Neun Jahre Gefängnis nach Angriff auf Spielhallenaufsicht

Das Landgericht Duisburg verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Mordes.
Das Landgericht Duisburg verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Mordes.
Foto: Jörg Schimmel
Was wir bereits wissen
Ein Angeklagter wurde vom Landgericht Duisburg zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem der Täter eine Spielhallenaufsicht überfahren hatte.

Duisburg.. Wegen versuchten Mordes und besonders schweren räuberischen Diebstahls verurteilte das Landgericht am König-Heinrich-Platz am Freitag einen 25-Jährigen zu neun Jahren Gefängnis.

Am 31. Oktober 2014 hatte er auf einem Parkplatz an der Duisburger Straße in Homberg eine Werkzeugkiste aus einem geparkten Kleinlaster gestohlen. Eine 45-jährige Spielhallenaufsicht, die die Tat auf einer Überwachungskamera beobachtet hatte, stellte sich ihm in den Weg. Rücksichtlos überfuhr der 25-Jährige die Frau.

Die wurde dabei schwer verletzt, erlitt mehrere Brüche von Oberschenkel und Hüfte. Mehrfach musste die 45-Jährige operiert werden. Bis heute leidet sie unter den Folgen der Tat. Derzeit ist unklar, ob sie jemals wieder ohne Schmerzen wird gehen können.

Auf die Fährte des Täters war die Justiz durch DNA-Spuren gekommen, die sich an dem aufgebrochenen Kleinlaster fanden und schließlich in der Datenbank der norwegischen Polizei zu einem Treffer führten.

Die Kammer hatte bereits am vergangenen Verhandlungstag signalisiert, dass eine Verurteilung wegen des angeklagten Mordversuchs zu erwarten sei. Eine Verurteilung in zweistelliger Höhe könne der Angeklagte nur abwenden, wenn er ein weiter gehendes Geständnis ablege.

Angeklagter gab spät die Schuld zu

Zunächst hatte der 25-jährige Pole nämlich behauptet, er habe geglaubt, dass die Frau noch ausweichen werde. Reichlich spät ließ er gestern seinen Verteidiger verkünden, dass er nun auch zugebe, den möglichen Tod der mutigen Frau zumindest billigend in Kauf genommen zu haben.

Für Unmut bei der Geschädigten, die als Nebenklägerin am Prozess teilnahm, hatte zuletzt noch das Plädoyer des Verteidigers gesorgt. Nachdem der ihren Mut blumig als vorbildlich gelobt und die schweren Folgen der Tat seines Mandanten bedauert hatte, bezweifelte er, ob das Engagement der Frau wirklich nötig war: „Es hätte vielleicht auch gereicht, das Kfz-Kennzeichen aufzuschreiben.“