Austausch in Sachen Kind
19.01.2012 | 18:00 Uhr 2012-01-19T18:00:00+0100
Duisburg-Marxloh. eim Lehrersprechtag steht der Schüler im Mittelpunkt. Dieses Konzept, das sich zunächst paradox anhört, macht bei näherer Betrachtung Sinn
Beim Lehrersprechtag steht der Schüler im Mittelpunkt. Dieses Konzept, das sich zunächst paradox anhört, macht bei näherer Betrachtung Sinn. Es soll nämlich helfen, die Schnittstelle „Grundschule - weiterführende Schule“ effektiver und intensiver zu gestalten.
Am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Marxloh bekamen Klassenlehrer der vergangenen vierten Klassen daher jetzt zum ersten Mal in Duisburg die Gelegenheit mit den Lehrern der aktuellen fünften Stufen aller weiterführenden Schulen aus dem Duisburger Norden ins Gespräch zu kommen. Bei intensiven Gesprächen über einzelne Schüler, konnten so beide Seiten ihre Erfahrungen austauschen, um die Bildungskarriere der Kinder bestmöglichst zu gestalten.
„Normaler Weise fahren die Grundschullehrer und -lehrerinnen zu den einzelnen weiterführenden Schulen und sprechen dort mit den Lehrern über ihre ehemaligen Schüler“, erklärt Lutz Peller, Schulleiter des „Elly“ und ergänzt: „Da ihre Schüler aber auf viele verschiedene Schulen kommen, bedeutet das, dass diese Treffen viel Zeit in Anspruch nehmen. Wir wollen diese Treffen hier zusammenfassen.“
Und so gibt es in der Aula des Gymnasiums für die Möglichkeit an einem Tag mit allen anderen Lehrern in Kontakt zu kommen. An vielen Tischen, die in der Aula verteilt sind, kann so in begrenzter Zeit ins Einzelgespräch gegangen werden. Hier sieht Peller einen weiteren Vorteil: „In der Regel sprechen die Grundschullehrer in großem Kreis an den weiterführenden Schulen. Dadurch bleibt man immer an der Oberfläche. Hier ist das anders. Die Gespräche sind intensiver.“
Die gewonnene Zeit und die Intensität des Austausches begeistern die Lehrer: „Sonst ging durch den Besuch an mehreren Schulen Unterrichtszeit verloren. Heute kann ich mit vielen Kollegen an einem Tag sprechen“, freut sich Birgit Rick, eine von insgesamt rund 70 teilnehmenden Lehrern. Ihre erste Gesprächpartnerin Katharina Claus, von der Leibniz-Gesamtschule, ist ebenfalls vom Konzept, das Georg Beckschwarte, Schulleiter der Abtei-Grundschule, initiierte, angenehm überascht: „Erfahrungen meiner Kollegin mit meinen Schülern zu hören, wird meine Arbeit erleichtern.“
Maria Brendicke, Lehrerin an der Gustav-Stresemann-Realschule, hofft, familiäre Hintergründe zu den Kindern zu erfahren: „Lehrer, die meine Schüler über vier Jahre unterrichtet haben, können mir bestimmt hilfreiche Einblicke in grundlegende Verhältnisse der Kinder geben.“
0mitdiskutieren