Neues Quartiersprojekt für Senioren in Neuenkamp

Bei einem Rollator-Training, das im vergangenen Winter im Begegnungszentrum Neuenkamp angeboten wurde, lernen die Senioren den Umgang mit dem Geh-Wagen.
Bei einem Rollator-Training, das im vergangenen Winter im Begegnungszentrum Neuenkamp angeboten wurde, lernen die Senioren den Umgang mit dem Geh-Wagen.
Foto: Herbert Höltgen
Was wir bereits wissen
„Alt werden und gut leben in Neuenkamp“ lautet der Titel eines neuen Quartiersprojekts, das von der PariSozial gGmbH ins Leben gerufen wurde.

Duisburg.. „Alt werden und gut leben in Neuenkamp“ lautet der Titel eines neuen Quartiersprojekts. Im vergangenen Jahr hatte die PariSozial Duisburg gGmbH, die unter anderem das Dietrich-Krins-Weber-Zentrum an der Mevissenstraße betreibt, eine Umfrage unter älteren Neuenkämpern durchgeführt, was sie im Stadtteil vermissen oder sie sich wünschen würden. „Wir bieten einen Treffpunkt und Freizeitangebote, haben dabei aber immer wieder von Themen erfahren, die wir hier nicht abdecken können“, erklärt Andreas Fateh, Geschäftsführer der PariSozial, einer Tochtergesellschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die Bewohner des Stadtteils werden immer älter. Ziel ist es, dass die Senioren möglichst lange in ihren Wohnungen und damit in Neuenkamp bleiben können.

„Mit Sorge beobachten wir, dass sich die Sparkasse mit ihrer Filialstruktur neu aufstellt. Das wird viele ältere Menschen vor Probleme stellen“, weiß Fateh. Die Sparkasse wird ihre Zweigstelle, die bisher zwei Tage in der Woche für einige Stunden geöffnet hat, im Jahr 2017 in eine Selbstbedienungs-Filiale umwandeln. Geld ziehen und Überweisungen tätigen, ist dann noch in Neuenkamp möglich. Um persönlich mit einem Berater Kontakt aufzunehmen, müssen die Kunden in die Stadt zur Königstraße fahren. Auch für den einen oder anderen Arztbesuch müssen die Neuenkämper auf andere Stadtteile ausweichen.

Begleitung beim Einkaufen

Jan-Christopher Bremer wird künftig als Quartiersmanager in Neuenkamp tätig sein. „Wir haben festgestellt, dass die Senioren im Alltag konkrete Hilfe benötigen.“ Als Beispiel nennt er Begleitung beim Einkaufen, das Wechseln von Glühbirnen oder Unterstützung bei der Gartenarbeit. Bei der Umfrage vor ein paar Monaten wurde andererseits aber auch abgefragt, wer bereit wäre, sich ehrenamtlich für die Senioren zu engagieren. „Da haben viele Personen angekreuzt, dass sie für ein paar Stunden helfen können. Diese beiden Seiten wollen wir künftig zusammenführen.“

Denkbar wäre beispielsweise, eine Ehrenamtskartei aufzubauen. „Wir wollen eine nachhaltige Struktur schaffen, die erhalten bleibt, wenn das Projekt endet“, so Fateh. Zunächst ist „Alt werden und gut leben in Neuenkamp“ für die Dauer von drei Jahren angelegt. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln der PariSozial und der Stiftung Deutsches Hilfswerk – das ist die Stiftung, die hinter der „Deutschen Fernsehlotterie“ steht. Allerdings hat Jan-Christopher Bremer nur eine Teilzeit-Stelle. „Natürlich gibt es andere förderwürdige Gruppen in Neuenkamp. Aber es ist die Krux des Projekts, dass wir uns hier gezielt um Senioren kümmern. Es können sich andere Träger beteiligen, die sich in Neuenkamp engagieren wollen“, sagt Andreas Fateh.

Jan-Christopher Bremer ist neuer Quartiersmanager

Jan-Christopher Bremer ist studierter Raumplaner und kommt aus Dortmund. Es ist nicht das erste Mal, dass er mit älteren Menschen in Duisburg zu tun hat. Im Studium hat er sich mit dem Stadtteil Ungelsheim beschäftigt, in dem, gemessen an der Einwohnerzahl Ungelsheims, die meisten Senioren wohnen.

Auf seine neue Aufgabe in Neuenkamp freut er sich. „Neuenkamp hat als Halbinsel eine spannende Lage. Es ist am Rand und doch zentral. Man sieht kaum Passanten und doch kennen sich die meisten Menschen“, erklärt der 27-Jährige, zu dessen Aufgaben es auch gehört, die eine oder andere Runde durch den Stadtteil zu drehen. In den nächsten drei Jahren will er eine Plattform schaffen, die es Älteren ermöglicht, so lange, wie sie wollen, in Neuenkamp zu bleiben. Um sich im Stadtteil vorzustellen, organisiert Bremer derzeit einen Quartiersnachmittag, bei dem er sich vorstellt, aber auch die Neuenkämper ihm bei einem Spaziergang ihre Lieblingsecken zeigen sollen – und natürlich auch Anregungen für Verbesserungen geben können.

Angesiedelt ist sein Büro im Begegnungszentrum, das ohnehin von zahlreichen älteren Neuenkämpern zum gemeinsamen Bingospielen oder Gedächtnistraining besucht wird.