Neue Straßenzeitung in Duisburg soll Vorurteile abbauen

Artikel, Reportagen, Märchen: Verkäufer wie Luminita Căldăraru bieten ab Samstag die Zeitung „Bachtalo“ mit Themen aus dem Leben der Roma an.
Artikel, Reportagen, Märchen: Verkäufer wie Luminita Căldăraru bieten ab Samstag die Zeitung „Bachtalo“ mit Themen aus dem Leben der Roma an.
Foto: WAZ FotoPool
„Bachtalo“ bedeutet Glück und ist der Titel einer neuen Straßenzeitung. Damit will der Verein „Mensch ist Mensch“ Vorurteile gegenüber Roma abbauen.

Duisburg.. Glücklich ist der Verein „Mensch ist Mensch“, oder besser: „bachtalo“. Glücklich, dass es endlich los geht, bachtalo, dass das Ergebnis so hübsch geworden ist. Das Wort, das in der Roma-Sprache Romanes soviel heißt wie „Glück“ oder „glücklich“ ist gleichzeitig der Titel der neuen Straßenzeitung des Vereins. Am Samstag, 28. März, startet der Verkauf.

Das Besondere: Die Texte befassen sich fast ausschließlich mit Roma, ihrem Leben und ihrer Kultur. Ein Artikel über eine Roma-Frau auf Arbeitssuche. Ein Reportage über Krautwickel Romanes-Art. Ein Roma-Märchen. „Wir wollen mit Vorurteilen aufräumen“, sagt Frank Knott, Vorsitzender von „Mensch ist Mensch“. Deshalb hofft er, dass viele Menschen die „Bachtalo“ lesen.

1500 Exemplare

„Die Zeitung ist gedruckt und wartet nur darauf, verteilt zu werden“, sagt er. 1500 Exemplare umfasst die erste Auflage. Ab 10 Uhr ist sie am Samstag am Infostand von „Mensch ist Mensch“ auf der Königstraße in der Nähe des Lifesaver-Brunnens erhältlich. Doch nicht nur in der Fußgängerzone können Interessierte die „Bachtalo“ kaufen. Ähnlich wie bei anderen Straßenzeitungen werden die Roma in den kommenden Wochen an verschiedenen Orten in Duisburg und den Nachbarstädten als Verkäufer tätig sein.

Jeder Verkäufer erhält einen Ausweis

„Wir kriegen locker 30, 40 Roma zusammen“, sagt Frank Knott. Sie alle werden mit Verkäuferausweisen ausgestattet. 50 Cent zahlen die Roma für eine Ausgabe. Gegen eine empfohlene Spende von 1,90 Euro sollen sie die Zeitung weitergeben. „Uns ist wichtig, dass die Leute die Zeitung wirklich lesen und den Verkäufern nicht nur Geld geben“, betont Knott, „denn nur so können wir zeigen, dass Roma ganz normale Menschen sind.“