Neuer Rheindeich schützt den Süden von Duisburg

Der Mann für den Hochwasserschutz in Duisburg : Waldemar Kesicki, hier an der Baustelle am Ausflugslokal „Aschlöksken“
Der Mann für den Hochwasserschutz in Duisburg : Waldemar Kesicki, hier an der Baustelle am Ausflugslokal „Aschlöksken“
NRW-Umweltminister Johannes Remmel gab Donnerstag in Duisburg den Startschuss zur Erneuerung und Verlegung des Deiches zwischen Wittlaer und Ehingen.

Duisburg.. Über ein Jahr lange sind Bagger und Baufahrzeuge gerollt, um eine Baustraße vorzubereiten und einen Teil der 500 000 Kubikmeter Material heranzuschaffen, die für die Deicherneuerung zwischen Wittlaer und Ehingen benötigt werden. Nun, mit dem Ende der Hochwasser-Periode, laufen die Arbeiten an. Am Donnerstag gab NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) dafür den offiziellen Startschuss.

„Der Deich schützt Menschen und Güter. NRW wird durch den Neubau wetterfester“, sagte der Minister vor Planern und Vertretern der beteiligten Behörden an der Baustelle in Höhe des beliebten Ausflugslokals „Aschlöksken“ an der Stadtgrenze.

7,7 Kilometer Deich kosten Stadt Duisburg 4,5 Millionen Euro

Die Stadt Duisburg muss 4,5 Millionen Euro der Gesamtkosten tragen, die sich auf 57 Millionen Euro belaufen für die Erneuerung des 7,7 Kilometer langen Abschnitts. Den Löwenanteil übernimmt das Land. Gut angelegtes Geld, glaubt der Minister. Denn der neue Deich schützt nicht nur das unmittelbare Hinterland, sondern auch die Anlieger im weiteren Verlauf, weil neue Retentionsflächen für Hochwasser geschaffen werden.

Hochwasserschutz Insgesamt 164 Millionen Kubikmeter mehr Raum bekommt der Rhein durch den Umbau von 278 Deichkilometern im Regierungsbezirk Düsseldorf. Gut 130 Kilometer sind bereits saniert, fast 30 im Bau, weitere acht planfestgestellt und rund 35 Kilometer im Verfahren. Die Erneuerung von fünfzig Kilometer Hochwasserschutz werde geplant, weitere 25 Kilometer zurzeit überprüft, erläuterte Regierungspräsidentin Anne Lütkes.

Für Rückverlegung des Rheindeiches wurde kein Grundstück enteignet

Einen guten Teil seines Berufslebens hat Waldemar Kesicki mit der Deichplanung verbracht, die schon 1998 begann. Schwierig waren die Verhandlungen über den nötigen Grunderwerb für die Rückverlegung des Deiches in Mündelheim – er erfolgte laut Landesvorgabe ohne Enteignungen.

Der erste Bauabschnitt konnte erledigt werden, ohne den bestehenden Deich zu erneuern: Auf Düsseldorfer Stadtgebiet wurde eine 550 Meter lange Spundwand eingebaut. Im zweiten, etwa 2500 Meter langen Abschnitt wird bis auf Höhe des Mündelheimer Sportplatzes der alte Deich von den Baggern aufgenommen und anschließend neu aufgebaut. Er wird danach 70 Zentimeter höher sein als bisher. „Bis zur Hochwasserperiode im Herbst ist das erledigt“, prognostiziert Kesicki.

Weitere Projekte in Neuenkamp, Laar und am Marientor

Ab Herbst 2016 soll dann der Bau des 1,6 Kilometer langen, rückverlegten Abschnitts bis Ehingen beginnen. „Da bauen wir im Schutz des alten Deiches“, erklärt der Baudirektor. Zuvor müssen noch zwei Gasleitungen verlegt werden. Parallel laufen die Arbeiten zur Aufständerung der B 288, die über den Deich führen wird. Eingeweiht wird das Bauwerk, das einem Rheinpegel von über 13 Metern standhalten soll, im Jahr 2018. Waldemar Kesicki wird das dann schon als Pensionär feiern.

Auf rund 200 Millionen Euro beziffert Waldmar Kesicki die Gesamtkosten für die Erneuerungsarbeiten an insgesamt 37,5 Duisburger Deichkilometern. Sanierungen sind erforderlich in Neuenkamp (4 km), Laar (2,5 km), einer Modernisierung bedürfen auch die Sperranlagen am Marientor zum Schutz der Altstadt. In der Vorplanung befindet sich die Erneuerung des Homberger Hochwasserschutzes.