Neue Chance für Kubus-Ruine am Museum Küppersmühle?
03.09.2012 | 20:10 Uhr 2012-09-03T20:10:00+0200
Duisburg. Am Stahl-Gerippe am Museum Küppersmühle tut sich was: Am Montag begutachtete ein Sachverständiger nochmals die schweren Mängel an den Schweißnähten, die im Juni 2011 zum Aus der Skandal-Baustelle führten . Und es tut sich noch mehr: Nach WAZ-Informationen soll sich die Gebag noch 2012 mit den Sponsoren des Erweiterungsbaus einigen. Die bisherigen Geldgeber sind zudem offenbar gewillt, dann ohne die Gebag den Museumsbau zu verwirklichen. Ob oben auf den Silos oder bodenständig neben dem Museum, das ist aber noch nicht klar.
Bei der Gebag hofft man auf einen Schlussstrich unter das missglückte Abenteuer des spektakulären Museums-Quaders, dessen Kosten auf 70 Mio € explodiert waren. Der Skandal kostete der Gebag-Spitze den Job und die städtische Wohnungsbautochter Millionen. In langen Verhandlungen mit dem Mäzen-Ehepaar Ströher, das angesichts der Kostenexplosion ebenfalls die Reißleine zog, scheint eine Einigung in Sicht. Danach sollen die Darmstädter Kunstsammler schon jetzt Eigentümer der Küppersmühle werden und nicht erst 2020.
1300 Tonnen Stahl praktisch für die Katz: Das Stahlgerüst weist derart große Mängel an den Schweißnähten auf, dass es als sicher gilt, dass es verschrottet werden muss.
In dem geplanten Erweiterungsbau sollte auf 2000 qm Platz geschaffen werden für weitere Bestände der Ströher-Sammlung, die teils im Museum Küppersmühle zu sehen ist.
Zugleich hätte die Gebag in dem Vergleich die Chance, aus der aufgebürdeten Bauverpflichtung für die Museumserweiterung herauszukommen. Umsonst ist das nicht zu haben: Die Gebag müsste schon geleistete Zahlungen für den Flop-Bau in den Wind schreiben und auch die zehn Mio € aus dem Not-Verkauf der Dinslakener Wohnungsbau, die ohnehin schon auf einem Sonderkonto festliegen. Alles in allem weit über 20 Mio Euro. Dafür wäre die Gebag raus aus dem Schlamassel. Mit ihr würden Ströhers ohnehin gewiss das Museumsprojekt nicht fortsetzen wollen.
Sponsoren entscheiden, ob am Innenhafen weitergebaut wird
Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass Ströhers an ihrem Museumsprojekt festhalten wollen, also weiterhin zum Standort Duisburg stehen und am Innenhafen Raum und Platz für ihre bedeutende Kunstsammlung schaffen wollen. Bei den Planungen ist die Gebag aber außen vor. Es heißt, dass Architekten und Planer der Darmstädter mögliche Varianten skizzieren und durchrechnen. Dazu hat es offenbar auch Treffen mit dem Essener Evonik-Konzern, dem zweiten Sponsor, der 10 Mio € zugesagt hatte, gegeben.
Bei ihnen liegt nun die Entscheidung, ob am Innenhafen weiter gebaut wird. Evonik und Ströhers schweigen dazu beharrlich – sie haben genug von Negativ-Schlagzeilen. Gänzlich offen ist dabei, ob die Küppersmühle ihre transparente Kunsthaube bekommen würde oder nicht. Technisch machbar scheint das trotz des Gebag-Desasters zu sein. Mehrere Baufirmen hatten Angebote abgegeben. Auch der ehemalige Chefbauleiter der leitenden Projektfirma WSP hatte gegenüber der WAZ im Mai betont: „Das ist kein Hexenwerk.“
Mit der WSP liegt die Gebag derzeit freilich im Rechtsstreit um Schadensersatzforderungen wegen fehlerhafter Bauüberwachung. Gleichzeitig laufen die Verfahren gegen die Stahlbaufirma. Bis Gutachterfragen nicht geklärt sind, kann das Stahlgerüst im Beweissicherungsverfahren am Innenhafen aber nicht verschrottet werden. Auch vom Ergebnis der gestrigen Ort-Besichtigung des Gutachters, der sich mit einer kleinen Hebebühne in das rostige Stahlgewirr hieven ließ, hängt ab, wie schnell das Stahlgerüst verschwindet. Erst dann kann – wenn überhaupt – über weitere konkrete Zeitrahmen für einen möglichen Museumsbau an der Küppersmühle spekuliert werden.

19:04
Danach sollen die Darmstädter Kunstsammler schon jetzt Eigentümer der Küppersmühle werden und nicht erst 2020.
Echt traurig was in Duisburg los ist.Ich dachte der Dicke ist aus der Stadt?!
lol
11:09
Meine Meinung:
Man sollte das Projekt KunstKubus AUF Küppersmühle komplett fallen lassen, da ich nicht glaube, dass die Küppersmühle so ein Bauwerk tragen kann.
Da können mir die profilierten, sooo modernen und „IN“- Architekten erzählen was sie wollen. Es sollte endlich mal Klartext gesprochen und nicht so rumgeeiert werden - die Statik gibt das nicht her!
Vielleicht war es ja ein „Wink des Schicksals“, um es mal pathetisch auszudrücken, dass das Projekt am Boden liegt.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende…
10:45
Vielleicht dicke Finger? Passiert mir auch schon mal :-)
10:18
Diesen blödsinnigen Kubus da stehen lassen, wo er liegt - und bescheiden als Mahnmal gegen narzistische Architekten und sog. "Kunstsammler" ausbauen - und aus. Soviel müßten die Schweißnähte ja wohl hergeben. - Und keinen Cent mehr von uns Bürgern bzw. der GEBAG. -
Und zu den Kunstexperten aus Stadt und Land: Die "Stararchitekten" Herzog & de Meuront hätte man an sich aus Hamburg von der Elbphilharmonie her kennen und gewarnt sein müssen. Nichts dazugelernt?
Und: War nicht eine gewisse Frau Jasper auch bei der Elbphilharmonie tätig? Ja, jetzt nicht als Betonbauerin, eher dann doch als Rechtsanwältin/Notarin ...
Harald Jochums / Archetekt / DU-Rheinhausen
Ich will Sie nicht angreifen, nur fragen, warum schreiben Sie Ihre Berufsbezeichnung nicht richtig? Im Text geht es doch auch...
Auch ich möchte Sie nicht angreifen; Im Allgemeinen gilt, es gibt keine dummen Fragen...
jojo2008 hat sich ganz sicher "was" dabei gedacht!
...und hat zur Thematik "auch diesmal wieder Recht"! Ich darf etwas ketzerisch anmerken, die Dringlichkeit der politischen Entscheidung einfordern; JETZT ist Stahlschrott zu einem guten Kurs zu verwerten!
Die Sache mit der Preisentwicklung sollen Fachleute bewerten, obwohl das immer auch ein "Spiel mit dem Feuer ist"... - ob Börsenspiel oder "im städtischen Monopoly" - da kennt man sich doch bestens aus und weiß: Am Ende zahlt immer der Bürger die Zeche!
09:02
einen Erweiterungsbau gibt, sollen sie den neben das Silo stellen. So wie damals die Milchtüte.
08:02
In Hochfeld und Marxloh gibt es doch inzwischen Häuser mit einer Vielzahl kleiner, interkultureller Fachbetriebe, die den Schrott schnell und kostengünstig entsorgen!
...lasst die endlich da ran und in 2 Tagen ist wenigstens die erste Peinlichkeit des Duisburger Dauer-Versagens aus den Augen!
07:41
Ach ja, am Innenhafen ist es ja soooooo schön.
07:22
Wenn dann endlich die Zuständigkeiten, resp. Verantwortlichkeiten für den Skandal geklärt sind, kann die GEBAG Schadensersatz vom Vorstand und Aufsichtsrat einklagen.
06:06
abreißen, bevor es bei weiteren versuchen noch peinlicher wird