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Annington-Mieter aus Duisburg Obermeiderich drohen mit Auszug

28.07.2012 | 09:00 Uhr
Annington-Mieter aus Duisburg Obermeiderich drohen mit Auszug
Aufgebrachte Mieter: In einem Bereich von Obermeiderich sinkt die Lebensqualität dramatisch. Foto: Udo Milbret

Duisburg-Obermeiderich.   Bewohner der Siedlung Drakerfeld wollen ihre Wohnungen aufgeben, wenn im Wohnqaurtier nicht schnell wieder Ordnung und Ruhe einkehren.

Krisensitzung in Obermeiderich: 25 Anwohner des Karrees Drakerfeld, Gelderblom-, Bügelstraße trafen sich in dieser Woche, um ihrem Unmut ob der „immer mieser werdenden Lebenssituation“ im Quartier Luft zu machen. Aber auch, um ihrem Vermieter, der Deutschen Annington, ein unmissverständliches Zeichen zu geben: „Wenn sich nicht ganz schnell was tut, dann ziehen wir geschlossen aus!“

Zum Hintergrund: Seit etlichen Monaten verdreckt das Wohnviertel immer mehr – wir berichteten mehrfach. Sperrmüll türmt sich alle Tage am Straßenrand oder in den Grünanlagen. Zerdepperte Bierflaschen lassen das Spielen im Sandkasten zur echten Gefahr werden. Herumlungernde Jugendliche und Erwachsene machen die Nacht zum Tag „und werden auch noch frech und beleidigend, wenn man sie anspricht“, klagen die Mieter der einstigen Eisenbahnersiedlung, die zum Teil seit 50 Jahren dort leben – und auch dort wohnen bleiben möchten.

Weil es ja eigentlich ganz schön dort ist: Viel Grün zwischen den Häuserzeilen. Und die Schrebergartenanlage ist direkt nebenan. Seit aber verstärkt sogenannte „Wanderarbeiter“ aus Südosteuropa Quartier in der Siedlung bezogen haben, ist es vorbei mit dem beschaulichen Leben.

Verdreckte Spielwiese

Darüber klagen nicht nur Deutsche, sondern auch Bewohner mit türkischen Wurzeln. „Das ist kein Zustand hier“, so eine Türkin. Man könne doch nicht einfach den Müll überall hinwerfen, sagt sie und zeigt kopfschüttelnd auf die große Spiel- und Liegewiese. Die ist übersät mit Plastiktüten und Papier. Alles andere als eine Augenweide.

Siedlung Drakerfeld
Annington wird aktiv

Dass in der Obermeidericher Siedlung „dicke Luft“ ist, hat sich am Hauptsitz der Deutschen Annington in Bochum herumgesprochen. „Wir stellen uns der Problematik und kümmern uns“, sagte der Sprecher des Wohnungsunternehmens, Jürgen Frech, auf Anfrage unserer Redaktion. Wilfried Lawrenz soll kurzfristig telefonisch informiert werden, wie Annington die Probleme lösen will.

Noch im kommenden Herbst, spätestens aber zum Jahreswechsel soll ein „Kümmerer“, sprich Hausmeister vor Ort eingesetzt werden, der ganz nah bei den Menschen sei, so Frech.

Unabhängig davon wird das Unternehmen von Bochum aus Kontrolleure losschicken, die sich die Siedlung genau ansehen und auf „Einhaltung der Hausordnung“ drängen. „Wir gehen aktiv auf die Mieter zu“, so der Annington-Sprecher. Unter anderem sollen die Bewohner darüber aufgeklärt werden, wie man hierzulande mit Abfall umgehe. Dazu gehöre auch, dass man die kostenlose Sperrmüllabfuhr bestelle, wenn man beim Auszug Möbelreste loswerden möchte.

Als Sofortmaßnahme soll das Umfeld regelmäßig gereinigt und Müll abtransportiert werden. Auch gegen die Überbelegung von Wohnungen will man vorgehen.

„Vor ein paar Jahren war hier noch alles in Ordnung“, so Wilfried Lawrenz, der die Sitzung an diesem Abend in der Kleingartenanlage leitet. Schweigendes Kopfnicken bei den Anwesenden. Doch ganz schnell bricht der Frust durch. „Aus dem einstigen Filetstück ist Gammelfleisch geworden“, sagt Lawrenz – und erntet laute Zustimmung. Vor einigen Jahren galt dieses Areal als bevorzugte Wohngegend, jetzt sei man kurz davor, ein „sozialer Brennpunkt“ zu werden, bestätigten die anwesenden Ratsherren Thomas Kretschmer (CDU) und Bruno Sagurna (SPD). Beide sicherten den Bürgern zu, umgehend tätig zu werden, um die Missstände zu beseitigen. Was auch ihre ebenfalls erschienenen Ortsvertreter Heinz Wiesner (SPD) und Gertrud Bettges (CDU) versprachen. Man will mehrgleisig fahren.

Sagurna wird NRW-Innenminister Ralf Jäger einschalten, damit der das Gespräch mit der Annington sucht und auf Abhilfe drängt. Kretschmer hat bereits einen Unternehmer vom nahen Schlachthof angesprochen, der Wohnungen in dem Karree angemietet hat, die er an die „Problemgruppe“ weitergibt: „Der ist kooperativ.“ Bettges riet den Meiderichern, in einen Mieterverein einzutreten, damit der ihre Rechte vertreten könne. „Ich bin vor ein paar Tagen abends mal hier durchgefahren, da war der Teufel los“, bestätigte Bettges die Klagen der Anwohner. Bis ins Morgengrauen dauerten solche Treffen häufig, an Schlaf sei dann nicht zu denken.

All die Klagen habe man schon mehrfach der Annington vorgetragen, sei aber praktisch immer auf taube Ohren gestoßen.

Gregor Herberhold

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Kommentare
28.07.2012
21:17
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28.07.2012
14:04
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