Aus Liebe zum Fußball

Oberhausen..  Auf den T-Shirts ist zu lesen, woran das Herz des jeweiligen Trägers hängt. Bayern München, Galatasaray, Borussia Dortmund, Schalke 04 oder Girondins Bordeaux. Die Vorlieben der Fußballspieler in der Sporthalle der Christoph-Schlingensief-Schule sind so bunt wie die Welt. Ähnlich gemischt sind auch ihre Einschränkungen, die von geistigen Behinderungen über Lernbehinderungen bis hin zu psychischen Erkrankungen reichen. Die Männer hier allerdings spielen über all diese Grenzen hinweg gemeinsam Fußball. Jeden Mittwoch.

Zweite Liga vomBehindertensport NRW

Seit zehn Jahren gibt es bereits dieses Treffen. Ihr Trainer ist Marc Weiske (33), der früher selber kickte: bei den Sportfreunden 06 Sterkrade, für Buschhausen 12, für den PSV und für RWO. Weiske, der für die Caritas arbeitet, erzählt, wie er vor Jahren mit einer Gruppe vor dem Franziskus-Haus trainierte. „Es stießen immer mehr Leute dazu“, erinnert er sich. Und so zog man später in die Sporthalle um. „Wir spielen in der zweiten Liga vom Behindertensport NRW und in der Fuba Net-Liga, die wir selbst gegründet haben“, erklärt Weiske. Einmal im Monat haben sie ein Turnier. Über sein Team von rund 15 Spielern im Alter zwischen 20 und 50 Jahren sagt er: „Sie wollen immer nur spielen.“ Doch er habe ihnen klar gemacht, dass man auch die Technik verbessern müsse.

„Mittlerweile kann ich auch schon mal Verantwortung abgeben“, sagt Weiske. Er hat gerade zwei Spieler damit betraut, sich um jeweils eine Gruppe von Kickern zu kümmern und sie zu entsprechendem Training zu animieren. Er erklärt, dass dieses Angebot hier für Sportler entstanden sei, die nicht im Verein spielen könnten. Durch einen Arbeitskollegen kam Assi Romaric (23) zu den Fußballern. „Ich spiele für mein Leben gern Fußball, es macht mir Spaß“, sagt Romaric. „Ich kann alles sein, nur kein Torwart.“ Das ist bei Dominik Joostema (25) ganz anders. „Ich bin von Anfang an Torwart, schon seit vier Jahren“, sagt Joostema, der im Betreuten Wohnen der Caritas lebt. Er kam über einen Kollegen zu der Truppe und sagt: „Ich fühle mich richtig wohl hier.“