Neues vom wichtigsten deutschen Philosophen

Byung-Chul Han: Psychopolitik,
S. Fischer, 19,99 Euro

Es gab Zeiten, in denen Feudalherren ihren Untertanen Güter und Dienste abpressten. Es folgte die Zeit der Industrialisierung, in der die Menschen und ihr Leben zur Arbeit diszipliniert und ihre Körper ausgebeutet wurden. Diese Biopolitik ist in der kapitalistischen Welt abgelöst worden von der „Psychopolitik“.

Diese Macht ist unsichtbar als dass sie freundlich = smart agiert und die Menschen manipuliert, sich selbst auszubeuten.

Die neoliberale Psychopolitik bedient sich des Spieltriebs und der Daten der Menschen und suggeriert ihnen durch die Selbstoptimierungszwänge unserer Tage, an allem die Schuld zu tragen, was sie nicht leisten können.

Die scheinbare Freiheit alles kommunizieren zu können, führt zu einer beschleunigten und oberflächlichen Austauschbarkeit auf Kosten der Stille, der Ruhe und des Geistes. Auf der Strecke bleiben die Psyche, die Lebendigkeit, die Einzigartigkeit, die Neugier, der Diskurs, der Mut, der Gestaltungswille, die Eigeninitiative.

Eine erhellende Lektüre des zur Zeit wohl wichtigsten deutschen Philosophen.