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Seelsorge

Noch mehr Notfall-Seelsorger für Duisburg

19.11.2010 | 18:11 Uhr
Noch mehr Notfall-Seelsorger für Duisburg
Bild: Udo Milbret/WAZ-FotoPool

Duisburg.Drei neue Notfall-Seelsorger unterstützen das Team der katholischen und evangelischen Kirche. Gefragt sind vor allem offene Ohren am Unfallort.

Wenn morgen, am Sonntag in der St.-Josephs-Kirche am Dellplatz drei neue Notfall-Seelsorger in ihr Amt eingeführt werden, verdoppelt sich die katholische Seite der Notfall-Seelsorge in Duisburg. Zwar ist das gesamte Angebot ökumenisch ausgerichtet und wird von der Evangelischen Kirche koordiniert, doch kann sich besonders Frater Michael von der Abtei Hamborn auf die Unterstützung freuen.

Der 37-Jährige ist seit knapp acht Jahren als Notfall-Seelsorger tätig und wird regelmäßig von der Feuerwehr zu Einsätzen gerufen. Was ihn am Unfallort erwartet, weiß der Prämonstratenser der Abtei vorher nie genau. Er muss sich auf die Betroffenen einlassen, muss ihnen zuhören. „Die Leute wollen sich die Trauer von der Seele sprechen, manchmal sprudelt es nur so aus ihnen heraus, manchmal nicht. Emotionale Entlastung ist immer der erste Schritt“, sagt Frater Michael.„Ich versuche herauszufinden, was die Leute wollen, was ihnen gerade wichtig ist.“

Einsatz auf der Loveparade

Die Konfession spielt dabei überhaupt keine Rolle, die Duisburger Notfall-Seelsorger sind für alle da. „Manche Angehörigen oder Betroffene wollen beten, andere schimpfen auf Gott.“ Die Kunst der Notfall-Seelsorge liege darin, sich emotional auf die Gesprächspartner einzulassen und gleichzeitig eine möglichst große Distanz zu den schrecklichen Bildern aufzubauen, die Einsatzkräfte und Seelsorger bei Unfällen oft zu sehen bekommen. „Wenn es geht, vermeide ich allzu heftige Bilder. Mich lassen diese Eindrücke nicht mehr los. Die bleiben immer im Kopf.“ In unzähligen Lehrgängen hat er gelernt, mit seinen Erlebnissen umzugehen.

Einer seiner heftigsten Einsätze war die Katastrophe auf der Loveparade. Durch Zufall landete er während eines anderen Einsatzes vor dem Karl-Lehr-Tunnel, als ihm die ersten Rettungskräfte entgegen kamen, die vor den Geschehen davongelaufen sind. „Sie waren völlig überfordert mit der Situation, mit ihrer Hilflosigkeit.“ Unzählige Verletzte hätten im Tunnel um Hilfe gefleht und an den Rettungskräften gezerrt, die jedoch nicht allen gleichzeitig helfen konnten. Für Frater Michael endete der Einsatz erst spät in der Nacht, gleich am nächsten Tag ging es früh morgens weiter. Die Telefone der Hotline für Einsatzkräfte, die in der Abtei Hamborn geschaltet worden ist, standen in den ersten Tagen nicht still. Noch heute kümmert sich Frater Michael um einige, die immer noch mit den Bildern zu kämpfen haben. Er selbst kann sie auch nicht vergessen.

Simon Wiggen

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Kommentare
06.12.2010
19:20
Blockierter Kommentar.
von HaeBae | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.11.2010
21:41
Noch mehr Notfall-Seelsorger für Duisburg
von anni2010 | #6

Rolf Karling,

Sie haben A.S. getroffen, auch in seinen Gefuehlen. Das belegt dieses Bild und dessen Unfähigkeit von der Buehne zu gehen beweisen es auch. Schockstarre nennt man das wohl.

Näheres hier: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,728410,00.html

21.11.2010
15:27
Noch mehr Notfall-Seelsorger für Duisburg
von HeinzK. | #5

@#4 von xyz , am 21.11.2010 um 12:46

... ich gratuliere Sie zu Ihrer Selbsterkenntnis. ;-)

Bitte schauen Sie aber demnächst in den richtigen Spiegel

http://www.spiegel.de/thema/love_parade_unglueck_2010/

21.11.2010
12:46
Noch mehr Notfall-Seelsorger für Duisburg
von xyz | #4

@2,3

Forentroll!

20.11.2010
20:41
Noch mehr Notfall-Seelsorger für Duisburg
von HeinzK. | #3

Nachtrag:

„Die Stadt ist aus dem Gleichgewicht“

http://www.faz.net/-01f0qy

20.11.2010
20:19
Noch mehr Notfall-Seelsorger für Duisburg
von HeinzK. | #2

Zu: Einer seiner heftigsten Einsätze war die Katastrophe auf der Loveparade. Durch Zufall landete er während eines anderen Einsatzes vor dem Karl-Lehr-Tunnel, als ihm die ersten Rettungskräfte entgegen kamen, die vor den Geschehen davongelaufen sind. „Sie waren völlig überfordert mit der Situation, mit ihrer Hilflosigkeit.“ Unzählige Verletzte hätten im Tunnel um Hilfe gefleht und an den Rettungskräften gezerrt, die jedoch nicht allen gleichzeitig helfen konnten.

Das Trauma von Duisburg hat viele Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Polizisten und die stillen, unbekannten und plötzlichen Helfern ergriffen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Unglücken war das Unglück in Duisburg vermeidbar. Und genau dies macht viele Menschen so traurig, zornig und wütend.

Die Notfallseelsorger/innen haben am 24. Juli 2010 und in den Wochen danach (zum Teil bis heute) unmenschliches geleistet. Dies scheint aber bis heute nicht im Rathaus Duisburg angekommen zu sein.

Siehe http://www.duisburg.de/news/102010100000341266.php

20.11.2010
18:19
Blockierter Kommentar.
von Entfilzer | #1

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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