus. Im Hinterland, direkt zum Bahndamm hin, sind Garagen vorgesehen. Überhaupt soll die Zufahrt zu dem kleinen Wohngebiet vollständig vom Bahndamm aus erfolgen.

Vor allem zwei Probleme gibt es bei der Planung. Die Fiskusstraße hat an der Stelle den Charakter einer Allee. Deren Bäume sollen aber erhalten bleiben. Die meisten Bäume im Baugebiet selbst müssen aber gefällt werden. Sollte die Güterzugstrecke befahren werden, geht davon für die neuen Häuser viel Lärm aus.

Der dreiteilige Block am Bahndamm ist besonders betroffen. Aufenthaltsräume in den Wohnungen dürfen daher nicht zum Bahndamm hin ausgerichtet werden. Womöglich muss die Belüftung der Räume ohne offene Fenster sichergestellt werden.

Dafür dient der Block gleichzeitig als Lärmschutz für die vordere Reihe der Bebauung. Auch an der Borussiastraße ist ein zwei Meter hoher Lärmschutz vorgesehen.

Nur ein Bürger meldete sich zum Bebauungsplan zu Wort. Er sprach aber auch für die anderen anwesenden Bürger.

„Es handelt sich heute durch den Bewuchs um idealen Lärmschutz für die Umgebung“, erklärte er. Wenn in nur 20 Metern Entfernung von den Häusern ein Güterzug fahre, sei das für die Bewohner vor allem im dritten Geschoss absolut unzumutbar.

Lärm-Schätzung angezweifelt

Der Bürger bezweifelte den errechneten durchschnittlichen Lärmpegel dort von 65 Dezibel(A) am Tag. „Freiwillig möcht’ ich da nicht hinziehen“, erklärte er. Außerdem bekomme man in der Gegend schon heute kaum einen Parkplatz.

Nur 39 neue Stellplätze für 39 neue Wohnungen würden die Situation weiter verschärfen. Etwa 150 neue Einwohner, das sei in dieser Umgebung einfach zu viel.

Die Planer erwiderten, dass die Bebauung dort städtebaulich sinnvoll sei. Die Lärmberechnung gehe vom schlimmsten Fall aus. Gesundheitsgefährdend sei der Lärmpegel nicht. Mit einem Pkw-Stellplatz pro Wohnung würden die gesetzlichen Vorgaben erfüllt.

Außerdem werde an seniorengerechte Wohnungen gedacht. Aber nicht alle Senioren hätten Autos. „Für den Stadtteil ist das eine Aufwertung“, lautete das Fazit von SPD-Fraktionssprecher Sebastian Haak. Die Bahnstrecke werde außerdem nicht mehr stark befahren.

So sah es auch Herbert Fürmann (Linke). Kritischer war Marcus Jungbauer, Fraktionssprecher der CDU: „Hat man auch mal überlegt, nur Einfamilienhäuser zu bauen?“, fragt er. Und: „Wie steht es in Höhe der flachen Garagen um den Lärmschutz?“

Die beauftragte Planerin erwiderte ihm, Einfamilienhäuser seien nicht überlegt worden. Vor den Garagen würden 67 Dezibel(A) auftreten. Als nächstes werden andere Behörden an der Planung der Baumaßnahme beteiligt.