Amerikanischer Blick auf Duisburgs Fassaden

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Was wir bereits wissen
Die Kulturwerkstatt Meiderich zeigt Werke der amerikanischen Austauschschülerin Abigail West

Meiderich..  „Da hat eine Achse funktioniert und wir sind über Bernd Meyer und Josef Tobias auf die junge Künstlerin aufmerksam geworden“, sagt Peter Weber von der Meidericher Kulturwerkstatt zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Abigail West.

Die blutjunge Amerikanerin mit High-School-Abschuss verbringt zurzeit ein Austauschjahr in Duisburg, besucht das Steinbart-Gymnasium und dort den Kunst Leistungs-Kurs. Im Mittelpunkt der Schau steht „ihre wunderbar entschleunigte Art, Erinnerungen aufzuzeichnen“.

Sie ist selten ohne ihr Skizzenbuch zu sehen und setzt sich auch schon mal in den Schnee, um eine schöne Ansicht zeichnerisch festzuhalten. Ihre Duisburger Skizzen werfen einen frischen Blick auf die Stadt und bieten den Einwohnern eine neue, quasi exotische Perspektive auf Alt-Vertrautes.

„Ich habe versucht, der alte Stadtmauer zu zeichnen, dann kam Regen“, steht handschriftlich auf einer leicht welligen Seite des Skizzenbuches neben dem charakteristischen Mauerrest. „So schön habe ich das gar nicht gesehen“, staunt Peter Weber angesichts einer kolorierten Zeichnung des Duisburger Weihnachtsmarktes, bei der die bekannten blauen Spitzbäume der innenstädtischen Weihnachtsdekoration perspektivisch auf das beleuchtete Riesenrad zulaufen.

Die schönen Laternen am Dellplatz, der Landschaftspark, aber auch ein Fahrrad oder eine Banane, „nach dem Zeichnen habe ich sie gegessen“. West hält fest, was sie umgibt. An den Wänden hängen Aquarelle, Kohlezeichnungen, Radierungen, und Bleistiftzeichnungen. Der Künstler Josef Tobias hielt in einem Kunstkurs ihre Züge fest und merkte erstaunt, dass sie zurückzeichnete. Mehrere Portraits von ihm, die Brille weitsichtig vorn auf der Nasenspitze, hängen in der Ausstellung. West geht Zeichenduelle locker an und entfaltet ihr Können gerade erst, es ist spannend, ihr dabei zuzusehen.