Asylbewerberheim in Duisburg-Walsum wird im März fertig

An exakt der selben Stelle, wo sich das bisherige Asylbewerberheim an der Königstraße befand, wird nun neu gebaut.
An exakt der selben Stelle, wo sich das bisherige Asylbewerberheim an der Königstraße befand, wird nun neu gebaut.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Monatelang wartete die Baufirma auf die Baugenehmigung der Stadt Duisburg. Erst jetzt kann deshalb das Asylbewerberheim in Walsum gebaut werden.

Walsum.. Die Bauarbeiten an der Königstraße 9 haben begonnen. Bis Mitte März soll auf dem Areal des einstigen Asylbewerberheims eine neue Flüchtlingsunterkunft entstehen. Offizieller Übergabetermin an die Stadt ist der 17. März. Der Bau, der auf einem von der Steag gepachteten Gelände errichtet wird, kostet nach Informationen unserer Redaktion 1,2 Millionen Euro.

Ursprünglich sollte der Bau bereits im Oktober vergangenen Jahres bezugsfertig sein. Die Arbeiten konnten nach unseren Infos nicht rechtzeitig beginnen, weil die notwendige (vereinfachte) Baugenehmigung auf sich warten ließ. Sie sei, obwohl die Sache doch dringend gewesen sei, erst kurz vor der Jahreswende 2014/2015 erteilt worden, heißt es.

Mietvertrag über zehn Jahre

Die Stadt mietet das Bauwerk laut einer unserer Zeitung vorliegenden Unterlage für zehn Jahre und zahlt monatlich 20.522,99 Euro Kaltmiete. Das entspricht einer Jahreskaltmiete von 246.275,88 Euro. Hinzu kommen die Betriebskosten (jährlich gut 60.000 Euro), Versicherungsbeiträge (jährlich etwa 9000 Euro), Wartungskosten (2000 Euro pro Jahr), die Grundstückspacht (jährlich knapp 2300 Euro), die Regenwassergebühr (528 Euro pro Jahr) und die Instandhaltungskosten (8000 Euro im Jahr). Somit liegen die Jahresgesamtkosten bei gut 320.000 Euro. Da die Bauordnung die Nutzungsdauer auf zehn Jahre beschränkt, so geht aus der Unterlage hervor, müsse der Bauherr „eine Vollamortisierung der Investition in dieser Zeitspanne“ kalkulieren.

Die Stadt verpflichtet sich, nach Ablauf der zehn Jahre das Haus bei Bedarf weiter zu mieten, und zwar für dann monatlich gut 6500 Euro. Außerdem verpflichtet sie sich, im Falle eines Abrisses des Bauwerks 247.000 Euro für die Demontage und den Abtransport zu zahlen.

Auf der 3300 Quadratmeter großen Steag-Fläche baut der Investor eine Wohnanlage für 92 Menschen. Die Gesamtgrundfläche ist rund 1100 Quadratmeter groß. Neben Wohn- und Schlafräumen werden auch Küchen, Bäder, Waschküchen und zwei behindertengerechte Räume samt der notwendigen Infrastruktur eingerichtet.

Vorgefertigte Bauteile

Für den Altbau, der wegen Sicherheitsmängeln im Sommer 2013 von jetzt auf gleich geräumt werden musste – wir berichteten – zahlte die Stadt zuletzt nur gut 3000 Euro Miete pro Monat.

Der aus vorgefertigten Teilen zu errichtende Neubau entspricht mehr oder weniger dem Altbau. Eine europaweite Ausschreibung des Bauauftrags sei nicht in Frage gekommen, da man wegen der steigenden Flüchtlingszahlen schnell handeln müsse, hießt es im April 2014, als der Rat der Stadt entscheiden sollte. Deshalb kam nur der selbe Bauträger infrage, der „im Rahmen des Bestandsschutzes“ das Haus wiedererrichtet.