Neue berufliche Perspektive mit fünfzig in Duisburg

Sigrid Ducharme mit Bewohnerin Anneliese Dehnen und der Auszubildenden Beata Przewloska (v.l.).
Sigrid Ducharme mit Bewohnerin Anneliese Dehnen und der Auszubildenden Beata Przewloska (v.l.).
Foto: FUNKE Foto Services
Über das Projekt der Agentur für Arbeit „Wegebau“, ließ sich Sigrid Ducharme zur examinierten Pflegerin ausbilden. Jetzt arbeitet sie sogar als Wohnbereichsleitung in einem Homberger Altenheim

Duisburg.. Sigrid Ducharme startet beruflich richtig durch – mit 50 Jahren. Seit 2009 arbeitet sie im Seniorenzentrum Homberg an der Zechenstraße als Hilfs-Altenpflegerin. Ein Job, der ihr großen Spaß macht. Dass sie eines Tages noch einmal Wohnbereichsleitung werden würde, hätte sie allerdings nie gedacht. Doch genau das ist jetzt geschehen.

Über das Projekt der Agentur für Arbeit „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen“, kurz „Wegebau“, ließ sie sich zunächst zur examinierten Pflegerin ausbilden. Die Agentur und ihr Arbeitgeber unterstützten sie während dieser Zeit finanziell. „Ich bin alleinerziehende Mutter von drei Söhnen. Mit einem regulären Ausbildungsgehalt hätte ich unser Leben nicht finanzieren können“, sagt Sigrid Ducharme.

Ausbildungsgehalt wird aufgestockt

Das Projekt sieht vor, das Gehalt so aufzustocken, dass sie während der dreijährigen Ausbildung die gleiche Summe erhält wie zuvor als nicht examinierte Hilfskraft. „Die Situation von Älteren ist einfach anders“, erklärt Heike Laskowski vom Arbeitsamt. „Sie haben meist Familie und benötigen ein entsprechendes Gehalt. Das Projekt ist also auch ein Ansporn und es zeigt Älteren, dass vieles möglich ist.“

Ducharme ist gelernte biologisch-technische Assistentin. Nachdem sie aber einige Jahre als Selbstständige in einem anderen Bereich gearbeitet hatte, fand sie keine Anstellung mehr. Die gebürtige Oberhausenerin nahm zuerst eine Beschäftigung auf 400-Euro-Basis als Altenpflegerin an und arbeitete sich hoch.

Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung

Tatsächlich hätte Ducharme die Ausbildung nicht begonnen, wenn die Agentur für Arbeit nicht dieses spezielle Projekt mit finanzieller Unterstützung angeboten hätte: „Als ich davon hörte, war ich sofort überzeugt, dass es genau das ist, was ich machen will. Aber auf Geld verzichten konnte ich nicht.“ Im vergangenen Jahr begann sie eine Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung und ist seit diesem Monat in dieser Funktion tätig.

Für Louise Maritzen, Leiterin des Seniorenzentrums Homberg, kommt Ducharmes Eifer gerade recht. „Die Anmeldezahlen in unserem Haus steigen. Es gibt einen erhöhten Bedarf an examinierten Pflegekräften“, sagt sie. „Dass wir über das Projekt die Möglichkeit nutzen können, eigene Mitarbeiter weiterzubilden, ist toll.“

Im Homberger Seniorenzentrum steht bereits die nächste engagierte Hilfskraft in den Startlöchern: Beata Przewloska nimmt ebenfalls an dem Projekt „Wegebau“ teil. Sie kam vor zehn Jahren von Polen nach Duisburg und arbeitet seither als Hilfspflegerin. „Der Job ist super. Ich mache ihn gerne“, sagt sie. „Ich sehe Sigrid als Vorbild und möchte auch bald als examinierte Pflegerin arbeiten wie sie. Ich bin dankbar für solch eine Möglichkeit.“