Neue Impulse fürs Altstadt-Quartier

Es wird geknibbelt, gefummelt und gezogen, damit die Scheiben auch bloß alle schön sauber werden. „Das ist eine Sauarbeit“, schimpft Manfred Hegner, der gerade dabei ist, die riesigen Aufkleber mit der Aufschrift „Alles muss raus!“ von den großen Fensterfronten des ehemaligen Möbelgeschäfts Uni Polster in der Beekstraße zu entfernen. Er und seine Kollegen von den Wirtschaftsbetrieben sind schon den ganzen Tag dabei, alles blitzblank zu bekommen.

„Das darf man ja auch alles nicht unterschätzen, die Aufkleber kleben ja schon gute 25 Jahre. Die sind bombenfest“, erzählt Hegner und zieht mit aller Kraft an dem Klebefetzen. Wenn alles fertig ist, soll das Möbelhaus als Ausstellungsraum für die Akzente genutzt werden. Auch eine neue Beleuchtungsanlage wird installiert, um die Bilder ins rechte Licht zu rücken.

„Wir wollen der Straße und dem Altstadt-Quartier wieder ein bisschen Leben einhauchen. Wenn es hier dunkel ist wie in einem Loch und dazu noch dreckig, geht hier keiner gerne entlang“, erklärt Dagmar Bungardt vom City-Management. „Es soll hier abends nett aussehen. Wir versuchen, mit dieser Aktion den Bereich Beekstraße und Münzstraße wieder attraktiver zu gestalten, damit sich auch sehr bald Investoren für eben jene leerstehenden Objekte finden lassen“, sagt Dagmar Bungardt. Neben dem seit Jahren leerstehenden Möbelhaus sind es auch die alten Gebäude von C&A und P&C, für die es bisher noch keine Interessenten für eine Nachfolge-Nutzung gibt.

Damit es dauerhaft gelingen kann, dem unteren Teil der Duisburger Altstadt wieder mehr Glanz zu verleihen, braucht es allerdings noch mehr. „Wir müssen ganz neue, andere Wege gehen, um das Quartier hier zu vermarkten. Was wir hier brauchen, sind Unikate, sonst brauchen wir kein Duisburg“, sagt Lars Hoffmann. Der Geschäftsinhaber gehört mit zum Vorstand des Bürgervereins Mitte, der sich für eine Weiterentwicklung des Altstadt-Bereichs einsetzt. Immerhin: Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung sucht derzeit einen Quartiermanager.

Anschluss zum Innenhafen

Ziel sei es, mehr junge und kreative Menschen für das Quartier zu begeistern. Große Kaufhäuser seien zudem nicht mehr gefragt, wie es die Beispiele Karstadt oder Kaufhof zeigten. „Kleinere und exklusivere Läden und Lokale sind gefordert. Dazu müssten Pläne ausgearbeitet werden, wie man die großen Komplexe, die vorhanden sind, besser zur Nutzung aufteilt“, erklärt Hoffmann. Auch müsse der Anschluss zum Innenhafen über die Münzstraße weiter verbessert werden.