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Abriss der Immeo-Siedlung - die Angst der Mieter bleibt

17.12.2011 | 12:04 Uhr
Abriss der Immeo-Siedlung - die Angst der Mieter bleibt
Die Mieter-Initiative Zinkhüttenplatz traf sich zur Beratung in der Marxloher Kreuzeskirche. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg-Hamborn.Die Bürgerinitiative, die sich gegen den Abriss der Immeo-Siedlung rund um den Zinkhüttenplatz in Hamborn stemmt, wird sich bis zum Jahresende rechtlichen Beistand sichern. Das erklärte Horst Niewrzol, einer von fünf Sprechern der am Mittwoch gegründeten BI am Rande einer Mieterversammlung in der Marxloher Kreuzeskirche.

In dem voll besetzten Gotteshaus informierte der Vorstand der BI rund 400 der insgesamt rund 800, meist älteren Bewohner der Siedlung: „Offiziell haben wir noch keinen Rechtsanwalt beauftragt“, erklärte Niewrzol. „Aber wir haben uns bei einem Rechtsanwalt kundig gemacht, der bereits die Initiative der Immeo-Mieter an der Bertha-von-Suttner-Straße vertritt.“ Entweder werde die BI auf diesen Rechtsanwalt oder einen anderen Mietrechtsexperten zurückgreifen. „Wir müssen uns erstmal finanziell absichern“, so BI-Vorstand Horst Wiebus. Um den Rechtsbeistand bezahlen zu können, will die BI in den kommenden Tagen Geld einsammeln. Am Ende der Mieterversammlung ließ BI-Vorstand Helga Vocke am Ausgang der Kirche schon einmal ein Sparschwein kreisen.

"Die Mieter können nicht hinausgeschmissen werden"

„Wir sind froh, dass wir die Erfahrung zweier Mieterinitiativen aus Marxloh und Bruckhausen nutzen könne, die ihre Unterstützung signalisiert haben“, so BI-Sprecher Helmut Mattern in der Versammlung. „Der Sinn des Treffens hier und heute war, den Mietern erst einmal zu sagen, was wir wissen. Außerdem wollten wir die Leute erst einmal beruhigen.“ Niewrzol: „Sie müssen und dürfen nichts unterschreiben! Die Mieter können nicht hinausgeschmissen werden. Das ist ganz klar.“ Wiebus: „Wir müssen erst einmal gar nichts tun. Die Immeo will ja was von uns. Noch hat keiner eine Kündigung!“ Und eine Baugenehmigung gebe es auch nicht.

Auch wenn noch keinem einzigen Mieter bislang eine Kündigung ins Haus flatterte – die Unruhe in der Siedlung bleibt. Denn täglich besucht ein Immeo-Vertreter zwei bis drei Mietparteien. Bei diesen Gesprächen, die seit fast drei Wochen laufen, legt der Immeo-Mann den Mietern einen Fragebogen mit ihren Wünschen für eine Ersatzwohnung vor. Gefragt wird u.a. nach Wohnungsgröße, Lage oder Ausstattung.

Das ist Duisburg

Martin Krampitz

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Kommentare
19.12.2011
13:40
Sankt-Florian-Prinzip
von juergen0 | #19

@ kikimurks

Wie gut das Sie nicht betroffen sind, die andern soll´n doch sehn wie sie zurechtkommen.:-(((

schäbig!

19.12.2011
09:14
@judasthomaskuhl
von kikimurks | #18

Dass Sie wieder einen Bezug zu Sauerland herzustellen versuchen war ja klar. Schade ist nur, dass auch Ihre wackeren Mitstreiter mehrheitlich für das FOC sind.

Die Mieter sind tatsächlich Menschen und haben Rechte. Doch, frage ich mich, wer noch Wohneigentum erwerben wird, wenn es sich durchsetzt, dass die Mieter lebenslanges Wohnrecht haben, wenn sie nur laut genug protestieren. Was Sie fordern ist eine Enteignung.

Es ist schwierig eine lieb gewonnene Umgebung verlassen zu müssen, wie mag sich aber ein Arbeitsloser fühlen, der keinen Arbeitsplatz bekommt, weil ein Mieter Angst vor Veränderung hat? Vor kurzem konnten wir hören, dass Menschen mit niedrigem Einkommen früher sterben. Es ist bekannt, dass gerade unter Langzeitarbeitslosen Depressionen rapide um sich greifen. Mir ist da tausendmal lieber, dass einige Mieter umgesiedelt werden und Menschen in Brot und Lohn kommen.

Die Aufgabe der Öffentlichkeit wird es sein, den Umsiedlungsprozess zu begleiten und den Druck aufzubauen, dass er zu vernünftigen Konditionen für die Mieter statt findet.

@jojo2008

Die 50er Jahre Plattenbauten mit der Rhein-Preussen Siedlung zu vergleichen ist aber schon mächtig gewagt. Es handelt sich um Häuser, wie sie in den letzten Jahren, zu Recht, in Massen abgerissen wurden, da sie weit von dem entfernt sind, was heute Standard ist. Die Siedlung war, so lange ich sie kenne, und das sind immerhin bald 40 Jahre, immer ein wenig schäbig.

19.12.2011
05:32
Abriss der Immeo-Siedlung - die Angst der Mieter bleibt
von jojo2008 | #17

Der Hinweis auf die Rhein-Preussen-Siedlung ist wichtig: Wieviele "Weiße Riesen" hätten wir heute da stehen, wenn die Anwohner und Anwohnerinnen sich damals nicht vor die Bagger gesetzt hätten? Drei, vier, fünf, ... ganz viele. - Meinen Gästen zeige ich die Siedlung gerne und alle waren und sind begeistert. Die Riesen will eigenartigerweise keiner sehen. Da wendet sich der Gast eher mit Grausen...
Habe übrigens unter #6 meine Telefonnummer genannt, um nichtanonym zu diskutieren. Hat keinen angerufen. Irgendswie schade. -
Harald Jochums /DU-Rheinhausen

19.12.2011
00:34
Rheinpreußen-Siedler in Homberg
von Zentrum | #16

Herzerwärmend und zielführend, der Protest dieser Neu-Duisburger in den 70ern...

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16524

Glückauf

1 Antwort
Abriss der Immeo-Siedlung - die Angst der Mieter bleibt
von juergen0 | #16-1

hier ein Video dazu

http://freitag.onlinefilm.org/index.php?page=detail&id=22382&language=de_DE

18.12.2011
20:42
vertriebene, flüchtlinge und andere duisburg-exilanten
von judasthomaskuhl | #15

vorab zu kikis murks

nur ein siebtel der einwohner hat sauerland wiedergewählt - nach 5 amtsjahren

daß jetzt schon ein achtel der mieter in der initiative ist spricht bände

mieter sind menschen

ein outlet-center bloß eine sache

und sevenheck müßte als kopf der "investoren" noch einige fragen beantworten die ich am vortag der stimmübergabe vorb dem rathaus bei xtranews.de in meiner kolumne bereits aufgeworfen hatte

ich habe ein paar freunde gebeten sich diesen vogel mal genauer anzusehn

ich bin als damaliger anwohner fürs forum vertrieben worden

noch nichtmal den umzug hat man mir erstattet

ich war damals auf der "bezirksversammlung" wo ein politiker nach der begrüßung gleich die ganze versammlung - wie sauerland dann die ganze ciy - in die hände von multidevelopment gegeben hat

in bruckhausen hat die rats-gang dann für einen stahlkonzern vertrieben

und jetzt das outlet-center

an der kö stehen die meisten wohnungen oberhalb des erdgeschosses leer

die sind geflüchtet

wen wundert die überproportionale abwanderung noch

wie nero in rom

erst verbrannte erde - dann protzbauten

menschen die bauten für wichtiger als menschen halten sollten sich zu weihnachten lego schenken lassen statt hier mit scheinargumenten aufzuwarten

diese marktwirtschaft ist das gegenteil von sozial

deshalb geht sie gerade kaputt

zahlen müssen dann die kleinen

wie die mieter die für sevenhecks zockerträume bluten sollen

18.12.2011
19:51
@KNemo
von kikimurks | #14

Sie reden Blödsinn. Es ist allgemein bekannt, dass gerade in Duisburg es schwierig ist geeignete Flächen für eine Ansiedlung zu finden. Ostermann hat dafür mehr als ein Jahrzehnt benötigt. Außerdem bietet diese Fläche mehrere Vorteile. So braucht die Stadt sich weder um die Rhein-Ruhr-Halle noch das alte Stadtbad zu kümmern. Die Lokation liegt in der Nähe der A59 und A42 und auch die A3 ist nicht weit entfernt. Die Straßenbahn hält heute schon direkt vor der Türe. Außerdem bietet das Schulzentrum genügend Raum für eine etwaige weitere Expansion. Das Clauberg Gymnasium ist bereits geschlossen und wie es, bei sinkenden Schülerzahlen, um die anderen Schulen bestellt ist kann man sich auch leicht ausrechnen. Zudem liegt das Gelände in einem Gebiet, das besonders gut Arbeitsplätze vertragen kann. Es gibt also einiges, was für diesen Standort spricht.

Was heißt im übrigen "Menschenverachtender Unsinn"? Ich sorge mich um Menschen, die z.T. seit vielen Jahren keine Arbeit mehr haben. Ich halte vielmehr die Bürgerinitiative für menschenverachtenden Unsinn. Da haben einige langjährige Mieter Angst vor Veränderung. Sie wissen noch nicht einmal, ob sie sich wirklich verschlechtern werden, aber fangen vorsorglich schon einmal an laut zu jammern. Es ist anscheinend doch eher eine Frage des Standpunktes, wie man die Situation einschätzt. Ich, jedenfalls, schließe mich in diesem Fall lieber der Fraktion an, die in dem FOC einen Segen für den Duisburger Norden sieht.

18.12.2011
19:42
Abriss der Immeo-Siedlung - die Angst der Mieter bleibt
von KNemo | #13

@ kikimurks

Was für ein unglaublicher, menschenverachtender Unsinn.
Duisburg hat genug Freiflächen. Niemand müsste für ein solches Projekt sein Zuhause verlieren. Und zu glauben, dass Investoren wissen was sie tun, ist angesichts der Lage unserer Wirtschaft und Demokratie unendlich naiv.

18.12.2011
17:50
@Stefano
von kikimurks | #12

Ich bin kein Fachmann. Ich gehe allerdings davon aus, dass, wenn Investoren über 100 Mio Euro investieren wollen, sie eine ungefähre Ahnung davon haben, was sie tun. Selbst wenn es kein voller Erfolg würde, würden auf jeden Fall Stellen geschaffen werden. Mich stören die ewigen Miesepeter mit ihren Unkenrufen, die alles zum Stillstand bringen, hinterher aber die sind, die am lautesten über die unfähigen Politiker jammern.

Ich habe nur die Schn... voll von Menschen, die sagen ja wir wollen neue Arbeitsplätze ... aber ich darf keinen Nachtail davon haben; ja, wir wollen den Atomausstieg...aber die notwendigen überlandleitungen dürfen nicht in meiner Nähe sein; ja, ich will mit dem Handy telefonieren...aber Sendemasten in meiner Nachbarschaft gehen gar nicht. In unserer Gesellschaft ist es normal geworden alles zu bekommen aber nichts selber zu opfern. Das verdamme ich! Genau in dieser Reihe sehe ich diese Diskussion. Hier geht es nicht darum, ob Menschen ihr Leben verlieren. Es geht darum, ob es Mietern zu zu muten ist umzuziehen. Wenn das nicht der Fall ist, dann sollte man denen doch ein lebenslanges Wohnrecht ins Grundbuch eintragen. Ich finde aber, Mieter sind Mieter und keine Eigentümer. Deshalb müssen sie immer damit rechnen, dass ihre Wohnung gekündigt wird. Hier werden sie noch nicht einmal auf der Strasse stehen, sondern Ersatzwohnungen bekommen.

18.12.2011
16:55
@kikimurks, Sind Sie Fachmann bzw. Fachfrau ?
von Stefano | #11

Ich bin es nicht. Und deshalb hinterfrage ich ... und schildere meine Skepsis.

Aber gerade bei einer derart einschneidenden Maßnahme, wie der Räumung von 400 Wohnungen, erwarte ich von den Verantwortlichen keine hohlen Phrasen über die Chance neuer Arbeitsplätze und einer blühenden Wirtschaft im Duisburger Norden. Ich erwarte klare Aussagen, auf welchen Berechnungen diese Annahmen beruhen.

Und außerdem erwarte ich selbstverständlich, dass die hohen Herren im Rathaus ihren Popo dahin begeben, wo die Auswirkungen ihrer Entscheidungen am schmerzhaftesten empfunden werden - bei denen, deren Interessen sie vorgeben zu vertreten.

18.12.2011
15:55
Ich bin dafür,...
von kikimurks | #10

dass diejenigen, die hier so wunderbar hochnäsig davon schreiben, dass es ja doch ein Flopp würde und keine Arbeitsplätze entstünden, ihre Arbeitsplätze denjenigen geben, die durch eine solche Verweigerungshaltung weiter arbeitslos bleiben.

Wovon wird berichtet? 50 Mieter haben sich in einer BI organisiert. 50 von 400! Diese wollen dagegen kämpfen, dass ihre Wohnungen abgerissen werden. Konsequenz? 800 Menschen bleiben ohne Arbeit. Gewerbesteuer, die in die Stadtsäckel käme und damit für ganz Duisburg von Nutzen wäre, bleibt aus. Ein, im Norden dringend benötigtes, Projekt scheitert. Aber Hauptsache die Menschen bleiben in ihren Wohnungen wohnen. Gemeinwohl sind deutlich anders aus!

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