Das aktuelle Wetter Duisburg 10°C
Jubiläum

Aus „Gastarbeitern“ wurden Walsumer

03.04.2011 | 17:19 Uhr
Aus „Gastarbeitern“ wurden Walsumer
Feierlichkeit zum 50jährigen Bestehen des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Im Bild die Gruppe Fasel. Bild: Udo Milbret/WAZ-FotoPool

Duisburg.Vor 50 Jahren kamen die ersten Türken als sogenannte „Gastarbeiter“ nach Deutschland. Die meisten von ihnen planten, zwei bis drei Jahre zu bleiben, um sich etwas Geld zu verdienen und sich davon in der Heimat etwas aufzubauen.

Anfang der Siebziger kamen jedoch die Familien der alleine eingereisten „Gastarbeiter“ nach und Deutschland wurde für viele zum neuen Zuhause.

Wie geht es den ehemaligen Gastarbeitern, die bereits in der dritten Generation in Deutschland leben, heute? Was kann man zur Verbesserung eines multikulturellen Miteinanders tun? Diese Fragen stellten sich jetzt Gastredner und Gäste in der Stadthalle Walsum, in die der Interkulturelle Ring und das Bezirksamt Walsum zum Jubiläum des Anwerbeabkommens eingeladen hatten.

Abgerundet wurden die interssanten Reden - unter anderem von Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales in NRW und dem türkischen Generalkonsul Firat Sunel - von multikultureller Musik und der Fotoausstellung „Gestern und Heute“. Die Bilder, die die „Gastarbeiter“ unter anderem am Bahnhof nach der Einreise zeigten, weckten bei vielen Gästen - darunter hauptsächlich türkische Migranten - Erinnerungen an die eigene Vergangenheit.

So auch bei Cumer Gür, dem Vorsitzenden des Interkulturellen Rings, der 1974 im Alter von 16 Jahren nach Deutschland kam, um im Walsumer Bergbau zu arbeiten. Ohne ein Wort Deutsch zu können und in einer völlig fremden Umgebung zu sein, sei zuerst hart gewesen, aber er habe sich immer willkommen gefühlt. „Das Wichtigste war, die Sprache schnell zu lernen“, erklärt er. Hierfür habe er mit einigen anderen Türken eine Lehrerin der Folkshochschule organisieren können, die ihnen die Sprache beibrachte. „Die Sprachkompetenz muss auch heute mehr gefördert werden“ sagt Gür weiter.

Er fühle sich als Walsumer und finde es schlimm, dass viele Migranten immer noch als „Ausländer“ bezeichnet werden. „Die meisten wurden hier geboren, gehören hier her. Ich kann nicht verstehen, warum sie diskriminiert werden.“

Davon, dass türkische Migranten ihren türkischen Pass mit 23 abgeben müssen, hält er hingegen nichts. „Wieso sollen sie nicht ihren türkischen Pass behalten dürfen? Wieso muss man sich für das eine oder andere entscheiden?“

Dennis Bechtel

Facebook
 
Kommentare
16.09.2011
20:56
Aus „Gastarbeitern“ wurden Walsumer
von vanWegen | #7

Man könnte noch weiter fragen:Wieso gibt es Grenzen?Wieso gibt es unterschiedliche Währungen?Wieso unterschiedliche Religionen?Wieso ist nicht alles gleich und eins.
Hat wohl zuviel Imagine gehört der Gute:-:
I hope someday you join us and the world will be as one.
http://www.youtube.com/watch?v=-b7qaSxuZUg

05.04.2011
14:23
Aus „Gastarbeitern“ wurden Walsumer
von gisim | #6

Es gibt durchaus einige Menschen die pauschal und ohne Grund Ausländer diskriminieren. Aber ausländische Volksgruppen die öffentlich ständig negativ in Erscheinung treten, sollten sich nicht darüber wundern, dass es auch Menschen gibt, die diesbezüglich eine (pauschale) ablehnende Haltung aus solchen Erfahrungen aufbauen.
Wieso der Herr seinen türkischen Pass nicht behalten darf sollt doch allgemein klar sein, das steht so im Gesetz und Gesetze gelten für alle (auch für Türken) in diesem Land gleichermaßen.

05.04.2011
12:12
Blockierter Kommentar.
von exmarx | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

04.04.2011
14:48
Aus „Gastarbeitern“ wurden Walsumer
von garvey | #4

Hierfür habe er mit einigen anderen Türken eine Lehrerin der Folkshochschule organisieren können, die ihnen die Sprache beibrachte.

Und ich dachte Volkshochschule schreibt man mit V.

04.04.2011
13:04
Blockierter Kommentar.
von cannae216 | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

04.04.2011
11:39
Aus „Gastarbeitern“ wurden Walsumer
von eiwoisserden | #2

Lieber Herr Gür,
„Wieso sollen sie nicht ihren türkischen Pass behalten dürfen? Wieso muss man sich für das eine oder andere entscheiden?“

das ist wie in der natur

ein bischen schwanger geht nicht

04.04.2011
11:34
Blockierter Kommentar.
von Kakofonie | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4498657/create

Aktuelle Fotos und Videos
Scheune niedergebrannt
Bildgalerie
Feuerwehr
Duisburg in Trümmern
Bildgalerie
2. Weltkrieg
Blindgänger in der Ruhr
Bildgalerie
Bombe
Aus dem Ressort
Müllberge auf dem Parkplatz
Ärgernis
Der Schotterparkplatz am Eingang zur Meidericher Basarstraße (nahe der Sparkasse) wird im Randbereich seit Jahren immer wieder als Müllabladestelle missbraucht. Derzeit sieht es dort wieder ganz besonders übel aus.
Erinnerungen an die Heimat
Kunst
Interationale Mädchengruppe stellt ihre Werke in der Awo Laar aus.