Neue Melodien für Ronja Räubertochter

Die Kinder schmökern in dem Klassiker von Astrid Lindgren, als die Szenen lebendig werden.
Die Kinder schmökern in dem Klassiker von Astrid Lindgren, als die Szenen lebendig werden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In verschiedenen Werkstätten entwickelten Kinder mit der Jungen Oper am Rhein Musik, Kulissen und Tanzszenen.

Duisburg.. Wie klingt eigentlich der Wind im Mattiswald? Über 80 Kinder haben sich von Astrid Lindgrens Klassiker „Ronja Räubertochter“ inspirieren lassen und in Mitmach-Werkstätten der Jungen Oper am Rhein eigene Stücke komponiert, die Geschichte tänzerisch umgesetzt oder ein neues Bühnenbild kreiert. Beim großen collagenartig gestalteten Finale ernteten die Nachwuchskünstler im Stadttheater jede Menge Applaus.

Drei Kinder sitzen auf der Bühne, inmitten der Bäume, die die Jungen und Mädchen der Grundschule Sandstraße gestaltet haben. Sie lesen aus „Ronja Räubertochter“. Immer mal wieder wird die Szene mit eigens für die Aufführung entwickelter Musik untermalt. Die Akademisten der Düsseldorfer Symphoniker setzen die Ideen der Kinder um. Der Schlagzeuger streicht über das Becken, dass ein Rauschen ertönt. Das Akkordeon spielt eine Melodie, die die Räubertochter Ronja durch den Wald begleitet. Das Ensemble versteckt sich nicht im Graben, sondern steht hoch über der Bühne in der Beleuchter-Galerie. So bekommen die Zuschauer weitere Einblicke, wie der Betrieb während der Aufführung funktioniert.

David war einer der jungen Komponisten. Er spielt selbst seit zwei Jahren Keyboard und hat sich als Hauptinstrument für sein Stück das Akkordeon ausgesucht. „Das klingt fröhlich“, findet er. David Graham, der schon viele Kompositionsprojekte für Kinder und Jugendliche leitete, lobt: „Das haben die Kinder ganz toll gemacht. Sonst geht es eher darum, Musik zu üben. Das ist eine ganz andere Herangehensweise an Musik.“ Gemeinsam haben sie überlegt, welches Instrument für die unterschiedlichen Stimmungen passen könnte.

Zuschauer können Kindern über die Schulter schauen

Beim Finale auf der Hinterbühne haben vor allem die Tänzer ihren großen Auftritt. Mit Eva Zamazalova haben die Jungen und Mädchen ein halbes Jahr die Szenen einstudiert. Wie sie als Banden, angeführt von Ronja und Matti, durch den Wald streichen oder sich vor den Druden verstecken. Sie hüpfen und drehen sich, zucken beim Gewitter. Falk (8) spielt Matti. Das Buch hat er parallel mit seiner Mutter gelesen. „Das ist spannend, das gefällt mir.“ Seitdem er vier Jahre alt ist, tanzt er. Inzwischen besucht er sogar die Ballettschule. Ein bisschen aufgeregt war er aber doch vor dem Auftritt. Großmutter Eris Reinecke ist stolz auf den Enkel. Er hat das Talent offenbar von ihr geerbt – sie hat ihren Mann vor Jahren beim Tanzen kennengelernt.

Am Ende werden alle auf die Bühne geholt, auch die, die hinter den Kulissen mitgearbeitet haben. Sie wurden bei der Arbeit gefilmt. Die Zuschauer können den fleißigen, kreativen Kindern im Abspann über die Schulter schauen.