Anwohner will Bewuchs als Lärmschutz erhalten

Hamborn..  Nur ein Bürger meldete sich zum Bebauungsplan zu Wort. Er sprach aber auch für die anderen anwesenden Bürger.

„Es handelt sich heute durch den Bewuchs um idealen Lärmschutz für die Umgebung“, erklärte er. Wenn in nur 20 Metern Entfernung von den Häusern ein Güterzug fahre, sei das für die Bewohner vor allem im dritten Geschoss absolut unzumutbar.

Lärm-Schätzung angezweifelt

Der Bürger bezweifelte den errechneten durchschnittlichen Lärmpegel dort von 65 Dezibel(A) am Tag. „Freiwillig möcht’ ich da nicht hinziehen“, erklärte er. Außerdem bekomme man in der Gegend schon heute kaum einen Parkplatz. Nur 39 neue Stellplätze für 39 neue Wohnungen würden die Situation weiter verschärfen. Etwa 150 neue Einwohner, das sei in dieser Umgebung einfach zu viel.

Die Planer erwiderten, dass die Bebauung dort städtebaulich sinnvoll sei. Die Lärmberechnung gehe vom schlimmsten Fall aus. Gesundheitsgefährdend sei der Lärmpegel nicht. Mit einem Pkw-Stellplatz pro Wohnung würden die gesetzlichen Vorgaben erfüllt.

Außerdem werde an seniorengerechte Wohnungen gedacht. Aber nicht alle Senioren hätten Autos. „Für den Stadtteil ist das eine Aufwertung“, lautete das Fazit von SPD-Fraktionssprecher Sebastian Haak. Die Bahnstrecke werde außerdem nicht mehr stark befahren.

So sah es auch Herbert Fürmann (Linke). Kritischer war Marcus Jungbauer, Fraktionssprecher der CDU: „Hat man auch mal überlegt, nur Einfamilienhäuser zu bauen?“, fragt er. Und: „Wie steht es in Höhe der flachen Garagen um den Lärmschutz?“

Die beauftragte Planerin erwiderte ihm, Einfamilienhäuser seien nicht überlegt worden. Vor den Garagen würden 67 Dezibel(A) auftreten. Als nächstes werden andere Behörden an der Planung der Baumaßnahme beteiligt.